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Vandalismus in Neubrandenburg Mehrfach Bücher mit LGBTIQ+-Themen in Bibliothek zerstört

Von ms - 19.05.2026 - 08:00 Uhr
Vandalismus in Neubrandenburg
Foto: FASH Medien Archiv KI
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In der Regionalbibliothek Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern sind mehrfach Bücher aus dem Bereich queerer Literatur mutwillig beschädigt worden. Nach Angaben der Stadt wurden in diesem Jahr insbesondere Medien zerstört, die sich mit nicht-heteronormativen Lebensrealitäten beschäftigen. Dazu zählen Werke über homosexuelle, transsexuelle oder bisexuelle Menschen sowie Publikationen zu Fragen von Geschlecht, Identität und gesellschaftlicher Vielfalt.

Das Wichtigste im Überblick

  • In der Regionalbibliothek Neubrandenburg sind gezielt Bücher aus dem Bereich queerer Literatur beschädigt worden.
  • Besonders betroffen war die Jugendbibliothek. Rund zehn Medien mussten ersetzt werden.
  • Der entstandene Schaden beläuft sich auf etwa 200 Euro.
  • Die Bibliothek spricht von einer Beeinträchtigung des freien Informationszugangs und der Vielfalt des Bestandes.
  • Die Täter sind bislang unbekannt. Die Stadt hat organisatorische Maßnahmen verschärft.

Gezielte Beschädigungen 

Vor allem die Jugendbibliothek war betroffen. Insgesamt mussten etwa zehn Medien ersetzt werden, weil sie zerstört oder so stark beschädigt waren, dass eine weitere Nutzung nicht mehr möglich war. Die Kosten dafür liegen nach Angaben der Stadt bei rund 200 Euro. Die Bibliothek verweist in einem Aushang auf die Folgen der Vorfälle. „Diese Handlungen führen nicht nur zu finanziellen Schäden und stellen eine Sachbeschädigung dar, sondern beeinträchtigen auch den freien Zugang zu Informationen und die Vielfalt unseres Bestandes“, heißt es darin.

Zugleich ruft die Einrichtung Besucher zur Mithilfe auf. In dem Hinweis wird betont: „Wir setzen uns dafür ein, allen Menschen einen diskriminierungsfreien Zugang zu Medien und Wissen zu ermöglichen. Wir bitten Sie daher um Ihre Unterstützung: Sollten Sie in den genannten Bereichen verdächtige Beobachtungen machen oder Beschädigungen feststellen, informieren Sie bitte umgehend unser Personal oder den Wachdienst.“ Nach Angaben der Stadt wurden die Schäden erst im Nachhinein entdeckt. Hinweise auf die Verantwortlichen gibt es bislang nicht. Die Bibliothek berichtet zudem von wiederholten Beschädigungen in angrenzenden Themenbereichen wie Reiseliteratur und Ratgebern.

Stärkere Kontrolle 

Als Reaktion auf die Vorfälle wurden interne Abläufe angepasst. Demnach hat die Bibliothek organisatorische Maßnahmen überprüft und verändert. Bestände mit entsprechenden Themen wurden teilweise gesondert platziert, um eine bessere Übersicht zu ermöglichen. Zudem sollen die betroffenen Bereiche stärker kontrolliert werden. Auch das Personal sei für mögliche Auffälligkeiten sensibilisiert worden.

Die Regionalbibliothek ordnet ihren Bestand regelmäßig neu. Nach Angaben der Stadt werden jedes Jahr rund 10.000 Titel ausgesondert und durch neue Medien ersetzt. Kriterien dafür sind Aktualität, Zustand und Nachfrage. Auch beschädigte, gestohlene oder zerstörte Exemplare müssten ersetzt werden. Nach Darstellung der Stadt verfolgt die Bibliothek das Ziel, ein ausgewogenes Angebot für Bildung, Information, kulturelle Teilhabe und Freizeit für alle Altersgruppen bereitzustellen. Die Auswahl neuer Medien erfolge nach bibliothekarischen Fachkriterien. Maßgeblich seien dabei sowohl die Bedürfnisse der Bevölkerung als auch der Bildungs- und Informationsauftrag der Einrichtung.

Neuanschaffungen orientierten sich demnach an Aktualität, Relevanz und Qualität. Berücksichtigt würden außerdem Nachfrage, Nutzung sowie die fachliche, wissenschaftliche oder literarische Bedeutung einzelner Titel. Verantwortlich für die Auswahl seien die Bibliothekarinnen der Einrichtung. Ziel bleibe ein vielfältiger Bestand für die regionale Leserschaft.

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