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Abschiebung nach Kamerun

Abschiebung nach Kamerun Gamer-Star Mbock soll nach 18 Jahren die USA verlassen

ms - 19.05.2026 - 13:00 Uhr
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Der aus Kamerun stammende schwule Gamer Ludovic Mbock kämpft derzeit gegen seine drohende Abschiebung aus den USA. Der in Maryland lebende Mann befürchtet nach eigenen Angaben, wegen seiner Homosexualität in seinem Herkunftsland in Lebensgefahr zu geraten.

Das Wichtigste im Überblick

  • Der aus Kamerun stammende Gamer Ludovic Mbock kämpft in den USA gegen seine Abschiebung.
  • Der in Maryland lebende Mann war 25 Tage lang in mehreren ICE-Hafteinrichtungen inhaftiert.
  • Mbock befürchtet wegen seiner Homosexualität Verfolgung und Gewalt in Kamerun.
  • Unterstützt wird er von der Gaming-Community, die für seine Freilassung und Anwaltskosten mobilisierte.
  • Über seinen Asylantrag soll noch im Mai entschieden werden.

Festnahme ohne Gründe 

Wie das US-Medium TanTV berichtet, wurde Mbock im Februar 2026 von der US-Einwanderungsbehörde ICE festgenommen, obwohl er seit Jahren regelmäßig Termine bei den Behörden wahrgenommen habe. Der sehr bekannte Spieler der kompetitiven Fighting-Game-Szene war 2002 als Minderjähriger legal in die Vereinigten Staaten eingereist. Mbock schilderte, er habe über 18 Jahre hinweg jährliche Termine bei der Einwanderungsbehörde wahrgenommen. „Jedes Jahr fragten sie mich, ob ich Reisedokumente erhalten habe, um nach Kamerun zurückzukehren“, sagte er. „Ich habe sie nie erhalten, und jedes Jahr wiederholte sich der Prozess einfach – ein kurzes Treffen, gefolgt von der Aufforderung, im nächsten Jahr zurückzukommen.“ Mitte Februar sei er nach eigenen Angaben bei einem Termin zur Verlängerung seiner Arbeitserlaubnis dann plötzlich festgenommen worden. Ein Beamter habe ihm erklärt: „Sie sind verhaftet, wir müssen Sie nach Kamerun zurückschicken.“

„Horrorshow“ in ICE-Haft

Es folgte nach Angaben Mbocks eine 25-tägige Haftzeit mit mehreren Verlegungen zwischen Einrichtungen in Maryland, Louisiana und Georgia. Dabei kritisierte er die Bedingungen in den Einrichtungen scharf. „Sie haben einfach zu viel Macht, sodass sie viele Dinge ignorieren können, die wir rechtlich gegen sie unternehmen“, sagte Mbock über die Behörden.

Besonders belastend sei ein Transport zwischen Louisiana und Georgia gewesen. „Wir waren ungefähr sechs bis sieben Stunden lang in Ketten und hatten kaum Belüftung. Jemand mit Diabetes wäre beinahe zusammengebrochen. Wir mussten essen, während wir angekettet waren. Viele von uns dachten, wir würden sofort abgeschoben, und wussten nicht, dass wir in eine andere Einrichtung nach Georgia gebracht werden.“ Die Zustände in den Haftanstalten bezeichnete Mbock als „Horror-Show“. Menschen mit gesundheitlichen Problemen könnten dort kaum überleben. Zugleich übte er grundsätzliche Kritik am US-Haftsystem für Migranten. Private Gefängnisunternehmen wie Core Civic und GEO Group betrieben einen Großteil der ICE-Haftplätze gewinnorientiert.

Todesurteil Kamerun?

Mitte März 2026 wurde Mbock schlussendlich gegen eine Kaution von 4.000 Dollar freigelassen. Nach seinen Angaben spielte die Unterstützung seiner Community dabei eine entscheidende Rolle. Der Gamer ist seit mehr als 15 Jahren Teil der Fighting-Game-Szene und gilt dort als bekannte Persönlichkeit. „Der Richter schien beeindruckt vom Publikum“, sagte Mbock. „Der Richter hielt den Fall für einen ‚glasklaren Fall‘, da ich keine Vorstrafen habe und keine Gefahr für die Gesellschaft bin.“

Trotz seiner Freilassung fühle er sich nicht wirklich frei, erklärte Mbock weiter. Er müsse dauerhaft eine elektronische Fußfessel tragen und dürfe derzeit nicht arbeiten, da seine Arbeitserlaubnis nach der Inhaftierung nicht zurückgegeben worden sei. Besonders groß bleibt seine Angst vor einer Abschiebung nach Kamerun: „Kamerun ist sehr Anti-LGBT eingestellt und unterstützt keine schwulen, bisexuellen oder trans* Menschen.“ Weiter erklärte er: „Da ich keine Familie mehr in Kamerun habe, wäre eine Rückkehr ein Todesurteil.“

Homosexualität ist in Kamerun strafbar. Gleichgeschlechtliche Beziehungen können dort mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden. Menschenrechtsorganisationen dokumentieren seit Jahren Gewalt, Verhaftungen und Misshandlungen gegen LGBTIQ+-Menschen in dem zentralafrikanischen Staat. Während seiner Haft habe ihn zudem die Sorge belastet, möglicherweise in ein Drittland abgeschoben zu werden. „Diese Aussicht hat mir Angst eingejagt.“ Für den 21. Mai ist eine Anhörung zu seinem Asylantrag angesetzt. Sein Anwaltsteam will dort Experten aus Kamerun als Zeugen benennen, die über die Situation von LGBTIQ+-Menschen im Land berichten sollen.

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