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Einsamkeit unter Jugendlichen
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Einsamkeit unter Jugendlichen Queere junge Menschen besonders betroffen

ms - 22.06.2026 - 11:00 Uhr
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Mit einer bundesweiten Aktionswoche und dem Start einer neuen Allianz gegen Einsamkeit wollen Bund, Länder, Kommunen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft dem wachsenden Problem sozialer Isolation begegnen. Die Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ findet vom heute an bis zum 28. Juni bereits zum vierten Mal statt. Zum Auftakt wird bei einer Konferenz in Berlin die vom Bundesfamilienministerium initiierte Allianz gegen Einsamkeit offiziell gestartet.

Das Wichtigste im Überblick

  • Bundesweite Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ läuft vom 22. bis 28. Juni 2026.
  • In Berlin startet die neue Allianz gegen Einsamkeit mit mehr als 100 Erstunterzeichnenden.
  • Ziel ist es, Einsamkeit vorzubeugen, Betroffene zu unterstützen und erfolgreiche Projekte besser zu vernetzen.
  • Besonders junge Menschen gelten als zunehmend von Einsamkeit betroffen.
  • LGBTIQ+-Jugendliche sind aufgrund von Ausgrenzung, Diskriminierung und fehlenden sozialen Netzwerken überdurchschnittlich gefährdet.

Fokus auf junge und queere Menschen

Mehr als 100 Erstunterzeichner unterstützen die Initiative. Ziel ist es, Aktivitäten zur Vorbeugung und Linderung von Einsamkeit dauerhaft in der Gesellschaft zu verankern und sichtbarer zu machen. Die Bedeutung des Themas hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Besonders bei jungen Menschen wird Einsamkeit zunehmend als gesellschaftliche Herausforderung wahrgenommen. Fachleute weisen darauf hin, dass soziale Isolation nicht nur das persönliche Wohlbefinden beeinträchtigt, sondern auch Auswirkungen auf Gesundheit, Bildungschancen und gesellschaftliche Teilhabe haben kann.

Besonders betroffen sind häufig LGBTIQ+-Jugendliche. Sie erleben überdurchschnittlich oft Ausgrenzung, Diskriminierung oder fehlende Akzeptanz im familiären, schulischen oder sozialen Umfeld. Hinzu kommt, dass viele queere Jugendliche nur schwer Zugang zu Gleichgesinnten finden oder ihre Identität aus Angst vor Ablehnung verbergen. Dadurch steigt das Risiko für Einsamkeit erheblich. Fachleute sehen deshalb niedrigschwellige Begegnungsangebote, queere Jugendtreffs, Beratungsangebote sowie sichere Räume in Schulen und Vereinen als wichtige Instrumente, um soziale Isolation zu verhindern.

Die Aktionswoche soll genau solche Begegnungen fördern. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto „Gemeinsam was bewegen – wir wollen unsere soziale Fitness trainieren“. In allen Bundesländern sind Veranstaltungen geplant. Gleichzeitig erhalten Träger und Kommunen die Möglichkeit, bestehende Angebote sichtbar zu machen und sich als Orte der Gemeinschaft zu präsentieren.

Einsamkeit in allen Lebensphasen 

Bundesfamilienministerin Karin Prien betonte die gesellschaftliche Dimension des Problems: „Einsamkeit kann Menschen in allen Lebensphasen treffen - oft mit weitreichenden Folgen - für die Betroffenen ebenso wie für unser Miteinander. Umso wichtiger ist es, Kräfte zu bündeln und gemeinsam zu handeln. Mit der Allianz gegen Einsamkeit schaffen wir ein starkes Netzwerk aus Politik, Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft, Gesundheitswesen, Ländern und Kommunen.“ Weiter erklärte die Ministerin: „Unser gemeinsames Ziel ist es, Einsamkeit vorzubeugen, Betroffene besser zu unterstützen und das Bewusstsein für das Thema in der Gesellschaft zu stärken. Die Allianz trägt dazu bei, gute Angebote sichtbarer zu machen, neue Initiativen anzustoßen und erfolgreiche Ansätze stärker zu vernetzen.“

Nach Angaben des Bundesfamilienministeriums soll die Allianz Akteure aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Gesundheitswesen und Zivilgesellschaft zusammenbringen. Der Bund wolle dafür die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen – unter anderem durch die Förderung von Forschung, den Austausch zwischen den Beteiligten sowie Modellprojekte für wirksame Maßnahmen gegen Einsamkeit.

Großer Handlungsbedarf

Auch Dr. Irina Volf, Direktorin des Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V., sieht Handlungsbedarf über viele gesellschaftliche Bereiche hinweg. „Einsamkeit ist ein soziales, gesundheitliches und gesellschaftliches Thema. Sie betrifft Menschen in verschiedenen Lebensbereichen und -phasen. Die Vorbeugung und Linderung von Einsamkeit müssen daher übergreifend in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen gedacht und angegangen werden.“ Die Konferenz „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ bringt nach ihren Worten Akteurinnen und Akteure aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Praxis und Politik zusammen. „Sie soll Engagement, Wissen und Potenziale der Mitglieder bündeln, um die Vorbeugung und Linderung von Einsamkeit in Deutschland zu verbessern und das soziale Miteinander zu stärken.“

Begegnungen und Vernetzung 

Als konkrete Ansätze gegen Einsamkeit gelten nach Einschätzung von Fachleuten lokale Begegnungsorte, niedrigschwellige Beratungsangebote, ehrenamtliches Engagement, digitale und analoge Vernetzungsangebote sowie gezielte Hilfen für besonders gefährdete Gruppen. Für queere Jugendliche spielen dabei sichere soziale Räume und sichtbare Unterstützungsstrukturen eine besondere Rolle. Sie können helfen, Isolation zu überwinden und soziale Kontakte aufzubauen. 

Ein weiteres Zeichen gegen Einsamkeit setzt das Bundesfamilienministerium mit dem erstmals verliehenen Deutschen Gemeinsamkeitspreis. Ausgezeichnet werden Projekte, Organisationen und Initiativen, die sich gegen Einsamkeit engagieren und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern. Die Bewerbung ist bis zum 16. August 2026 möglich. Die Schirmherrschaft übernimmt im ersten Jahr Bundesfamilienministerin Karin Prien. Die 5. Konferenz „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ findet am 22. Juni ab 13.00 Uhr im Berliner Konferenzzentrum KOM27 statt. Teile der Veranstaltung werden live im Internet übertragen. Ziel der Konferenz ist es, Wege aufzuzeigen, wie Einsamkeit wirksam vorgebeugt und gesellschaftliche Verbundenheit gestärkt werden kann. Gerade für junge Menschen und besonders für viele LGBTIQ+-Jugendliche gilt dies als eine der zentralen sozialen Herausforderungen der kommenden Jahre.

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