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 Uganda verhaftet Frauen nach öffentlichem Kuss

Restriktives Klima Uganda: Frauen nach öffentlichem Kuss verhaftet

mr - 11.05.2026 - 20:30 Uhr
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Zwei Frauen wurden in Uganda nach einem öffentlichen Kuss von der Polizei festgenommen. Die Polizeiaktion erfolgte in der Stadt Arua, nachdem Nachbarinnen und Nachbarn am 18. Februar 2026 „eigenartige Handlungen sexueller Natur" gemeldet hatten. Damit ist der Fall einer der ersten bekannten, seit das verschärfte Anti-LGBTIQ+-Gesetz 2023 in Kraft getreten ist. Die beiden Frauen wurden nach kurzer Zeit gegen Kaution freigelassen. Eine formelle Anklage steht noch aus, Ermittlungen laufen weiter. Das Gesetz, das nach Angaben der Regierung Kinder schützen soll, sieht bei so genannter "schwerer Homosexualität" sogar die Todesstrafe vor. Menschenrechtsorganisationen warnen seitdem vor einer eskalierenden Gefährdung queerer Menschen in Uganda.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Festnahme fand am 18. Februar 2026 in Arua statt.
  • Seit 2023 gilt in Uganda ein besonders strenges Anti-LGBTIQ+-Gesetz.
  • Das Gesetz erlaubt für „schwere Homosexualität“ sogar die Todesstrafe.
  • Die verhafteten Frauen wurden gegen Kaution freigelassen.
  • Gleichgeschlechtliche Handlungen sind in Uganda schon seit der Kolonialzeit kriminalisiert.

 

Details zur Festnahme in Arua

Die beiden Frauen gerieten ins Visier der Polizei, nachdem sie laut Angaben aus der Nachbarschaft wiederholt beim Küssen beobachtet worden sein sollen. Polizeisprecherin Josephine Angucia bestätigte, dass die Festnahmen direkt auf entsprechende Hinweise aus der Bevölkerung folgten. Bislang wurde keine offizielle Anklage erhoben, da noch Ermittlungen laufen. Die betroffenen Frauen wurden gegen Kaution entlassen, doch besteht weiterhin das Risiko einer formellen Strafverfolgung auf Basis des Anti-LGBTIQ+-Gesetzes.

 

Die rechtliche und gesellschaftliche Lage

Uganda verschärfte im Mai 2023 ein ohnehin restriktives Gesetz aus der Kolonialzeit und stellte gleichgeschlechtliche Beziehungen erneut unter Strafe. Für „schwere Homosexualität“, eine Kategorie, zu der sexuelle Handlungen mit HIV-infizierten oder minderjährigen Personen zählen, ist seither die Todesstrafe möglich. Die Identifizierung als homosexuell ist zwar nicht direkt strafbar, jedoch werden gleichgeschlechtliche Zuneigungsbekundungen in der Öffentlichkeit strafrechtlich verfolgt. Internationale Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch und Amnesty International kritisieren das Gesetz als Angriff auf grundlegende Freiheitsrechte. Laut UN-Behörden nimmt seit Inkrafttreten des Gesetzes die Gewalt gegen und Erpressung von trans* und queeren Menschen deutlich zu.

„Die Inhaftierung der Frauen in Arua unterstreicht die düstere Realität, mit der wir vor Ort aufgrund des Anti-Homosexualitäts-Gesetzes konfrontiert sind“, sagt der ugandische LGBTIQ+-Aktivist Frank Mugisha.

 

Hintergrund: Internationale Kritik und ugandische Unterstützung

Das Gesetz von 2023 fand breite Unterstützung in Ugandas Parlament und Teilen der Bevölkerung, während internationale Organisationen und Regierungen mit scharfer Kritik reagierten. Zahlreiche afrikanische Staaten kriminalisieren weiterhin gleichgeschlechtliche Handlungen. In Uganda wurde das restriktive Klima durch die Verschärfung noch verstärkt; Berichte über Diskriminierung, Erpressung und psychosoziale Probleme nehmen seitdem zu. Hilfsorganisationen haben vor einer humanitären Krise für die queere Community gewarnt.

 

Wichtige Fragen zum Thema

Wann droht in Uganda die Todesstrafe bei "schwerer Homosexualität"?
Die Todesstrafe gilt bei Handlungen etwa mit Minderjährigen, HIV-infizierten oder unter besonders schutzwürdigen Umständen.

Wie können Betroffene rechtlich gegen Festnahmen vorgehen?
Die Möglichkeiten zur Anfechtung sind in Uganda durch das restriktive Umfeld stark eingeschränkt, meist ist nur die Flucht aus dem Land realistisch.

Welche Rolle spielen Nachbarinnen und Nachbarn bei Festnahmen?
Zivilpersonen werden von Behörden aktiv aufgerufen, angebliche Verstöße zu melden, was zur Zunahme von Erpressung und Denunziation führt.

 

Ausblick: Steigende Einschüchterung queerer Personen

Die jetzt dokumentierte Festnahme markiert eine neue Eskalationsstufe im Vorgehen gegen queere Menschen in Uganda. Menschenrechtsorganisationen verfolgen die Entwicklung mit großer Sorge. Unklar bleibt, wie viele ähnliche Fälle aktuell unbearbeitet sind, da Betroffene immer öfter aus Angst vor Gewalt schweigen. Die weitere Entwicklung wird zeigen, ob internationale Kritik zur Abschwächung des Gesetzes führen kann.

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