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CSD-Schirmherrschaft
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CSD-Schirmherrschaft Schleswig-Holsteins Ministerpräsident tritt für alle CSDs ein

ms - 12.05.2026 - 09:00 Uhr
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Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (52) wird in diesem Jahr die Schirmherrschaft über sämtliche CSD-Veranstaltungen im Bundesland übernehmen. Mehrere CSD-Veranstalter bestätigten jetzt die Aktion, insgesamt geht es um rund 20 Pride-Veranstaltungen im hohen Norden Deutschlands. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther übernimmt Schirmherrschaft für alle CSDs im Bundesland
  • Rund 20 Pride-Veranstaltungen erhalten damit erstmals gemeinsame Unterstützung durch einen amtierenden Regierungschef
  • Queere Organisatoren sehen darin ein starkes Zeichen gegen Diskriminierung und für queere Sichtbarkeit
  • Auftakt der CSD-Saison ist am 17. Mai in Flensburg, Abschluss im September in Wacken

Statement gegen Queerfeindlichkeit

Nach Einschätzung der CSD-Veranstalter ist es das erste Mal, dass ein amtierender Ministerpräsident die offizielle Schirmherrschaft für alle Pride-Demonstrationen eines Bundeslandes übernimmt. Die queeren Initiativen bewerten dies folgerichtig auch als deutliches politisches Signal zugunsten von Vielfalt und gesellschaftlicher Akzeptanz. „Vielfalt will gelebt, gefeiert und verteidigt werden. Gerade jetzt, wo Queerfeindlichkeit und Angriffe auf nicht-binäre Menschen zunehmen ist es mir wichtig, ein klares Zeichen zu setzen: Ihr seid nicht allein. Wir stehen zusammen!“, so der CDU-Politiker. 

Die Fallzahlen bei der Hasskriminalität gegen LGBTIQ+-Menschen haben im nördlichsten Bundesland seit 2021 rapide zugenommen, teilweise war eine Zunahme von mehr als 50 Prozent der Fälle binnen eines Jahres zu verzeichnen gewesen. Der Leiter der LGBTIQ+-Ansprechstelle der Landespolizei Tim Jänke hatte dazu überdies gegenüber dem NDR erklärt: „Wir reden von einem hohen Dunkelfeld. Die Betroffenen bringen das häufig nicht zur Anzeige.“ 

Verteidigung von Gleichberechtigung 

Günther betont deswegen weiter: „Die Christopher Street Days in Schleswig-Holstein sind deshalb auch Ausdruck von Mut und Zusammenhalt. Als Schirmherr begleite ich diese Veranstaltungen aus Überzeugung. Denn für mich gilt: Wer Menschen aufgrund ihrer Identität angreift, greift unsere Gesellschaft als Ganzes an. Die Übernahme der Schirmherrschaft ist für mich eine klare Verpflichtung. Schleswig-Holstein steht für eine offene, vielfältige und demokratische Gesellschaft. Die CSDs erinnern uns daran, dass Gleichberechtigung kein Selbstläufer ist, sondern immer wieder verteidigt und gestärkt werden muss.“

Unterstützung kommt auch von den beteiligten CSD-Organisationen im Land. Andreas Witolla von vielfalt.sh erklärte: „Ein starkes Zeichen für Vielfalt, Respekt und demokratische Werte. Mit diesem Schritt setzt die Landesregierung ein klares und sichtbares Zeichen für die Unterstützung der LGBTQIA+-Community sowie für die Förderung von Vielfalt, Gleichberechtigung und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Die Christopher Street Days stehen seit Jahrzehnten für den Einsatz gegen Diskriminierung und für die Rechte von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen sowie queeren Menschen. In zahlreichen Städten des Landes bringen die CSDs jährlich tausende Menschen zusammen – sowohl zur Demonstration als auch zum Feiern von Offenheit und Akzeptanz.“ 

Fokus auf Anliegen der Community

Mit der Schirmherrschaft will der Ministerpräsident die meist ehrenamtlichen Organisatoren der verschiedenen CSD-Veranstaltungen ideell und öffentlichkeitswirksam unterstützen. Gleichzeitig soll nach eigenen Angaben die „Bedeutung der Anliegen der queeren Community stärker in den gesellschaftlichen und politischen Diskurs“ getragen werden. Die Landesregierung plant zudem offenbar einen Ausbau der Zusammenarbeit mit Verbänden und Initiativen. Im Rahmen des Aktionsplans „Echte Vielfalt 2.0“ sollen Maßnahmen gegen Diskriminierung sowie Projekte zur Förderung queerer Sichtbarkeit weiterentwickelt werden. Vorgesehen sind unter anderem Bildungsangebote, Beratungsstrukturen und Programme zur Förderung von Vielfalt in Behörden, Schulen und Unternehmen.

Die diesjährige CSD-Saison in Schleswig-Holstein beginnt traditionell am 17. Mai, dem IDAHOBT, dem Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit in Flensburg. Der Abschluss der Pride-Saison ist dann im September in Wacken. Günther ist seit 2017 Ministerpräsident in Schleswig-Holstein und unterstützt immer wieder offen die LGBTIQ+-Community, beispielsweise auch mit der Forderung nach einer Ergänzung von Artikel 3 im Grundgesetz um die „sexuelle Identität“, die in die Verfassung von Schleswig-Holstein bereits Einzug gehalten hat.  

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