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Eklat um Schule in Mississippi Deadnaming und Fotobearbeitung bei queerem Elite-Schüler

Von ms - 21.05.2026 - 12:00 Uhr
Kritik an Schule in Mississippi
Foto: Wikipedia / FEMA Photo Library / Tim Burkitt
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Eine Highschool im US-Bundesstaat Mississippi sieht sich nach einem Beitrag in sozialen Netzwerken mit heftiger Kritik konfrontiert. Die D'Iberville High School in Biloxi hatte ihren Jahrgangszweiten Jonas Hole in einem Facebook-Post gewürdigt, dabei jedoch seinen früheren Namen verwendet.

Das Wichtigste im Überblick

  • Eine Highschool in Mississippi gerät wegen eines Facebook-Beitrags in die Kritik.
  • Ein trans* Schüler wurde dort mit seinem früheren Namen bezeichnet.
  • Nutzer werfen der Schule zudem vor, das Abschlussfoto des Schülers bearbeitet zu haben.
  • Der Schüler Jonas Hole ist Jahrgangszweiter der Schule.
  • Aktivisten und Eltern sprechen von Transfeindlichkeit und Ausgrenzung.
  • Für die Abschlussfeier ist eine Solidaritätsaktion geplant.

Deadname und queerfeindliche Bildbearbeitung

Der Beitrag erschien am Sonntag unter der Überschrift „Pride. Tradition. Excellence. Congratulations to our DHS Salutatorian“. Anschließend wurde der trans* Schüler mit seinem Deadname bezeichnet. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich unter dem Beitrag eine intensive Debatte. Mehr als 1.300 Kommentare sowie zahlreiche Reaktionen folgten. Viele Nutzer warfen der Schule Transfeindlichkeit vor und solidarisierten sich öffentlich mit Hole. 

Zusätzlich äußerten zahlreiche Kommentatoren den Verdacht, das von der Schule veröffentlichte Abschlussfoto sei digital verändert worden. Nutzerin Micheala Boffman schrieb: „Sie haben seinen Schnurrbart wegretuschiert, damit er ‚femininer‘ aussieht.“ Die LGBTIQ+-Aktivistin und Dragqueen Tara Shay Montgomery erklärte, mehrere Eltern von Mitschülern hätten sich an sie gewandt. „Mehrere besorgte Mütter von Freunden von Jonas haben mich zunächst wegen insgesamt etwa sechs Schülern kontaktiert, die aufgrund geschlechtsspezifischer Kleidervorschriften aus dem Jahrbuch ausgeschlossen wurden“, sagte Montgomery. „Dann erschien der Jonas-Beitrag der Schule, und eine der gleichen Mütter schickte ihn mir weiter – und mir wurde vor Wut, Ekel und Traurigkeit schlecht.“

Schnurrbart wegretuschiert 

Montgomery veröffentlichte später ein Selfie des Schülers in seiner Uniform des U.S. Army Junior ROTC. Darauf trägt Hole mehrere Auszeichnungen sowie Abzeichen als „superior cadet“ und Mitglied der Ehrenformation. Sein Schnurrbart ist auf dem Foto deutlich sichtbar. „Sie werden bemerken, dass sein Schnurrbart so bearbeitet wurde, dass er wie ein Schatten aussieht, und dass seine Lippen rosiger gemacht wurden“, sagte Montgomery.

Viele Nutzer gratulierten dem Schüler zu seinen Leistungen und kritisierten zugleich das Verhalten der Schule. „Einen Schüler auf Social Media lautstark mit seinem Deadname anzusprechen, ist wirklich heftig“, schrieb Storm Hall. Andere forderten direkte Beschwerden bei der Schule. „Ruft die Highschool an und beschwert euch. Das ist Mobbing. Die Nummer steht auf ihrer Seite. Dort gibt es auch eine E-Mail-Adresse“, schrieb McKenna Stone.

Ausschluss vom Jahrbuch 

Die Diskussion griff zudem frühere Vorwürfe gegen die Schule erneut auf. Mehrere Schüler – darunter Hole – sollen wegen geschlechtsspezifischer Kleidervorgaben nicht im Jahrbuch erschienen sein. Der Nutzer Douglas Myatt warf der Schule gezielte Diskriminierung vor. „D’Iberville sollte sich schämen“, schrieb er. „‚Pride‘ – und gleichzeitig verwenden sie den Deadname dieses Schülers und retuschieren seinen Schnurrbart weg. Außerdem haben sie ihn und mehrere andere Schüler komplett aus dem Jahrbuch entfernt, weil er auf seinem Abschlussfoto einen Smoking trug.“

Weiter erklärte Myatt: „Jugendliche nehmen sich buchstäblich wegen Transfeindlichkeit das Leben, aber die Schule setzt ihre Intoleranz trotzdem fort. Enttäuschend ist noch milde ausgedrückt. Mein Glaube an die Menschheit wird durch die vielen unterstützenden Nachrichten für Jonas wenigstens ein Stück weit wiederhergestellt.“ Nicht alle Kommentare fielen unterstützend aus. Einzelne Nutzer veröffentlichten auch Anti-LGBTIQ+-Beiträge oder argumentierten, der rechtliche Name des Schülers müsse Vorrang vor seinem gewählten Namen haben.

Protestaktion bei Abschlussfeier

Auf Medienanfragen reagiert Schulleiterin Jennifer Courtney sowie Schulbezirksleiter William Bentz bislang nicht. Die Abschlussfeier der Schule ist für diesen Samstag geplant. Nach Angaben von Montgomery organisieren Unterstützer und Eltern inzwischen eine friedliche Protestaktion während der Zeremonie. „Ich arbeite außerdem mit einigen besorgten Müttern und anderen lokalen Unterstützern daran, bei der Abschlussfeier am Samstag einen friedlichen Sitzprotest zu organisieren, damit die Jugendlichen Unterstützung in ihrer echten Gemeinschaft erleben – und nicht nur bei Pride-Veranstaltungen“, sagte sie. Weiter erklärte Montgomery: „Wir halten es für wichtig, ihnen genau dort beizustehen, wo sie sich gerade befinden, in ihrem aktuellen Umfeld und ihrer Situation. Sie sollen wissen, dass wir auch im echten Leben für sie da sind. Nicht nur bei Pride!“

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