Direkt zum Inhalt
CSD als UNESCO-Kulturerbe
ANZEIGE

CSD als UNESCO-Kulturerbe Niederlands Regierung hat den Pride Amsterdam nominiert

ms - 12.05.2026 - 09:30 Uhr
Loading audio player...

Die niederländische Regierung hat Pride Amsterdam offiziell für die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO vorgeschlagen. Bildungs-, Kultur- und Wissenschaftsministerin Rianne Letschert informierte darüber in einem Schreiben an das Parlament. Grundlage der Entscheidung ist eine Empfehlung des niederländischen Kulturrats.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Niederlande nominieren Pride Amsterdam für UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes 
  • Regierung folgt Empfehlung des niederländischen Kulturrats 
  • Entscheidung der UNESCO wird frühestens Ende 2028 erwartet 
  • Organisatoren hoffen auf Anerkennung von „Pride“ als weltweites Kulturgut 
  • Vorbereitungen für World Pride im Sommer in Amsterdam laufen bereits  

Vorbild für Gleichberechtigung

Der Kulturrat hatte zuvor fünf mögliche Kandidaten geprüft und sich schließlich für Pride Amsterdam ausgesprochen. In seiner Begründung verwies das Gremium darauf, dass die Niederlande international als Vorreiter bei Gleichberechtigung, queerer Emanzipation und sexueller Freiheit gelten. Die Organisatoren von Pride Amsterdam begrüßten die Entscheidung. Direktor Lucien Spee sagte dem Sender AT5: „Wir arbeiten schon sehr lange daran.“ Die Möglichkeit für eine Nominierung ergebe sich „eigentlich nur alle vier Jahre“. Nun seien „endlich alle Voraussetzungen erfüllt“.

Viel Geduld bis zur Entscheidung 

Bis zur endgültigen Entscheidung sind noch mehrere Schritte erforderlich. Zunächst muss die Organisation ein offizielles Bewerbungsdossier ausarbeiten. Dieses muss vom niederländischen Ministerrat bestätigt werden, bevor die Unterlagen bis Ende März kommenden Jahres bei der UNESCO eingereicht werden. Mit einer Entscheidung wird voraussichtlich erst Ende 2028 gerechnet.

Spee erklärte zudem, er hoffe langfristig auf eine Anerkennung von „Pride“ als allgemeines Kulturerbe und nicht ausschließlich auf eine Würdigung der Amsterdamer Veranstaltung. Damit könnten auch Pride-Veranstaltungen in Staaten einbezogen werden, in denen Menschen ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität nicht frei ausleben können. „Ja, es ist schön für uns als Pride Amsterdam, und wir waren einmal ein Hoffnungssymbol, aber wir möchten das auch für andere Länder erreichen“, sagte Spee. „Auf diese Weise können die Niederlande eine führende Rolle übernehmen, und andere Länder könnten später folgen.“

Die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes erfasst Formen sogenannter lebendiger Kultur. Dazu zählen unter anderem Traditionen, Feste und kulturelle Praktiken. Aus den Niederlanden gehören bislang unter anderem das traditionelle Müllerhandwerk und der Sommerkarneval in Rotterdam dazu. International sind beispielsweise die belgische Bierkultur, Reggae-Musik aus Jamaika und die italienische Operngesangstradition auf der Liste vertreten.

World Pride Amsterdam

Groß gefeiert werden wird dieses Jahr in Amsterdam auf jeden Fall, vom 25. Juli bis 8. August findet in der Stadt der World Pride statt. Das Mega-Event vereint dabei World Pride und Euro Pride in einer zweiwöchigen Feier zum 25. Jubiläum der ersten gleichgeschlechtlichen Ehe in den Niederlanden.  Das Highlight, die berühmte Canal Parade, ist für Samstag, den 1. August geplant. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Schwule Cowboys im Rampenlicht

Cowboys als Social-Media-Hit

Seit dem Nationalen Cowboy-Tag am Wochenende rücken schwule Cowboys online wieder in den Fokus – und ein altes Klischee erhält neue Aufmerksamkeit.
Sexpositive Städte weltweit

Vancouver holt deutlich auf

Die sexpositivste Stadt weltweit bleibt auch 2026 Amsterdam, doch Vancouver auf Platz 2 holt stark auf. Die erste deutsche Stadt: Köln auf Platz 4.
Kirchen im LGBTIQ+-Check

Zwischen Akzeptanz und Ablehnung

Eine neue US-Rangliste zeigt: Während einige Kirchen LGBTIQ+-Menschen vollständig gleichstellen, halten andere an einer strikten Ablehnung fest.
Australiens Volkszählung

Erstmals wird LGBTIQ+ mitgedacht

Australiens neue Volkszählung 2026 erfasst erstmals LGBTIQ+-Daten. Aktivisten sehen darin einen wichtigen Schritt für mehr Sichtbarkeit.
Lehrer kämpfen für Schutz

Ohio verschärft LGBTIQ+-Regeln

Eine Lehrerin hat in Ohio eine Kampagne angestoßen und schult Pädagogen zu LGBTIQ+-feindlichen Gesetzen gegen Schüler.
Burnhams Kabinett im Fokus

Zwischen Gleichheit und Streit

Das neue britische Labour-Kabinett unter Andy Burnham steht wegen seiner Positionen zu LGBTIQ+-Rechten derzeit verstärkt im Fokus.
HIV-Hilfe unter Druck

US-Kürzungen mit massiven Folgen

Eine neue Studie sieht massive Folgen von US-Hilfskürzungen für HIV-Programme, über 1.700 Einrichtungen weltweit mussten bereits schließen.
World Pride in Amsterdam

Königlicher Auftakt für Vielfalt

Mit Besuch von Königin Máxima ist der World Pride in Amsterdam gestartet. Veranstalter und Politik warnen vor wachsendem Druck auf LGBTIQ+-Rechte.
Ermittlung gegen Bürgermeister

Streit um beleidigende E-Mails

Nach dem Streit um die Rettung des gestrandeten Buckelwals "Timmy" ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Timmendorfer Strands schwulen Bürgermeister.