Angst unter US-Mitschülern Zwei von drei LGBTIQ+-Schülern fühlt sich nicht mehr sicher
Zwei von drei LGBTIQ+-Schülern in den USA fühlen sich aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität an ihrer Schule unsicher. Zu diesem Ergebnis kommt die 13. National School Climate Survey der Organisation GLSEN, die sich für sichere und respektvolle Lernumgebungen für junge Menschen einsetzt.
Das Wichtigste im Überblick
- Zwei Drittel der LGBTIQ+-Schüler in den USA fühlen sich wegen ihrer Identität in der Schule unsicher.
- Nur etwa jeder dritte Befragte freut sich häufig auf den Schulbesuch.
- Trans* und queere Jugendliche meiden häufig bestimmte Bereiche der Schule.
- Viele berichten von verbalen, körperlichen oder digitalen Übergriffen.
- Auch Diskriminierung bei Toiletten und Umkleiden bleibt weit verbreitet.
Die große Unsicherheit
Für die Erhebung wurden LGBTIQ+-Schüler der Klassenstufen K-12 im Schuljahr 2024/2025 befragt. Zu den Teilnehmern gehörten auch intergeschlechtliche, asexuelle sowie sogenannte Two-Spirit-Personen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich rund zwei Drittel der Befragten wegen ihrer queeren oder homosexuellen Identität an ihrer Schule unsicher fühlen. Gleichzeitig gab nur etwa jeder dritte Schüler an, sich „häufig“ oder „oft“ auf den Schulbesuch zu freuen. Besonders belastend ist die Situation demnach für trans* Jugendliche. 86 Prozent von ihnen berichteten, bestimmte Bereiche ihrer Schule bewusst zu meiden.
Erfahrungen mit Gewalt
Zugleich schilderten viele Schülerinnen und Schüler Erfahrungen mit verbalen, körperlichen oder digitalen Übergriffen. 62 Prozent erklärten, aufgrund ihrer sexuellen Orientierung belästigt worden zu sein. 69 Prozent berichteten von Schikanen wegen ihrer Geschlechtsidentität oder ihres Geschlechtsausdrucks. Auch rassistische Diskriminierung spielt für viele queere Jugendliche eine Rolle. 48 Prozent der befragten schwarzen LGBTIQ+-Personen gaben an, aufgrund ihrer Hautfarbe oder ethnischen Zugehörigkeit belästigt worden zu sein. Mehr als die Hälfte (53%) der Befragten berichtete zudem von Diskriminierungen im Zusammenhang mit ihrer LGBTIQ+-Identität. Dazu zählten etwa Verbote, Umkleideräume zu nutzen, die ihrer Geschlechtsidentität entsprechen.
Darüber hinaus erklärten 41 Prozent, sie seien dafür bestraft worden, Toiletten zu benutzen, die nicht ihrem „biologischen Geschlecht“ entsprechen. 64 Prozent gaben an, Schultoiletten aus diesem Grund ganz zu meiden. Die Ergebnisse der Studie zeichnen das Bild eines Schulalltags, in dem viele LGBTIQ+-Jugendliche weiterhin mit Ausgrenzung und Benachteiligung konfrontiert sind. Nach Einschätzung von GLSEN unterstreichen die Daten die Bedeutung von Maßnahmen, die ein sicheres und diskriminierungsfreies Lernumfeld für alle Schülerinnen und Schüler gewährleisten sollen.