Frauen-Paar verklagt Casino Streit um Verantwortung und Folgen nach brutalem Angriff
Ein lesbisches Ehepaar hat nach einem homophoben Angriff vor dem MGM Grand Detroit Klage gegen den Casino-Betreiber MGM Resorts International eingereicht. Nach Darstellung der beiden Frauen soll eine von ihnen bei der Attacke schwere Verletzungen erlitten haben. Zugleich werfen sie dem Sicherheitsdienst vor, den Angriff beobachtet und nicht eingegriffen zu haben.
Das Wichtigste im Überblick
- Ein lesbisches Ehepaar verklagt MGM Resorts International nach einem mutmaßlich homosexuellenfeindlichen Angriff vor dem MGM Grand Detroit.
- Celia Haueter soll bei der Attacke rund fünf Minuten bewusstlos gewesen sein und ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten haben.
- Die Frauen werfen dem Sicherheitsdienst vor, trotz Kenntnis des Angriffs nicht eingegriffen zu haben.
- Ein Verdächtiger wurde festgenommen und bekannte sich schließlich zu einem Hassverbrechen mit Gewaltbezug schuldig.
- Er wurde im März zu zwei Jahren Bewährung verurteilt.
- Das Paar geht nun zusätzlich zivilrechtlich gegen den mutmaßlichen Täter und MGM vor.
Schwere Verletzungen nach der Attacke
Nach Angaben der Klageschrift warteten Chelsi Way, ihre Ehefrau Celia Haueter, Ways Bruder und dessen Partner nach einem Konzert im Juni 2025 auf den Parkservice des Casinos. In dieser Situation seien zwei Männer auf die Gruppe zugekommen. Einer der Männer soll die Gruppe zunächst mit seinem Mobiltelefon gefilmt haben. Anschließend habe er homophobe Beleidigungen gerufen, sich über Pronomen lustig gemacht und den gewalttätigen Angriff begonnen.
Haueter wurde den Angaben zufolge etwa fünf Minuten lang bewusstlos. Sie erlitt demnach eine schwere Gehirnerschütterung und ein Schädel-Hirn-Trauma. Hinzu kamen Gesichtsverletzungen, die genäht werden mussten, eine posttraumatische Belastungsstörung, Gedächtnisverlust, starke Kopfschmerzen und anhaltende Sprachprobleme. Way sagt, ihre Ehefrau habe seit dem Angriff Schwierigkeiten, wieder zu einem normalen Alltag zurückzufinden. „Der Arzt sagte ihr im Krankenhaus buchstäblich, dass ihr Gehirn hätte abgetrennt werden können, wenn er sie noch härter getroffen hätte“, so Way gegenüber dem Sender CBS Detroit.
Vorwürfe gegen den Casino-Betreiber
Nach Darstellung des Paares wurde der Sicherheitsdienst über die Attacke informiert. Die Mitarbeiter hätten jedoch nicht eingegriffen. Stattdessen hätten sie den Angriff selbst mit Mobiltelefonen aufgenommen. Way erinnerte sich daran, wie ihre Ehefrau bewusstlos in einer Blutlache gelegen habe. Die Casino-Mitarbeiter hätten ihr zufolge lediglich einen Stuhl und Papiertücher angeboten. „Da waren so viele Männer draußen … und die einzigen Menschen, die überhaupt versucht haben, uns zu helfen, waren die Gäste, die draußen standen“, sagte Way dem Detroit News.
In ihrer Klage erhebt das Paar weitere Vorwürfe gegen MGM. Demnach soll der Casino-Betreiber dem mutmaßlichen Angreifer trotz Anzeichen einer Alkoholisierung weiterhin Alkohol ausgeschenkt haben. Außerdem habe MGM nach Darstellung der Klägerinnen keine angemessenen Maßnahmen getroffen, um die Sicherheit seiner Gäste zu gewährleisten.
Der Anwalt des Paares, Jim Rasor, sagte den Detroit News: „Der Sicherheitsdienst wusste davon; sie beobachteten, was geschah. Sie hatten die Pflicht, die Polizei zu rufen und das Gelände zu überwachen, und die Pflicht, angemessene Maßnahmen zu ergreifen, wenn sie von gewalttätigem kriminellem Verhalten auf ihrem Gelände wussten. Sie haben nichts getan … Das ist nicht das erste Mal. Das ist nicht das zweite Mal. Sie wissen, dass ihre Einrichtungen gefährlich sind, und sie tun nichts, um ihre Gäste zu schützen, nicht einmal die Polizei zu rufen.“
Verdächtiger bekommt Bewährungsstrafe
Einer der mutmaßlichen Angreifer, William James Wilson aus Fort Worth im US-Bundesstaat Texas, wurde später festgenommen. Way hatte ihn nach eigenen Angaben über mehrere Kilometer verfolgt und die Polizei zu seinem Aufenthaltsort geführt. Wilson war zunächst mit mehreren Anklagen wegen Körperverletzung und Hassverbrechen konfrontiert. Im weiteren Verlauf bekannte er sich jedoch im Rahmen einer Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft zu einem einzigen Hassverbrechen mit Gewaltbezug schuldig. Die übrigen sieben Anklagepunkte wurden im Rahmen der Vereinbarung fallengelassen. Im März wurde Wilson daraufhin zu zwei Jahren Bewährung verurteilt. Mit den neuen Klagen wollen Way und Haueter nun auch zivilrechtlich gegen Wilson und MGM vorgehen. Das Paar ist der Ansicht, dass das Ergebnis des Strafverfahrens die Schwere des Angriffs und dessen langfristige Auswirkungen auf ihr Leben nicht angemessen widerspiegelt.