Direkt zum Inhalt

David Hockney ist tot Kunstwelt ehrt Vermächtnis eines Ausnahmekünstlers

Von ms - 12.06.2026 - 13:50 Uhr
David Hockney ist tot
Foto: IMAGO / Sven Simon
ANZEIGE
Loading audio player...

Der britische Maler David Hockney ist tot. Wie die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf seinen Publizisten berichtete, starb der Künstler kurz vor seinem 89. Geburtstag friedlich in seinem Zuhause.

Das Wichtigste im Überblick

  • Der britische Künstler David Hockney ist im Alter von 88 Jahren gestorben.
  • Bekannt wurde er weltweit durch seine farbenintensiven Porträts und Swimmingpool-Gemälde.
  • Hockney galt als einer der prägendsten Vertreter der zeitgenössischen Kunst.
  • Ein Werk des Künstlers erzielte 2018 bei einer Auktion 90 Millionen US-Dollar.
  • Hockney lebte über viele Jahre zwischen Großbritannien und Kalifornien.
  • Er sprach offen über seine Homosexualität – auch zu einer Zeit, als diese in Großbritannien noch strafbar war.

Beliebtester Künstler des 20. Jahrhunderts

Hockney zählte über Jahrzehnte hinweg zu den herausragenden Persönlichkeiten der internationalen Kunstszene. Weltweite Bekanntheit erlangte er insbesondere durch seine leuchtenden Darstellungen von Swimmingpools, die mit ihrem unverwechselbaren Zusammenspiel von Licht, Wasser und Farbe zu seinem Markenzeichen wurden. Daneben schuf er zahlreiche Porträts, Landschaften und experimentelle Arbeiten, die ihn zu einer der prägenden Figuren der zeitgenössischen Kunst machten.

In einer ersten Stellungnahme würdigten Wegbegleiter den Künstler mit den Worten: „David Hockneys bleibendes Vermächtnis spiegelt seine grundlegende Lebensfreude, seinen herausragenden Sinn für Humor, seine immense Großzügigkeit und seine forschende Neugierde wider.“ Die britische Tate Gallery bezeichnete Hockney einst als „vielleicht beliebtesten und vielseitigsten Künstler des 20. Jahrhunderts“. Seine Werke sind heute in bedeutenden Museen rund um den Globus vertreten und gehören zu den bekanntesten Beispielen moderner Kunst, Auch auf dem Kunstmarkt setzte Hockney Maßstäbe. Im Jahr 2018 wurde eines seiner berühmten Swimmingpool-Gemälde beim Auktionshaus Christie’s für 90 Millionen US-Dollar versteigert. Damit handelte es sich damals um das teuerste Werk eines lebenden Künstlers, das jemals bei einer Auktion verkauft worden war.

Leben als offen schwuler Mann

Geboren wurde David Hockney am 9. Juli 1937 in Bradford im Norden Englands. Seine Kindheit verbrachte er in den von Entbehrungen geprägten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Nach ersten Erfolgen und seiner ersten Einzelausstellung Anfang der 1960er-Jahre zog es ihn nach Hollywood. In den folgenden Jahrzehnten pendelte er zwischen Großbritannien und Kalifornien, wo er einen großen Teil seines Lebens verbrachte.

Besonders Los Angeles wurde für Hockney zu einem Ort persönlicher und künstlerischer Freiheit. Der Künstler machte nie einen Hehl daraus, dass er schwul war – selbst in einer Zeit, in der Homosexualität in Großbritannien noch gesetzlich verboten war. Sein Haus in Los Angeles mit der markanten blauen Terrasse und den roten Blumentöpfen tauchte immer wieder als Motiv in seinen Arbeiten auf und wurde Teil seines künstlerischen Kosmos, ebenso wie einzelne nackte Männer in seinen Werken. Mit David Hockney verliert die Kunstwelt einen Künstler, dessen Werke Generationen geprägt haben. Seine unverwechselbare Bildsprache, seine Experimentierfreude und sein Einfluss auf die moderne Kunst werden weit über seinen Tod hinaus Bestand haben.

Anzeige

Auch Interessant

Gen Z altert schneller

Studie zeigt beschleunigtes Altern

Neue Studien deuten darauf hin, dass die queer-affine Gen-Z biologisch schneller altert. Die Hintergründe dafür sind noch nicht final erklärt.
Proteste gegen Harry Potter

Aktion gegen Lichter-Show in London

Aktivisten fordern ein Verbot der Harry-Potter-Weihnachtsbeleuchtung in London. Grund ist die Kritik an J. K. Rowlings Haltung zu trans* Rechten.
Rücktritt von Bärbel Bas

Eine Verbündete der Community

Bärbel Bas zieht sich nach einem familiären Verlust zurück. Für LGBTIQ+ setzte sie Zeichen – auch im Interview mit SCHWULISSIMO.
Krise in Frankreich

Linke im Homophobie-Dilemma

Kritik an Frankreichs Linkspartei LFI wegen ihrer Nähe zur senegalesischen Regierung, die derzeit verstärkt Homosexuelle im eigenen Land verfolgt.
Neuanfang im Staatsrundfunk

Wie Ungarn die Medien kontrollierte

Nach Jahren politischer Einflussnahme unter Orbán wird Ungarns Staatsrundfunk reformiert. Auch die Berichterstattung über LGBTIQ+ steht im Fokus.
Eklat in Tennessee

Urteil nach Mord aufgehoben

Ein US-Gericht hebt die Verurteilung eines Mannes auf, der eine trans* Frau erschoss. Ihre Geschlechtsidentität soll im Prozess berücksichtigt werden.
Überraschender Trend

Bisexualität stark rückläufig

In den USA bezeichnen sich deutlich weniger junge Menschen als homo- oder bisexuell, vor allem Mädchen. Forscher rätseln über die Ursachen.
Neue Wege in der Kirche

Papst Leo mahnt zur Offenheit

Papst Leo fordert einen offeneren Umgang mit familiären Krisen und neuen Lebensmodellen, LGBTIQ+ nennt er aber nicht explizit.
Neue Meldeverordnung In BW

Queere Verbände schlagen Alarm

Eine neue Meldeverordnung in Baden-Württemberg sorgt für Kritik. Eine Petition soll jetzt die automatische Weitergabe sensibler Daten verhindern.