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Marihuana macht schwul "Echte" Männer rauchen nur Tabak, rät ein US-Prediger

Von ms - 04.06.2026 - 16:00 Uhr
Marihuana macht schwul
Foto: iStock / Bojanikus
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Mit einem auf der Plattform X veröffentlichten Video hat der christliche. Reichenweitenstark US-Pastor Joel Webbon heftige Reaktionen ausgelöst. Darin vertritt er die Ansicht, dass der Konsum von Marihuana Männer „spirituell schwul“ mache, und ruft deswegen christliche Männer dazu auf, Tabak und Nikotin als Weg zurück zu mehr Männlichkeit zu nutzen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Der christliche Pastor Joel Webbon behauptet, Marihuana mache Männer „spirituell schwul“.
  • In einem Video auf X wirbt er stattdessen für Tabak und Nikotin als Ausdruck von Männlichkeit.
  • Webbon stellt gesundheitliche Risiken des Rauchens infrage und bezeichnet Anti-Raucher-Kampagnen als Propaganda.
  • Er behauptet zudem, die Legalisierung von Cannabis habe Männer weniger ehrgeizig und weniger männlich gemacht.
  • Kritiker werfen ihm homophobe Aussagen, Verschwörungstheorien und die Verharmlosung von Nikotinsucht vor.

Marihuana und mangelnde Männlichkeit

In dem Video verknüpft Webbon Cannabis mit traditionellen Geschlechterstereotypen und erklärt so weiter: „Es macht dich weniger männlich, dafür weiblicher, weich und schwul – zumindest auf alle Fälle spirituell schwul“, so Webbon über Marihuana. Zugleich behauptet er, die Droge führe dazu, dass Männer ihre Ziele aus den Augen verlören. „Marihuana führt dazu, dass man sich nicht fokussiert, sich nicht festlegt und nicht ehrgeizig ist. Es macht dich benebelt, verschwommen, faul und ambitionslos.“

Neben seiner Kritik an Cannabis stellt Webbon auch etablierte Erkenntnisse über die Gesundheitsrisiken des Rauchens infrage. Anti-Raucher-Kampagnen bezeichnete er als Teil einer groß angelegten Propagandastrategie: „Ich denke, eine der größten Propaganda-Storys, die wir in den letzten 50 bis 60 Jahren erlebt haben, ist der Krieg gegen Tabak und Nikotin – die Behauptung, Tabak und Nikotin seien das Schlimmste auf der Welt, würden dich umbringen und Krebs verursachen. Das glaube ich nicht.“ Nach seiner Darstellung seien nicht Tabak und Nikotin selbst für Krebserkrankungen verantwortlich, sondern Pestizide und andere Chemikalien, die beim Anbau von Tabakpflanzen eingesetzt würden.

Regierung wolle Männer kontrollieren

Im weiteren Verlauf des Videos behauptet Webbon, der online eine große Fangemeinde christlicher Anhänger hat, staatliche Stellen hätten ein Interesse daran, Menschen vom Tabakkonsum abzuhalten. Seiner Ansicht nach würden Männer, die Nikotin konsumieren, unabhängiger und schwerer beeinflussbar werden. Die Regierung habe deshalb ein „Eigeninteresse“ daran, diese Entwicklung zu verhindern, da solche Männer „schwerer zu kontrollieren“ und „schwerer zu manipulieren“ seien.

Während seiner Ausführungen blendet Webbon mehrfach Screenshots von zweifelhaften „Studien“ zu Nikotin ein, die seine Argumentation untermauern sollen. Zugleich vertritt er die These, die zunehmende Legalisierung von Marihuana sei auch deshalb vorangetrieben worden, weil Cannabis Männer weniger männlich und weniger ehrgeizig mache. Während viele Menschen online die absurden Theorien eher als Belustigung empfinden, warnen andere davor, den Tabakkonsum nicht zu verharmlosen. 

„Nikotin-Männer“ gegen „Kiffer-Jungs“

Webbon fasst seine Sichtweise schlussendlich in einem eingängigen Slogan zusammen: „Harte Zeiten schaffen Nikotin-Männer“, sagt er. Dem gegenüber stellt er sogenannte „Kiffer-Jungs“, die seiner Auffassung nach „die Welt ruinieren“. Darüber hinaus beschreibt er Nikotin als eine Substanz, die „das Land aufgebaut“ habe und dazu beitragen könne, das Land wieder „zu retten“. Seine Aussagen verknüpft er mit einer breiteren kulturpolitischen Debatte darüber, welche Eigenschaften Männer seiner Meinung nach besitzen sollten – Homosexualität gehört selbstverständlich nicht dazu.

Joel Webbon ist ein US-amerikanischer Pastor, der dem rechtskonservativen Spektrum zugerechnet wird. Bekannt wurde er vor allem durch provokante Kommentare zu gesellschaftspolitischen Themen in sozialen Medien. Er wird mit christlich-nationalistischen Positionen in Verbindung gebracht und argumentiert häufig aus einer Perspektive, die gesellschaftliche Entwicklungen anhand von Vorstellungen von „Männlichkeit“ und „moralischem Verfall“ bewertet. Webbon gilt als Teil eines größeren Netzwerks religiöser Influencer, die soziale Medien nutzen, um ihre Botschaften einem breiten Publikum zugänglich zu machen. In der Vergangenheit wurde er wiederholt wegen extremistischer Aussagen sowie verschwörungstheoretischer Behauptungen über Minderheiten kritisiert.

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