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Absage von Pink Dot Hongkong
Foto: FASH Medien Archiv KI
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Absage von Pink Dot Hongkong Hat der Einfluss von China eine Rolle gespielt?

ms - 19.05.2026 - 12:30 Uhr
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Die größte jährliche LGBTIQ+-Veranstaltung in Hongkong ist erneut abgesagt worden. Pink Dot Hongkong findet damit zum zweiten Mal in Folge nicht statt. Nach Angaben der Organisatoren konnten weder ein Veranstaltungsort noch die erforderlichen Genehmigungen gesichert werden. Für die Community ist die erneute Absage eine sehr bittere Pille. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Die größte LGBTIQ+-Veranstaltung in Hongkong, Pink Dot HK, wurde erneut abgesagt.
  • Grund sind nach Angaben der Organisatoren fehlende Genehmigungen und Probleme bei der Veranstaltungsort-Suche.
  • Bereits 2025 war das Festival kurzfristig ausgefallen.
  • Die Veranstalter sprechen von Unsicherheiten und engem Zeitrahmen.
  • Community trauert um Absage und vermutet den Einfluss von China. 
  • In Hongkong gibt es weiterhin keine umfassenden Antidiskriminierungsgesetze für LGBTIQ+-Menschen.

Schwierige Problemlage 

Die Veranstalter erklärten, die Absage sei auf „enge Zeitpläne“ und anhaltende Unsicherheiten zurückzuführen. Zuvor hatte es noch Hoffnungen gegeben, nachdem Pink Dot HK mit Link REIT zusammengearbeitet hatte, eine der größten Immobilieninvestmentgesellschaften Asien. In einer Mitteilung auf Instagram erklärte Pink Dot HK dann allerdings: „Wir haben von Link REIT die Mitteilung erhalten: ‚Aufgrund von Lizenzproblemen kann der Veranstaltungsort Pink Dot HK nicht für öffentliche Aktivitäten vermietet werden.‘“ Bereits Mitte April hatten die Organisatoren angekündigt, dass die Veranstaltung 2026 am 14. Juni im Stanley Plaza und im Murray House stattfinden solle.

Nun hieß es weiter: „Angesichts dieser Unsicherheit, des engen Zeitplans und der Beteiligung zahlreicher Partnerorganisationen mussten wir nach sorgfältiger Abwägung die schwierige Entscheidung treffen, das für den 14. Juni 2026 geplante Pink-Dot-HK-Freiluftfestival abzusagen.“ Die Organisatoren erklärten außerdem: „Wir entschuldigen uns aufrichtig bei unseren Sponsoren, Künstlerinnen und Künstlern, Community-Organisationen und freiwilligen Helferteams, die Pink Dot HK über die Jahre unterstützt und begleitet haben.“ Trotz „größter Bemühungen“ könne die Veranstaltung nicht stattfinden. Pink Dot HK bat angesichts der „unerwarteten Umstände“ um „Zeit und Raum“, um sich neu zu organisieren.

Trauer in der Community 

Bereits im vergangenen Jahr war Pink Dot HK abgesagt worden. Damals erklärten die Veranstalter, ihnen sei „ohne Erklärung“ kein Veranstaltungsort zur Verfügung gestellt worden. Die Absage war damals drei Monate vor dem geplanten Termin bekanntgegeben worden. Für viele LGBTIQ+-Menschen in Hongkong gilt Pink Dot HK als einer der wenigen sichtbaren und vergleichsweise sicheren öffentlichen Räume für queere Gemeinschaft, Austausch und Solidarität. Das Festival hatte in den vergangenen Jahren tausende Teilnehmerinnen und Teilnehmer angezogen und war für viele Menschen ein wichtiges Zeichen gesellschaftlicher Sichtbarkeit in einer Region ohne umfassende gesetzliche Gleichstellung. Ums so größer ist jetzt die Trauer und Bestürzung in der Community. 

Zugleich hat sich die politische Lage in Hongkong seit dem verschärften Einfluss der chinesischen Zentralregierung deutlich verändert. Besonders seit dem umstrittenen Sicherheitsgesetz von 2020 beobachten Menschenrechtsorganisationen eine zunehmende Einschränkung von Versammlungsfreiheit, Meinungsfreiheit und zivilgesellschaftlichem Engagement. Aktivisten befürchten deshalb auch wachsenden Druck auf unabhängige LGBTIQ+-Veranstaltungen und Organisationen. Vielerorts wird die Vermutung geäußert, dass die erneute Absage auch etwas mit dem Einfluss von China zu tun haben könnte. 

Die Sicherheitslage für LGBTIQ+-Menschen in Hongkong gilt derweil zwar überwiegend nach wie vor als stabil, allerdings existieren bislang keine speziellen Antidiskriminierungsgesetze aufgrund der sexuellen Orientierung. Zwar wurden 2025 Gesetzesvorschläge diskutiert, die begrenzte Rechte für gleichgeschlechtliche Paare anerkennen sollten, die im Ausland geheiratet haben. Gleichgeschlechtliche Ehen oder eingetragene Partnerschaften werden nach geltendem Recht in Hongkong jedoch weiterhin weder geschlossen noch grundsätzlich anerkannt.

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