Schießerei in LGBTIQ+-Zentrum Eine Frau schwer verletzt, Tatverdächtige von US-Polizei festgenommen
Nach der Schießerei in einem LGBTIQ+-Gemeindezentrum in der Stadt Memphis im US-Bundesstaat Tennessee hat die Polizei jetzt eine Verdächtige festgenommen. Wie die Ermittler mitteilten, handelt es sich dabei um die 30-jährige trans* Frau Aljon Tyler, die laut Polizei auch unter dem Namen „Jewell“ bekannt ist. Gegen sie wurden mehrere Anklagen erhoben, darunter drei Fälle von versuchtem Mord zweiten Grades.
Das Wichtigste im Überblick
- Nach einer Schießerei in einem LGBTIQ+-Zentrum in Memphis ist eine Verdächtige festgenommen worden
- Zwei Frauen wurden bei dem Vorfall verletzt, eine davon lebensgefährlich
- Die Polizei geht derzeit nicht von einem Hassverbrechen aus
- Die trans* Tatverdächtige muss sich unter anderem wegen versuchten Mordes verantworten
- Das Gemeindezentrum OUT Memphis blieb nach dem Vorfall vorübergehend geschlossen
Streit im queeren Zentrum eskaliert
Der Vorfall ereignete sich Mitte letzter Woche am Sitz der Organisation OUT Memphis in der Cooper Street. Nach Angaben der Polizei war Tyler gegen 16 Uhr zunächst vor dem Gebäude in einen Streit mit einem Mann geraten. Die Auseinandersetzung verlagerte sich anschließend in die Räume des Gemeindezentrums. Dort habe die Verdächtige laut Polizei eine Waffe aus ihrer Handtasche gezogen und geschrien: „Ich werde dich abknallen!“ Kurz darauf seien Schüsse gefallen. Dabei wurden zwei Frauen verletzt, die nach bisherigen Erkenntnissen nicht an dem Streit beteiligt gewesen waren.
Eine der Betroffenen erlitt eine Schussverletzung am Hals sowie eine Verletzung an der rechten Hand. Die zweite Frau wurde im unteren rechten Bauchbereich getroffen. Beide wurden mit schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Eine der Verletzten befand sich in Lebensgefahr, die Ärzte sind inzwischen guter Hoffnung, dass beide Frauen überleben werden.
Die Polizei hatte öffentlich nach Tyler gesucht und darauf hingewiesen, dass sich die Verdächtige häufig im Stadtteil Midtown aufhalte. Eine Zeugin berichtete laut Polizei, sie habe während des Vorfalls in einem Auto vor dem Gebäude gesessen und Schüsse aus dem Inneren gehört. Kurz darauf habe Tyler das Gebäude mit einer Waffe in der Hand verlassen und sich vom Tatort entfernt. Nach Angaben der Ermittler wurde Tyler später nach der Festnahme auch von einer der verletzten Frauen bei einer Gegenüberstellung identifiziert.
Kein gezielter Angriff auf Community
Vanessa Rodley, Präsidentin der Organisation Mid-South Pride in Memphis, erklärte, die Polizei gehe derzeit nicht von einem gezielten Angriff auf die LGBTIQ+-Community aus. „Sofort fragen alle: Waren wir das Ziel? Ist das ein Hassverbrechen? Werden homosexuelle Menschen angegriffen?“, sagte sie dem Sender Action News 5. Das monatliche Treffen ihrer Organisation habe nur wenige Stunden nach der Tat stattgefunden. Viele Teilnehmer seien durch die Nachrichten sehr beunruhigt gewesen.
Rodley bezeichnete OUT Memphis als „unser Zuhause“ und sagte weiter: „Es ist nicht zu erwarten, dass so etwas an einem solchen Ort passiert.“ Später habe sie erfahren, dass die Schüsse offenbar nicht gezielt gegen queere Menschen gerichtet gewesen seien, vielmehr handele es sich um eine gewalttätige Eskalation nach einem Streit. OUT Memphis schloss nach eigenen Angaben infolge des „traumatischen Ereignisses“ trotzdem für eine Woche seine Türen.