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Krise in Kalifornien Streit beendet Long Beach Pride Festival

Von ms - 18.05.2026 - 12:30 Uhr
Krise in Kalifornien
Foto: iStock / Windzepher
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In der US-Stadt Long Beach ist es zu einem offenen Konflikt um eines der größten Pride-Festivals Kaliforniens gekommen. Die Stadt sagte das mehrtägige Long Beach Pride Festival nur wenige Stunden vor dem geplanten Start kurzfristig ab und begründete dies mit fehlenden Genehmigungs- und Sicherheitsunterlagen der Veranstalter. Die Entscheidung führte zu scharfer Kritik und einem öffentlichen Schlagabtausch.

Das Wichtigste im Überblick

  • Das Long Beach Pride Festival wurde kurzfristig von der Stadt abgesagt.
  • Die Stadt verweist auf fehlende Sicherheits- und Planungsunterlagen der Veranstalter.
  • Die Pride-Parade soll dennoch wie geplant stattfinden.
  • Organisatoren werfen der Stadt mangelnde Unterstützung für die LGBTIQ+-Community vor.
  • Die Stadt bietet ein Ersatzprogramm im Bixby Park unter dem Motto „Canceled? Never Heard of Her!“ an.

Sicherheitskonzepte fehlten?

Während das Festival nicht stattfinden kann, soll die Pride-Parade am Sonntag wie vorgesehen durchgeführt werden. Die Veranstaltung zählt seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Pride-Events in den USA und zieht regelmäßig Hunderttausende Besucherinnen und Besucher an. Die Stadt Long Beach erklärte, die Organisatoren hätten erforderliche Dokumente wie Sicherheitskonzepte, Bau- und Elektropläne sowie detaillierte Flächen- und Infrastrukturplanungen nicht rechtzeitig vorgelegt. Für Veranstaltungen dieser Größenordnung seien solche Unterlagen üblicherweise 65 Tage im Voraus erforderlich gewesen. Dennoch habe die Verwaltung noch bis kurz vor Beginn versucht, das Event zu retten.

Nach Angaben der Stadt wurden den Veranstaltern alternative Austragungsorte angeboten, darunter das Long Beach Terrace Theater und der Bixby Park. Unter diesen Bedingungen wären allerdings bestimmte Festivalbestandteile wie Alkoholausschank oder abgeschlossene Veranstaltungsflächen nicht möglich gewesen. Die Stadt betonte jedoch, die Veranstaltungen hätten grundsätzlich stattfinden können. Zudem habe Bürgermeister Rex Richardson angeboten, bis zu 50.000 US-Dollar für Ersatzprogramme bereitzustellen. Die Organisatoren hätten diese Vorschläge jedoch abgelehnt.

Veranstalter sind enttäuscht 

Long Beach Pride wies die Entscheidung der Stadt scharf zurück. Präsidentin Tonya Martin, die sich selbst „Lez Prez“ nennt, warf der Stadt vor, die LGBTIQ+-Gemeinschaft in einer politisch schwierigen Lage im Stich zu lassen. „Long Beach Pride ist zutiefst enttäuscht über die Entscheidung der Stadt, das Long Beach Pride Festival abzusagen – eine langjährige Institution der Gemeinschaft, aufgebaut von Freiwilligen, getragen von Liebe und verwurzelt in der Überzeugung, dass jeder Mensch offen, sicher und in Würde leben können sollte“, schrieb Martin auf Instagram.

Sie erklärte weiter: „Diese Entscheidung fällt in eine Zeit, in der LGBTIQ+-Menschen zunehmenden Angriffen durch die aktuelle Bundesregierung und politische Kräfte im ganzen Land ausgesetzt sind. In einer Phase, in der unsere Community gezielt unter Druck gesetzt und verwundbar gemacht wird, sollte Long Beach mehr tun, um uns zu schützen und zu stärken.“ Zugleich kritisierte Martin die Haltung der Stadt grundsätzlich: „Inklusion zeigt sich nicht dann, wenn es einfach ist. Sie zeigt sich dann, wenn Verantwortliche sich entscheiden, verletzliche Gruppen in schwierigen Momenten zu unterstützen.“

Stadt widerspricht Anschuldigungen

Die Stadt wiederum widersprach dieser Darstellung und betonte, man habe trotz wiederholter Versäumnisse der Veranstalter intensiv an Lösungen gearbeitet. Gleichzeitig kündigte sie ein Ersatzprogramm im Bixby Park unter dem Motto „Canceled? Never Heard of Her!“ an. Dort sollen unter anderem Musik, Drag-Performances und lokale Künstlerinnen und Künstler auftreten. „Das Pride-Wochenende in Long Beach findet statt. Der Geist lebt weiter“, sagte Bürgermeister Richardson. Bundesweit stehen Pride-Veranstaltungen in den USA zunehmend unter Druck – unter anderem durch steigende Sicherheitskosten, politische Gegenbewegungen, gesetzliche Einschränkungen sowie sinkende Sponsoreneinnahmen.

Auch der demokratische Abgeordnete Robert Garcia, früherer Bürgermeister von Long Beach, äußerte sich kritisch zur Absage. Er sprach von einem „erschütternden“ Ereignis und würdigte die Arbeit der Organisatoren, die eine Bewegung aufgebaut hätten, die „Leben gerettet, politische Bewegungen gestartet und Raum für Millionen geschaffen hat, die Vielfalt und Stärke der LGBTIQ+-Community in Long Beach zu erleben“. Zugleich verwies Garcia darauf, dass noch offene Fragen zu klären seien. Er mahnte jedoch, das Ereignis nicht auf den reinen Festivalstreit zu reduzieren. „Pride ist mehr als nur ein Festival“, sagte er. „Es ist eine große Parade entlang des Ocean Boulevard, eine Dyke March, Proteste und unzählige Partys. Wir sind es unseren Community-Älteren schuldig, weiterzukämpfen und Pride am Leben zu halten.“

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