Start neuer LGBTIQ+-App Gaydar Aus der Community statt Investorenmodell
Mit „Gaydar“ ist eine neue LGBTIQ+-Dating-App gestartet, die sich nach eigenen Angaben deutlich von etablierten Plattformen unterscheiden will. Im Mittelpunkt stehen dabei Sicherheit, Authentizität und ein stärker communitybasiertes Geschäftsmodell.
Das Wichtigste im Überblick
- Neue LGBTIQ+-Dating-App „Gaydar“ offiziell gestartet
- Launch-Event im Stonewall Inn in New York
- Fokus auf Verifizierung, Sicherheit und Datenschutz
- Alle Kernfunktionen ohne Paywall nutzbar
- Unternehmen gehört LGBTIQ+-Gründern, keine externen Investoren
Authentizität und Vertrauen
Der offizielle Start der App wurde mit einer Veranstaltung im Stonewall Inn im New Yorker Stadtteil West Village begangen. Dort erhielten Gäste Einblicke in die Plattform und ihr Konzept, das stärker auf Vertrauen und Kontrolle innerhalb der Community ausgerichtet sein soll. In einer Branche, in der zunehmend über Authentizität, Datenschutz und kostenpflichtige Sicherheitsfunktionen diskutiert werde, so das Team dahinter, positionierte sich „Gaydar“ als Alternative mit einem Fokus auf grundlegende Schutzmechanismen ohne zusätzliche Kosten. Zum Launch gehörte auch ein inszeniertes Bühnenprogramm, das den Charakter einer queeren Eventnacht unterstreichen sollte und im Publikum starke Reaktionen auslöste.
Die App setzt nach Unternehmensangaben auf verpflichtende Verifizierung aller Nutzer durch Telefonnummer und Selfie-Check ohne zusätzliche Gebühren. Ergänzt wird das Angebot durch verschlüsselte Nachrichten, Schutz vor Spam und Bots, unbegrenzte Blockierfunktionen, Standortschutz sowie Echtzeit-Übersetzungen in Chats. Diese Sicherheitsfunktionen sollen dauerhaft kostenlos bleiben. „Gaydar“ richtet sich an die gesamte LGBTIQ+-Community, darunter schwule, lesbische, trans*, nicht-binäre und genderfluide Nutzerinnen und Nutzer. Individuelle Einstellungen zur Partnersuche sowie mehrsprachige Funktionen sollen eine breite Nutzung ermöglichen.
App aus der Community
Das Unternehmen betont zudem seine Eigentümerstruktur. Die App wird vollständig von LGBTIQ+-Gründern betrieben, ohne externe Investoren oder Pläne für einen Börsengang. Entscheidungen sollen intern und unabhängig getroffen werden. Der Geschäftsführer Daniel Montelongo sagte: „Jede andere Option bewegte sich in die falsche Richtung – Werbung überlagerte das Nutzererlebnis, Sicherheit wurde als Nebensache behandelt, und es gab kein echtes Vertrauen, dass die Person am anderen Ende wirklich die ist, die sie vorgibt zu sein. Die Community hat etwas Besseres verdient, und wir wussten, dass dieses Bessere aus der Community selbst kommen muss.“
Mit dem Start tritt „Gaydar“ in einen bereits stark besetzten Markt für Dating-Apps ein. Das Unternehmen setzt dabei weniger auf neue Matching-Technologien als auf ein Versprechen von mehr Sicherheit, Transparenz und Kontrolle für die Nutzenden. Ob sich dieser Ansatz langfristig durchsetzen kann, ist offen. Die App knüpft jedoch an eine zunehmende Debatte innerhalb der LGBTIQ+-Community über sichere digitale Räume und vertrauenswürdige Plattformen an.
Der Name „Gaydar“ ist indes nicht neu: Bereits 1999 ging in Großbritannien ein gleichnamiger Datingdienst für schwule Männer online, der später auch als App verfügbar war und eine Zeit lang zu den frühen großen Plattformen der Szene zählte. Ob zwischen dem historischen Angebot und der neu gestarteten App eine Verbindung besteht, ist nicht ersichtlich. Nach aktuellem Stand handelt es sich vielmehr um ein eigenständiges neues Projekt, das den bekannten Begriff erneut als Markenname nutzt.