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Senator in Kalifornien Scott Wiener bei Trans-March bedrängt und vertrieben

Von mr - 29.06.2026 - 16:00 Uhr
Senator Scott Wiener bei Trans-March bedrängt und vertrieben
Foto: © IMAGO / Depositphotos
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Senator Scott Wiener — ein führender Befürworter von Trans*rechten in Kalifornien und Kandidat für den vakanten Kongresssitz von Nancy Pelosi — wurde am Freitag bei der San Francisco Trans March in Dolores Park lautstark angegriffen und gezwungen, die Veranstaltung zu verlassen. Er berichtete, Aktivistinnen und Aktivisten hätten ihn verbal und körperlich bedrängt, unter anderem mit Berührungen, sodass es „unmöglich war, sicher zu bleiben“. Zum ersten Mal seit 2004 habe er daher nicht an der Trans March teilgenommen.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Datum: 26. Juni 2026 – Scott Wiener wurde während der Trans March in Dolores Park attackiert und verließ die Veranstaltung schließlich.
  • Anlass: Wiener wurde konfrontiert mit Aussagen wie „You’ve been wonderful for trans people, and you’ve been terrible … on Gaza“ und Beschimpfungen über seine Haltung zum Israel–Gaza-Konflikt.
  • Reaktion: Wiener verurteilte, dass „Belästigung und Einschüchterung eine Grenze überschreiten“, obwohl er Protest grundsätzlich respektiere.
  • Folge: Während fünf Personen bei Vorfällen im Anschluss des Marsches festgenommen wurden, kam es zudem zu einem deutlichen Spendenanstieg für Wieners Kongresskampagne.

 

Angespannte Dynamik in Dolores Park

Wiener war auf dem Weg zu einem trans* geführten Pride Shabbat in Verbindung mit der March, als er in Dolores Park von Demonstrierenden umzingelt und verbal attackiert wurde. Ein Aktivist filmte den Vorfall – die Szene verbreitete sich viral mit Millionen Aufrufen. Die Vorwürfe richteten sich vor allem gegen Wieners Haltung zum Gaza-Konflikt; trotz seiner Verdienste für die LGBTIQ+-Gemeinschaft erklärte der Mob: „Du gehörst hier nicht mehr hin.“

 

Trennung von Protest und Einschüchterung

Wiener betonte in seiner öffentlichen Stellungnahme, er habe nie ein Problem mit Opposition gehabt – doch physische Belästigung sei eine andere Dimension. Er wies darauf hin, dass derartige Einschüchterung demokratische Auseinandersetzung untergrabe. Unterdessen meldete der SFPD, fünf Teilnehmende nach Vandalismus und Konfrontationen mit der Polizei festgenommen zu haben.

 

Vom Hass zum Zuspruch – und Geldregen

Trotz der angespannten Situation im Dolores Park zeigte sich das Ende der Pride-Woche am Sonntag im Rahmen des offiziellen Paradenauftritts positiver. Wiener nahm unter anderem mit einem „Protect Trans Kids“-Schild am Umzug teil – wenngleich einige Passanten weiterhin buhten. Schon am Wochenende meldete sein Kampagnenteam eine rekordverdächtige Welle von Spenden: Der Tag nach der Konfrontation brachte die meisten Einzelspender seit Beginn der Kampagne.

 

Hintergrund und Ausblick

Die Konfrontationen kommen in einer Zeit, in der progressive und LGBTIQ+-Räume zunehmend auch zu Austragungsorten innerer Konflikte werden – etwa über Positionen zum Nahostkonflikt. Wiener hat seine Position im Laufe des Jahres angepasst, als er seine Haltung auf Israel zu einem späteren Zeitpunkt als „Genozid“ einstufte. Politisch könnte die Eskalation zweierlei bewirken: zum einen Spaltung innerhalb progressiver Lager, zum anderen Mobilisierung und Solidarität von Wählerinnen und Wählern, die seine Arbeit für LGBTIQ+-Rechte schätzen – was sich bereits im Spendenansturm zeigt. Die Frage bleibt, ob dieser Misston langfristig die Dynamik seiner Kandidatur verändern wird.

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