Spacey spricht über Coming-Out Rückblick auf Skandal und Vorwürfe gegen queere Community
US-Schauspieler Kevin Spacey (66) hat jetzt erklärt, er habe sich nach seinem Coming-Out als schwuler Mann im Jahr 2017 von der LGBTIQ+-Community „angegriffen“ gefühlt, wie er gegenüber Moderator Bill Maher im Podcast „Club Random“ beteuerte.
Das Wichtigste im Überblick
- Kevin Spacey sagt, er habe sich nach seinem Coming-Out 2017 von der LGBTIQ+-Community „angegriffen“ gefühlt.
- Der Schauspieler betont, er habe sein Coming-Out bereits vor den Missbrauchsvorwürfen geplant.
- Auslöser seines öffentlichen Coming-Outs waren die Vorwürfe des Schauspielers Anthony Rapp.
- Spacey bezeichnete sein damaliges Verhalten als „unangemessenes Verhalten unter Alkoholeinfluss“ und entschuldigte sich bei Rapp.
- Im Interview spricht der Oscar-Preisträger auch über die Folgen des Skandals für seine Karriere.
Angriffe nach Coming-Out?
Spacey hatte sich 2017 öffentlich als schwul geoutet, nachdem der Schauspieler Anthony Rapp ihm vorgeworfen hatte, er habe sich vor vielen Jahren ihm gegenüber sexuell angenähert und versucht, den damals 14-Jährigen zu „verführen“. Spacey war später sowohl im US-Prozess wie auch in London von allen Vorwürfen freigesprochen worden. In seiner damaligen Erklärung bezeichnete Spacey sein mutmaßliches Vorgehen als „unangemessenes Verhalten unter Alkoholeinfluss“, entschuldigte sich bei Rapp und erklärte zugleich, er sei „ein homosexueller Mann“.
Im Podcast sagte Spacey nun: „Es gab so viele Geschichten über mich. Es wurde viel darüber gesprochen, dass ich schwul sei und mich nur noch nicht geoutet hätte. Und anstatt dass die schwule Community das versteht, hatte ich immer das Gefühl, angegriffen zu werden.“ Zugleich widersprach der Schauspieler der verbreiteten Darstellung, er habe seine sexuelle Orientierung erst infolge der Missbrauchsvorwürfe öffentlich gemacht. Nach eigenen Angaben habe er bereits zwei Jahre vor den Vorwürfen geplant, sich zu outen.
Witze und jahrelange Schmähungen
Auch über die Reaktionen nach seinem Coming-Out sprach Spacey. „Menschen innerhalb der schwulen Community machten Witze über mich, als wäre es etwas Einfaches, berühmt zu sein und sich zu outen“, sagte er. Die Vorwürfe von Anthony Rapp hätten seine Karriere nachhaltig beeinflusst. Nach Angaben des Berichts verweigerte die Academy of Television Arts and Sciences Spacey im selben Jahr die Verleihung eines besonderen Emmy Awards.
Im Gespräch mit Maher äußerte sich Spacey außerdem zu den Folgen der vergangenen Jahre. Nachdem Maher von einer „zehnjährigen Strafe“ gesprochen hatte, sagte der Schauspieler: „Ich fühle mich heute weniger wie im Gefängnis als früher. Wenn die Menschen anfangen, sich tatsächlich mit den Fakten zu beschäftigen und zu verstehen, was wir vor Gericht erreicht haben, dann glaube ich, dass viele inzwischen denken: 'Vielleicht sind neun Jahre genug gewesen.'“