Clive Davis ist gestorben Bisexueller Musikmanager stirbt mit 94 Jahren
Clive Davis, der bisexuelle Musikmanager, dessen Gespür, Persönlichkeit und Instinkt den Sound des modernen amerikanischen Pop entscheidend geprägt haben, ist tot. Er wurde 94 Jahre alt. Davis starb am Montag in seinem Haus in Manhattan, wie die Associated Press berichtete. Seine Familie bestätigte den Tod in einer Mitteilung.
Das Wichtigste im Überblick
- Musikmanager Clive Davis ist im Alter von 94 Jahren in seinem Haus in Manhattan gestorben
- Er galt als einer der einflussreichsten „Star-Maker“ der modernen Pop- und R&B-Geschichte
- Davis arbeitete unter anderem mit Whitney Houston, Bruce Springsteen und Aretha Franklin
- Er war Präsident von Columbia Records und gründete später Arista Records
- 2013 sprach er öffentlich über seine Bisexualität
- Davis wurde 2000 in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen und erhielt mehrere Grammy Awards
Ein Leben für die Musik
Über mehr als sechs Jahrzehnte hinweg zählte Davis zu den einflussreichsten Persönlichkeiten der Musikindustrie. Als Plattenmanager war er maßgeblich am Karrierestart, an der Entwicklung oder am Comeback zahlreicher Künstler beteiligt, darunter Whitney Houston, Bruce Springsteen, Janis Joplin, Alicia Keys, Santana, Barry Manilow und Aretha Franklin. Seine Karriere umfasste Stationen bei Columbia Records, Arista Records, J Records, RCA und Sony Music.
Geboren 1932 in Brooklyn, studierte Davis an der New York University und der Harvard Law School, bevor er als Jurist zu Columbia Records kam. 1967 wurde er Präsident des Labels. Nach seinem Weggang in den 1970er-Jahren gründete er Arista Records, über das er seinen größten Einfluss auf Pop und R&B ausübte. Besonders prägend war seine Zusammenarbeit mit Whitney Houston, die er 1983 als Teenager unter Vertrag nahm. Unter seiner Betreuung entwickelte sich Houston zu eine der meistverkauften Künstlerinnen aller Zeiten.
Coming-Out in hohem Alter
Im Jahr 2000 wurde Davis in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen – als Träger des Ahmet-Ertegun-Preises für nicht auftretende Branchenpersönlichkeiten – und erhielt mehrere Grammy Awards. Seine jährliche Pre-Grammy-Gala galt als eines der wichtigsten Branchentreffen der Musikindustrie. 2013 sprach Davis zudem als einer der bekanntesten Musikmanager erstmals öffentlich über seine Bisexualität. In seiner Autobiografie „The Soundtrack of My Life“ schrieb er über Beziehungen zu Männern nach zwei Ehen mit Frauen. Bei einer Veranstaltung im 92NY sagte er: „„Ich habe mich der Möglichkeit geöffnet, eine Beziehung zu führen, die auf der Person und nicht auf dem Geschlecht basiert.“ Zudem äußerte er sich zur gesellschaftlichen Wahrnehmung bisexueller Menschen: „„Entweder bist du schwul oder hetero – oder du lügst.“ Davis hinterlässt seine vier Kinder.