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Angriff in Brüssel LGBTIQ+-Chorfestival von homophober Gewalt überschattet

Von ms - 01.07.2026 - 13:30 Uhr
Angriff in Brüssel
Foto: FASH Medien Archiv KI
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Ein mutmaßlich homophober Übergriff auf zwei schwule Teilnehmer hat das internationale LGBTIQ+-Chorfestival „Various Voices“ in der belgischen Hauptstadt Brüssel überschattet. James und Simon, Mitglieder zweier LGBTIQ+-Chöre aus Großbritannien, wurden Ende letzter Woche auf dem Rückweg von der Brüsseler Szene zu ihrem Hotel von mehreren Männern brutal angegriffen und verletzt.

Das Wichtigste im Überblick

  • Zwei Teilnehmer des LGBTIQ+-Chorfestivals „Various Voices“ sind in Brüssel angegriffen und verletzt worden.
  • Die Betroffenen gehen von einem homophoben Angriff aus. 
  • Einer der Männer erlitt einen doppelten Nasenbeinbruch, der andere eine Gehirnerschütterung und mehrere Hämatome.
  • Nach Angaben der Opfer griffen bis zu sieben Männer an.
  • Trotz der Gewalttat trat einer der Verletzten bereits am folgenden Abend wieder mit seinem Chor auf.

Mob greift schwules Paar an 

Nach Angaben der beiden Männer waren sie gemeinsam mit zwei weiteren Personen zu Fuß unterwegs und gingen Hand in Hand, als mehrere Männer zunächst eine Flüssigkeit über die Gruppe schütteten. Als Simon sich daraufhin umdrehte, hätten die Verdächtigen zunächst den Eindruck vermittelt, kein Englisch zu verstehen. Wenig später sei erneut Flüssigkeit über die Gruppe gegossen worden.

Daraufhin entschlossen die vier Festivalteilnehmer, die Männer auf ihr Verhalten anzusprechen. Simon sagte nach eigenen Angaben ruhig: „Das ist nicht in Ordnung.“ James fotografierte die mutmaßlichen Täter. Unmittelbar danach sei einer der Männer auf ihn losgegangen und habe ihm mehrfach gegen Kiefer, Hals und Kopf geschlagen. James stürzte auf das Kopfsteinpflaster und zog sich dabei eine Gehirnerschütterung sowie mehrere schwere Hämatome zu. An den eigentlichen Angriff könne er sich nur bruchstückhaft erinnern, berichtete James später. Nach Schilderung seiner Begleiter seien plötzlich weitere Männer hinzugekommen, sodass ihn insgesamt etwa sieben Personen umringt hätten. Besonders im Gedächtnis geblieben sei ihm Simons Ruf: „Nicht ihn! Lasst ihn in Ruhe!“ Simon und die beiden weiteren Begleiter griffen ein und konnten die Angreifer schließlich zurückdrängen. Währenddessen sei Simon mehrfach ins Gesicht geschlagen worden.

Brüche und Gehirnerschütterung

Nach dem Übergriff kamen zahlreiche Menschen aus umliegenden Lokalen den Verletzten zu Hilfe. Die mutmaßlichen Täter flüchteten. Passanten begleiteten James und Simon zur Polizei, die umgehend einen Rettungswagen verständigte. Beide Männer wurden anschließend in einem Krankenhaus medizinisch versorgt. Die Untersuchungen ergaben, dass Simon einen doppelten Nasenbeinbruch erlitten hatte. Bei James diagnostizierten die Ärzte mehrere Blutergüsse sowie eine leichte Gehirnerschütterung. Einige Zähne seien verschoben worden, hätten jedoch erhalten werden können. In einer gemeinsamen Stellungnahme betonen James und Simon, dass ihnen bei dem Angriff nichts gestohlen worden sei. Aus ihrer Sicht habe sich die Tat ausschließlich gegen ihre sichtbare schwule Identität gerichtet. Sie gehen davon aus, dass die Angreifer gezielt Menschen aus der Community ins Visier genommen hätten.

Am Folgetag wieder auf der Bühne 

Trotz seiner Verletzungen entschied sich Simon, bereits am folgenden Abend wieder auf der Bühne zu stehen. Gemeinsam mit seinem Chor „Barberfellas“ eröffnete er das Konzert „Royalties“, an dem auch der ukrainische LGBTIQ+-Chor „Queer Essence“ beteiligt war. James schrieb später, er sei stolz auf diese Entscheidung und werte sie als Zeichen der Solidarität und des Widerstands gegen Einschüchterung.

„Various Voices“ zählt zu den größten europäischen Festivals für LGBTIQ+-Chöre und wird alle vier Jahre in einer anderen Gastgeberstadt veranstaltet. In diesem Jahr nahmen nach Angaben der Veranstalter rund 4.000 Sängerinnen und Sänger aus zahlreichen Ländern an dem Festival in Brüssel teil. Zum Abschluss ihrer Stellungnahme dankten James und Simon ausdrücklich den Organisatoren des Festivals, den Einsatzkräften, dem medizinischen Personal sowie den zahlreichen Menschen, die ihnen unmittelbar nach dem Angriff geholfen hätten. Zugleich riefen sie dazu auf, Hasskriminalität konsequent entgegenzutreten und Betroffene zu unterstützen.

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