Kritik von Richard Gere Trump-Sprecher attackiert Schauspieler scharf
Der Schauspieler und Menschenrechtsaktivist Richard Gere (76) hat die Zerschlagung der US-Entwicklungsbehörde USAID scharf kritisiert. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Associated Press verteidigte Gere die Arbeit der Organisation, die vor ihrem Umbau durch die Trump-Regierung für zivile Auslandshilfe, Entwicklungsprogramme und humanitäre Unterstützung zuständig war.
Das Wichtigste im Überblick
- Richard Gere warnt vor den Folgen des Abbaus der US-Auslandshilfe USAID.
- Der Schauspieler bezeichnete die Arbeit der Behörde als eine der wichtigsten Leistungen der USA.
- Trumps Kommunikationsdirektor Steven Cheung reagierte mit einer persönlichen Attacke auf Gere.
- Cheung griff dabei ein seit Jahrzehnten widerlegtes Gerücht über den Schauspieler auf.
- Gere engagiert sich seit vielen Jahren in humanitären Projekten.
Ende von USAID
Gere, der seit Jahrzehnten humanitäre Projekte unterstützt, bezeichnete USAID als „nahezu das Beste, was Amerika je getan hat“. Die Behörde habe Gesundheitsversorgung, Bildung und Unterstützung für Menschen ermöglicht, die sonst kaum Hilfe erhalten hätten. Besonders verwies der Schauspieler („Pretty Woman“) auf die HIV/AIDS-Programme von USAID. Diese hätten nach seiner Einschätzung Millionen Menschenleben gerettet. Gere kritisierte, dass die Trump-Regierung die Arbeit der Behörde unmittelbar nach Amtsantritt beendet habe.
„Ich schäme mich, dass ein Land, das sich selbst ständig als das reichste und mächtigste der Welt bezeichnet, diese Position genutzt hat, um Menschen im Stich zu lassen, die die Hilfe am dringendsten benötigen“, sagte Gere. Die Folgen des Abbaus von USAID werden zunehmend diskutiert. Ein Bericht demokratischer Abgeordneter im Ausschuss für Regierungsaufsicht kam zu dem Schluss, dass die Einschränkungen der Behörde bereits zu etwa 600.000 Todesfällen beigetragen hätten, darunter viele Kinder. Zudem seien HIV-Präventionsmittel und Verhütungsmittel, die mit US-Geldern finanziert worden seien, in Lagern ungenutzt geblieben.
Persönlicher Angriff
Auf Geres Kritik reagierte der Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses, Steven Cheung, nicht mit einer politischen Erwiderung. Stattdessen verwies er auf ein altes Gerücht über Gere und schrieb, er werde nicht auf einen Mann hören, der „möglicherweise einen Hamster in seinem Hintern gehabt“ habe. Die Behauptung über Gere stammt aus einem seit Jahrzehnten verbreiteten Boulevardgerücht, das nie belegt wurde. Gere selbst hat die Geschichte wiederholt als frei erfundene Legende zurückgewiesen.
Das Gerücht wurde in den 1980er Jahren verbreitet und begleitete Gere über Jahrzehnte. Beobachter sehen einen Zusammenhang mit seiner Rolle in dem Broadway-Stück „Bent“ aus dem Jahr 1977, in dem er einen homosexuellen Mann spielte, der während der NS-Zeit verfolgt wird. Die Rolle galt damals als ungewöhnlich für einen aufstrebenden Hollywoodstar und führte zu großer öffentlicher Aufmerksamkeit.
Einsatz für Menschenrechte
Richard Gere ist seit Jahrzehnten nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Menschenrechtsaktivist bekannt. Er setzt sich unter anderem für tibetische Menschenrechte, Flüchtlinge, Obdachlose und den Kampf gegen HIV/Aids ein; über seine Stiftung unterstützt er humanitäre Projekte. Als Schauspieler wurde Gere mit Filmen wie „American Gigolo“, „Ein Offizier und Gentleman“, „Pretty Woman“, „Chicago“ und „Ein Mann für gewisse Stunden“ international bekannt. Zu seinen weiteren großen Erfolgen gehören Filme wie „Der Schakal“, „Zwielicht“, „Der 1. Ritter“ oder auch „Darf ich bitten?“. Richard Gere spielte außerdem im Film „… und das Leben geht weiter“ den schwulen Choreografen und Aktivisten Michael „Mickey“ St. Johns und trug damit dazu bei, die gesellschaftlichen Auswirkungen der HIV/AIDS-Krise und die Diskriminierung schwuler Männer einem breiten Publikum näherzubringen. Für seine Rolle in „Chicago“ erhielt er einen Golden Globe als bester Hauptdarsteller.