Bewerbung für LGBTIQ+-Event Der queere Bingham Cup vor wichtiger Entscheidung
Die englische Stadt Leeds hat offiziell ihre Bewerbung für die Ausrichtung des Bingham Cup 2028 eingereicht. Das Turnier gilt als weltweit größte LGBTIQ+- und inklusive Amateur-Rugbyveranstaltung und wird alle zwei Jahre von International Gay Rugby organisiert. Bis zu 4.000 Spielerinnen und Spieler aus aller Welt nehmen daran teil. Auch der Amanda Mark Cup für Frauenmannschaften soll Bestandteil der Veranstaltung sein.
Das Wichtigste im Überblick
- Leeds hat offiziell seine Bewerbung für die Ausrichtung des Bingham Cup 2028 eingereicht.
- Das Turnier gilt als größte LGBTIQ+- und inklusive Amateur-Rugbyveranstaltung der Welt.
- Bis zu 4.000 Spielerinnen und Spieler werden erwartet.
- Leeds konkurriert mit Dublin, Vancouver, Orlando, Perth und Querétaro.
- Die Entscheidung über den Austragungsort soll in den kommenden Monaten fallen.
Kommt das Spiel nach England?
Die Bewerbung wird von den Leeds Hunters angeführt und von Leeds City Council, der University of Leeds, der Leeds Rhinos Foundation sowie den Leeds Tykes unterstützt. Nach den Plänen der Organisatoren sollen die Spiele auf der Anlage des West Park Leeds RUFC ausgetragen werden. Das Finale ist im Headingley Stadium vorgesehen. Im Rennen um die Austragung steht Leeds in Konkurrenz zu Dublin, Vancouver, Orlando, Perth und Querétaro. Die Gastgeberstadt soll nach Angaben der BBC in den kommenden Monaten bekannt gegeben werden.
Ein Sport-Event mit viel Geschichte
Der erste Bingham Cup fand 2002 in San Francisco statt. Das Turnier erinnert an Mark Bingham, einen offen schwulen US-amerikanischen Rugbyspieler, der bei den Terroranschlägen vom 11. September 2001 ums Leben kam. Für viele Teilnehmer steht bei dem Wettbewerb weit mehr als der Sport im Mittelpunkt. „Ich hätte nie gedacht, dass ich mich einmal so fühlen würde – Teil eines Vereins und einer Organisation zu sein, die einen so akzeptiert, wie man ist“, sagte Chris Languedoc von den Leeds Hunters laut einer BBC-Mitteilung. „Hier kann man einfach man selbst sein.“
Rugby gilt in vielen Ländern bis heute als Sportart, die stark von traditionellen Männlichkeitsbildern geprägt ist. Ähnlich wie im Männerfußball sind offen homosexuelle Profis dort nach wie vor selten. Veranstaltungen wie der Bingham Cup sollen deshalb nicht nur den sportlichen Wettbewerb fördern, sondern auch die Sichtbarkeit von LGBTIQ+-Sportlern erhöhen und ein Zeichen für Vielfalt und Akzeptanz in einer Sportart setzen, die lange als klassischer „Männersport“ wahrgenommen wurde.