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350 Teilnehmende unter Schutz Rechte stören CSD in Wernigerode mit Schrauben auf Strecke

Von mr - 01.06.2026 - 13:30 Uhr
Rechte stören CSD in Wernigerode mit Schrauben auf Strecke
Foto: © IMAGO / Frank Drechsler
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Beim Christopher Street Day (CSD) in Wernigerode, Sachsen-Anhalt, kam es am 30. Mai 2026 zu gezielten Störaktionen durch rechte Gruppen und Gefährdungen der Demonstrationsteilnehmerinnen und Demonstrationsteilnehmer. Entlang der Strecke wurden Schrauben verteilt, die eingesammelt werden mussten, bevor die rund 350 Teilnehmenden den Demonstrationszug fortsetzen konnten. Die sichtbare Präsenz von etwa 20 bis 30 Personen aus dem rechten Spektrum und weiteren Kleingruppen sorgte für eine angespannte Atmosphäre bei der Veranstaltung, die für die Sichtbarkeit sowie Gleichstellung von LGBTIQ+-Menschen einsteht.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Am 30. Mai 2026 wurden entlang der CSD-Demostrecke in Wernigerode schwarze Schnellbauschrauben gefunden und entfernt.
  • Rund 350 Personen nahmen am Umzug teil, die Polizei war mit verstärkter Präsenz vor Ort.
  • Rechte Gruppen zeigten in der Stadt großflächig Deutschlandfahnen und beobachteten die Veranstaltung.

 

Störaktionen gefährden Sicherheit der Demonstration

Die Veranstaltenden des CSD Magdeburg berichteten, dass die auf dem Asphalt verstreuten Schnellbauschrauben kaum sichtbar waren und Verletzungsgefahr für Menschen und Fahrzeuge bedeuteten. Die Polizei sicherte daher die Zugänge und sorgte für die Entfernung der potenziellen Gefahrenquellen. Laut Organisator Falko Jentsch führte die Störaktion zu einer gereizten Grundstimmung unter den Teilnehmenden.

Auf einer Brücke und verteilt in der Stadt positionierten sich Gruppen aus dem rechten Spektrum, die große Deutschlandflaggen präsentierten und die Atmosphäre spürbar beeinflussten. Die damit verbundene Einschüchterung steht im Gegensatz zum Anliegen des CSD, für Offenheit und Gleichberechtigung einzutreten.

 

Politische Präsenz und Rückblick auf frühere Drohungen

Zu Beginn des CSD in Wernigerode hielten Oberbürgermeister Tobias Kascha und Umweltminister Armin Willingmann unterstützende Grußworte, die die Bedeutung von Vielfalt und Akzeptanz betonten. Die Abschlusskundgebung auf dem Marktplatz schloss sich dem Zug an.

Bereits im Vorjahr hatten Ermittlungsbehörden nach einer mutmaßlichen Drohung vor dem CSD gegen einen damals 20-Jährigen eingeschritten, in dessen Wohnung Munition gefunden wurde. Auch 2024 verlief die Demonstration weitgehend friedlich, aber stets unter dem Eindruck möglicher Übergriffe.

 

Wichtige Fragen zum Thema

Wie reagierte die Polizei auf die Störungen?
Die Polizei war mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort, sicherte die Demonstrationsstrecke ab und entfernte die Schrauben, um Sicherheitsrisiken zu minimieren.

Gab es Verletzte durch die Schrauben?
Nach aktuellem Kenntnisstand wurden Verletzungen durch die ausgebrachten Schrauben verhindert, da diese rechtzeitig entfernt werden konnten.

 

Offene Fragen und Ausblick

Neben der unmittelbaren Gefahrenabwehr bleibt offen, welche weiteren Maßnahmen die Behörden künftig ergreifen, um CSD-Veranstaltungen in Kleinstädten wie Wernigerode wirksam vor Angriffen zu schützen. Angesichts wiederholter Störversuche stellt sich zudem die Frage, wie zivilgesellschaftliche Akteure und Kommunalpolitik den Schutz und das friedliche Versammlungsrecht von LGBTIQ+-Communities künftig stärken wollen. Überraschend dabei ist, wie gezielt und vorbereitet solche Sabotageakte heute verlaufen — und wie die sichtbare Polizei dennoch einen störungsarmen Ablauf sichern kann.

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