Ehrung von Georg Uecker Würdigung für besonderen Einsatz für queere Sichtbarkeit
Schauspieler Georg Uecker (63) wird für sein gesellschaftliches Engagement und seinen Einsatz für die Sichtbarkeit queerer Menschen mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Wie die Düsseldorfer Staatskanzlei mitteilte, gehört der 63-Jährige zu insgesamt 15 Persönlichkeiten, die Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) kommende Woche am Dienstag (2. Juni) ehren will. Weitere Preisträger sind Entertainer Ralph Morgenstern und Grünen-Politiker Volker Beck.
Das Wichtigste im Überblick
- Schauspieler Georg Uecker erhält den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen.
- Ebenfalls ausgezeichnet werden „Lindenstraße“-Erfinder Hans W. Geißendörfer und Schauspieler Claus Vinçon.
- Weitere Preisträger sind Volker Beck und Ralph Morgenstern.
- Die Ehrung würdigt ihren Einsatz für Vielfalt, Akzeptanz und die Gleichberechtigung queerer Menschen.
- Uecker schrieb 1990 mit dem ersten schwulen Männerkuss im deutschen Fernsehen TV-Geschichte.
- Ministerpräsident Hendrik Wüst überreicht die Orden am 2. Juni in Düsseldorf.
Besondere Würdigung
Mit der Auszeichnung würdigt das Bundesland Menschen, die sich in besonderer Weise für ein offenes, vielfältiges und respektvolles Miteinander engagiert und die Gleichberechtigung queerer Menschen gefördert haben. Uecker wurde vor allem durch seine Rolle als Carsten Flöter in der ARD-Serie „Lindenstraße“ bekannt. Fernsehgeschichte schrieb die Serie im Jahr 1990 mit dem ersten Kuss zwischen zwei schwulen Männern im deutschen Fernsehen. Die Szene zwischen Ueckers Figur und Robert Engel, gespielt von Martin Armknecht, sorgte damals bundesweit für Diskussionen und galt als Tabubruch.
Nach Angaben der Staatskanzlei engagiert sich Uecker seit vielen Jahren auch außerhalb des Fernsehens öffentlich für die queere Community. Ein besonderer Schwerpunkt liege dabei auf der HIV- und Aids-Prävention. Uecker machte 2016 im Interview mit SCHWULISSIMO seine eigene HIV-Erkrankung öffentlich und sorgte damit für viel Aufsehen – bereut hat er sein Outing als HIV-Positiver trotzdem nie. Später kämpfte er außerdem insgesamt fünf Jahre gegen Lymphknotenkrebs an. Uecker zog sich in den letzten Jahren weitestgehend aus der Öffentlichkeit zurück und trat nur alle paar Jahre wie bei der Kölner Aids-Gala öffentlich in Erscheinung.
Weitere Preisträger
Neben Uecker werden auch „Lindenstraße“-Erfinder Hans W. Geißendörfer sowie Schauspieler Claus Vinçon mit dem Verdienstorden ausgezeichnet. Geißendörfer wird unter anderem dafür gewürdigt, gesellschaftliche Themen wie Aids und gleichgeschlechtliche Liebe früh in der Serie aufgegriffen zu haben. Zudem setzt sich der 85-Jährige für den Filmnachwuchs und den Erhalt des deutschen Filmerbes ein. Auch Vinçon engagiert sich nach Angaben der Staatskanzlei seit Jahren öffentlich für queere Anliegen sowie für Aufklärung und Präventionsarbeit im Zusammenhang mit HIV und Aids. Zu den weiteren Geehrten gehören unter anderem der Grünen-Politiker Volker Beck sowie Moderator Ralph Morgenstern.