Direkt zum Inhalt

Clive Davis ist gestorben Bisexueller Musikmanager stirbt mit 94 Jahren

Von ms - 23.06.2026 - 08:00 Uhr
Clive Davis ist gestorben
Foto: IMAGO / MediaPunch
ANZEIGE
Loading audio player...

Clive Davis, der bisexuelle Musikmanager, dessen Gespür, Persönlichkeit und Instinkt den Sound des modernen amerikanischen Pop entscheidend geprägt haben, ist tot. Er wurde 94 Jahre alt. Davis starb am Montag in seinem Haus in Manhattan, wie die Associated Press berichtete. Seine Familie bestätigte den Tod in einer Mitteilung.

Das Wichtigste im Überblick

  • Musikmanager Clive Davis ist im Alter von 94 Jahren in seinem Haus in Manhattan gestorben
  • Er galt als einer der einflussreichsten „Star-Maker“ der modernen Pop- und R&B-Geschichte
  • Davis arbeitete unter anderem mit Whitney Houston, Bruce Springsteen und Aretha Franklin
  • Er war Präsident von Columbia Records und gründete später Arista Records
  • 2013 sprach er öffentlich über seine Bisexualität
  • Davis wurde 2000 in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen und erhielt mehrere Grammy Awards

Ein Leben für die Musik

Über mehr als sechs Jahrzehnte hinweg zählte Davis zu den einflussreichsten Persönlichkeiten der Musikindustrie. Als Plattenmanager war er maßgeblich am Karrierestart, an der Entwicklung oder am Comeback zahlreicher Künstler beteiligt, darunter Whitney Houston, Bruce Springsteen, Janis Joplin, Alicia Keys, Santana, Barry Manilow und Aretha Franklin. Seine Karriere umfasste Stationen bei Columbia Records, Arista Records, J Records, RCA und Sony Music.

Geboren 1932 in Brooklyn, studierte Davis an der New York University und der Harvard Law School, bevor er als Jurist zu Columbia Records kam. 1967 wurde er Präsident des Labels. Nach seinem Weggang in den 1970er-Jahren gründete er Arista Records, über das er seinen größten Einfluss auf Pop und R&B ausübte. Besonders prägend war seine Zusammenarbeit mit Whitney Houston, die er 1983 als Teenager unter Vertrag nahm. Unter seiner Betreuung entwickelte sich Houston zu eine der meistverkauften Künstlerinnen aller Zeiten.

Coming-Out in hohem Alter

Im Jahr 2000 wurde Davis in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen – als Träger des Ahmet-Ertegun-Preises für nicht auftretende Branchenpersönlichkeiten – und erhielt mehrere Grammy Awards. Seine jährliche Pre-Grammy-Gala galt als eines der wichtigsten Branchentreffen der Musikindustrie. 2013 sprach Davis zudem als einer der bekanntesten Musikmanager erstmals öffentlich über seine Bisexualität. In seiner Autobiografie „The Soundtrack of My Life“ schrieb er über Beziehungen zu Männern nach zwei Ehen mit Frauen. Bei einer Veranstaltung im 92NY sagte er: „„Ich habe mich der Möglichkeit geöffnet, eine Beziehung zu führen, die auf der Person und nicht auf dem Geschlecht basiert.“ Zudem äußerte er sich zur gesellschaftlichen Wahrnehmung bisexueller Menschen: „„Entweder bist du schwul oder hetero – oder du lügst.“ Davis hinterlässt seine vier Kinder.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

Süddeutsche ZeitungReform: Ungarn ändert umstrittenes Anti-LGBTQ-GesetzntvStammt noch von Orban-Regierung: Ungarn kippt Regeln zu Homosexualität in umstrittenem GesetzFrankfurter Allgemeine ZeitungKinderschutz: Ungarn reformiert LGBTQ-GesetzDER SPIEGELUngarn ändert umstrittenes Anti-LGBTQ-GesetzAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Sollte die geplante automatische Weitergabe sensibler Daten in Baden-Württemberg verhindert werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Andrew Scott im Aids-Drama

Erster Trailer zum Oscar-Kandidaten

Andrew Scott spielt in „Elsinore“ den Schauspieler Ian Charleson, der trotz seiner HIV-Erkrankung als Hamlet gefeiert wurde und 1990 an Aids starb.
Jugendhaft für Grindr-Räuber

Schwule Männer brutal überfallen

Ein 18-Jähriger muss nach brutalen Überfällen auf schwule Grindr-Nutzer in Berlin jetzt sechs Jahre in Jugendhaft.
Queere Schüler besser schützen

Prien fordert Schutz vor Missbrauch

Sexualisierte Gewalt bedroht insbesondere auch queere Schüler. Bundesministerin Karin Prien fordert nun verbindliche Schutzkonzepte an allen Schulen.
Ungarn kippt LGBTIQ+-Verbote

Aus für Anti-Homosexuellen-Gesetz

Ungarns Parlament hebt zentrale LGBTIQ+-Beschränkungen aus der Ära Orban auf. Die Entscheidung folgt auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs.
Schwule Liebe in Avatar-Welt

Schwules Paar begeistert Fans

„Avatar: Seven Havens“ zeigt mit Jae und Datu ein schwules Paar. Die Fans feiern die Liebesszene, während Paramount+ zwei weitere Staffeln bestätigt.
Festnahmen in Indien

Neun Verdächtige nach Mord

Nach dem Mord an dem schwulen Influencer Mad Sandhu in Indien wurden neun Männer festgenommen. Die Polizei vermutet Homophobie und Bandenkriminalität.
Missbrauchsverdacht in Italien

Hausarrest für prominenten Priester

Ein italienischer Priester steht wegen mutmaßlicher sexueller Gewalt gegen einen 20-Jährigen unter Hausarrest. Die Kirche war offenbar vorgewarnt.
Brutaler Angriff in Frankreich

Homophobe Gewalt erschüttert Paris

Nach dem Pariser Pride wurde ein LGBTIQ+-Aktivist brutal zusammengeschlagen. Menschenrechtsorganisationen fordern besseren Schutz vor Hassgewalt.
Kritik von Human Rights Watch

Olympische Jugendspiele im Senegal

Vor den Olympischen Jugendspielen gerät Senegal wegen der Verfolgung queerer Menschen unter Druck. Menschenrechtler fordern ein Ende der Repressionen.