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Tatort Schule Anstieg bei homo- und transfeindlichen Vorfällen in Großbritannien

Von ms - 28.05.2026 - 13:30 Uhr
Tatort Schule
Foto: iStock / monkeybusinessimages
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Schulen in England haben in den vergangenen fünf Jahren deutlich mehr Suspendierungen wegen homo-, trans*- und behindertenfeindlicher Übergriffe sowie aufgrund von rassistischen Vorfällen ausgesprochen. Das geht aus Daten des britischen Bildungsministeriums hervor. Innerhalb von nur vier Jahren wurde ein Anstieg von über 460 Prozent bei den Suspendierungen verzeichnet.

Das Wichtigste im Überblick

  • Schulen in England verzeichneten in den vergangenen Jahren einen starken Anstieg von Suspendierungen wegen homo- und transfeindlicher Übergriffe.
  • Zwischen 2020/21 und 2024/25 wurden mehr als 13.000 entsprechende Vorfälle registriert.
  • Die Zahl der Suspendierungen wegen Übergriffen im Zusammenhang mit sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität stieg von 193 Fällen im Jahr 2021 auf 1.085 im Jahr 2025.
  • Fachleute sehen gesellschaftliche Entwicklungen und den Abbau von Anti-Mobbing-Angeboten als Ursachen.
  • Das britische Bildungsministerium bezeichnete die Zahlen als „schockierend“.

Massiver Anstieg in vier Jahren

Demnach registrierten Schulen zwischen den Schuljahren 2020/21 und 2024/25 mehr als 13.000 Fälle von homo- oder transfeindlichen Übergriffen. Die Statistik umfasst rund 13.000 Suspendierungen sowie 88 dauerhafte Schulausschlüsse. Besonders stark stieg die Zahl der Suspendierungen wegen Vorfällen im Zusammenhang mit sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität an. Während im Jahr 2021 noch 193 Fälle erfasst wurden, waren es ein Jahr später bereits 868. Im Jahr 2025 wurden schließlich 1.085 Fälle registriert, ein Plus von 462 Prozent. 

Darüber hinaus gab es zwischen Herbst 2021 und Sommer 2025 mehr als 55.000 Suspendierungen wegen rassistischer Übergriffe sowie rund 1.600 wegen behindertenfeindlicher Vorfälle. Ein Bericht zu den Zahlen führt den Anstieg unter anderem auf einen Rückgang von Anti-Mobbing-Angeboten sowie auf gesellschaftliche Entwicklungen zurück. Das britische Bildungsministerium bezeichnete die Zahlen als „schockierend“ und erklärte, Schulen würden fachliche Unterstützung erhalten, um gegen die Vorfälle vorzugehen.

Enorme gesellschaftliche Herausforderungen

Kirsten Coutts, deren autistischer Sohn Sam nach behindertenfeindlichem Mobbing Suizid beging, erklärte gegenüber der BBC, die Zahlen seien „erschreckend, aber nicht überraschend“. Und weiter: „Er fragte mich, wie ich mich fühlen würde, wenn jemand sagen würde, dass alles an dir falsch ist und nichts an dir richtig“, sagte sie. „Es ist schwer auszudrücken, wie sich das alles anfühlt, dafür gibt es keine Worte – alle sind zerbrochen. Ich bin seine Mutter, und das widerspricht dem natürlichen Lauf der Dinge.“ Zudem betonte Coutts: „Etwas muss sich ändern. Lehrkräfte sollten mehr Unterstützung erhalten, und Eltern müssten mehr tun, damit ihre Kinder sich nicht so verhalten – es beginnt zu Hause.“

Pepe Di’lasio, Generalsekretär der Association of School and College Leaders, erklärte gegenüber der BBC, Schulen hätten Suspendierungen lediglich als „letztes Mittel“ eingesetzt. „Die Probleme, die wir beobachten, sind enorme gesellschaftliche Herausforderungen, die nicht allein im Klassenzimmer gelöst werden können“, sagte Di’lasio. „Es fühlt sich so an, als würden wir in einer zunehmend rauen Zeit leben.“

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