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Klage gegen queeren US-Verband Verbraucherschutzbehörde und Bundesstaaten klagen gegen WPATH

Von ms - 19.06.2026 - 12:30 Uhr
Klage gegen queeren Verband
Foto: iStock / AndreyPopov
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Die US-Verbraucherschutzbehörde Federal Trade Commission (FTC) und die Bundesstaaten Alaska, Iowa, Nebraska und Texas haben Klage gegen die World Professional Association for Transgender Health (WPATH) erhoben. Die Kläger werfen der Organisation vor, bei Aussagen über geschlechtsangleichende Behandlungen für Minderjährige irreführende Angaben gemacht zu haben. Die Organisation hat bereits angekündigt, sich dagegen zu wehren. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC und vier Bundesstaaten haben Klage gegen die World Professional Association for Transgender Health (WPATH) eingereicht.
  • Der Organisation wird vorgeworfen, irreführende Aussagen über geschlechtsangleichende Behandlungen bei Minderjährigen gemacht zu haben.
  • Die Kläger behaupten zudem, WPATH habe finanziell von diesen Angaben profitiert.
  • Die Klage ist Teil einer Reihe von Maßnahmen der Trump-Regierung gegen geschlechtsangleichende Gesundheitsversorgung.
  • WPATH weist die Vorwürfe zurück und spricht von einem politisch motivierten Angriff.

US-Agenda vor Gericht 

Darüber hinaus soll WPATH nach Darstellung der Kläger wirtschaftlich von diesen Behauptungen profitiert haben. Die Klage gilt als jüngster Schritt der Regierung von US-Präsident Donald Trump, den Zugang zu geschlechtsangleichender Gesundheitsversorgung einzuschränken. Queere Verbände wie die Organisation GLAAD kritisieren das Vorhaben mit scharfen Worten.  Ein Sprecher der FTC verteidigte das Vorgehen der Behörde indes auf der Plattform X. „Eltern haben das Recht, fundierte Entscheidungen über die Gesundheit ihrer Kinder zu treffen. Die FTC wird nicht zulassen, dass Eltern und Kinder von medizinischen Organisationen und Anbietern getäuscht werden, die Gewinne über die Gesundheit und Sicherheit von Kindern stellen.“ Der Klage vorausgegangen war eine Untersuchung der FTC gegen WPATH. Diese konnte jedoch nicht abgeschlossen werden, nachdem ein Bundesrichter im Mai eine vorläufige Verfügung erlassen hatte, die Ermittlungen zunächst auszusetzen. WPATH hatte gegen die Untersuchung geklagt und argumentiert, die Behörde verletze die durch den ersten Zusatzartikel der US-Verfassung geschützten Rechte auf freie Meinungsäußerung.

Weitere Fachverbände im Visier

Die Ermittlungen gegen WPATH sind Teil eines breiteren Vorgehens der FTC. Die Behörde leitete auch Untersuchungen gegen die Endocrine Society sowie die American Academy of Pediatrics ein. Im Mittelpunkt stehen dabei die medizinischen Leitlinien, die beide Organisationen für geschlechtsangleichende Behandlungen entwickelt haben. Auch diese Fachverbände haben rechtliche Schritte eingeleitet, um die Untersuchungen stoppen zu lassen. Die World Professional Association for Transgender Health entwickelt seit mehr als fünf Jahrzehnten medizinische Standards für geschlechtsangleichende Gesundheitsversorgung. Nach Angaben von WPATH beruhet die interne Vorgehensweise auf „etablierte wissenschaftliche Standards, Expertenkonsens und patientenzentrierten Werten“.

Verband weist Vorwürfe zurück

In einer Stellungnahme reagierte WPATH scharf auf die neue Klage und wies die Vorwürfe zurück. „WPATH befindet sich in einer starken Position, um nachzuweisen, dass die FTC aus reiner Vergeltung handelt. Dies ist Teil der unerbittlichen und gezielten Kampagne der Regierung, geschlechtsangleichende Gesundheitsversorgung zu untergraben, indem die durch den ersten Verfassungszusatz geschützten Rechte und die Unabhängigkeit professioneller medizinischer Organisationen angegriffen werden.“ Die Organisation sieht das Vorgehen der Behörde demnach als Teil einer politischen Strategie gegen geschlechtsangleichende Behandlungen. WPATH kündigte zugleich an, sich auch gegen die neue Klage juristisch zur Wehr zu setzen. „Wir erwarten dasselbe Ergebnis, wenn wir uns gegen diesen jüngsten Angriff auf WPATH und seine Mission verteidigen, eine evidenzbasierte Versorgung und Orientierungshilfe für Ärztinnen, Ärzte und ihre Patientinnen und Patienten zu fördern.“

Der Rechtsstreit dürfte die politische und medizinische Debatte über geschlechtsangleichende Behandlungen in den Vereinigten Staaten weiter verschärfen. Während die Trump-Regierung und die beteiligten Bundesstaaten die wissenschaftliche Grundlage entsprechender Behandlungen infrage stellen, verweisen WPATH und andere medizinische Fachverbände auf etablierte Leitlinien und langjährige Forschung. Mit der Klage gegen WPATH erreicht die Auseinandersetzung nun eine neue Stufe. Über die Vorwürfe und die Rechtmäßigkeit des Vorgehens wird voraussichtlich die Justiz entscheiden.

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