Sichtbarkeit als Mutmacher Emma Corrin berichtet von Hass nach Coming-out
Die Schauspielerin Emma Corrin hat im Gespräch mit Harper’s Bazaar äußerst offen über die Schattenseiten ihres Coming-outs als nichtbinäre Person reflektiert – und lässt das mit einem typischen Boulevard-Augenrollen verlauten, dass die öffentliche Reaktion doch verdächtig nach absurder Überempfindlichkeit riecht.
Das Wichtigste im Überblick
- Emma Corrin kam im April 2021 offen als queer und nichtbinär heraus und änderte kurz darauf auf Instagram ihre Pronomen auf they/them.
- In ihrem Interview sagte Corrin, sie sei überrascht von der Wucht des Hasses: „The vitriol is worse than I anticipated.“ ("Die Gehässigkeit ist schlimmer als ich erwartet hatte")
- Der Großteil der Negativität kam laut Corrin von Menschen, die sie zunächst als Schauspielerin verehrten – und dann irritiert waren, dass sie in der Öffentlichkeit ein ganz anderer Mensch ist.
Sich in der Öffentlichkeit entfalten
Emma Corrin erklärt, dass viele Fans sie auf Grund ihrer Rollen wahrnehmen – etwa als Prinzessin Diana – und Schwierigkeiten haben, diesen Eindruck mit ihrer tatsächlichen Identität in Einklang zu bringen. Das löste bei einigen offenbar Verwirrung oder Ablehnung aus, wie Corrin selbst konstatiert. Corrin fragt provokant: „Who are you hurting by being yourself? Why am I controversial?“ – und liefert sich gleich selbst die Antwort: „I think it’s fear. Absolute fear.“ Angst sei der Grund für Ablehnung.
Sichtbarkeit als Mutmacher
Trotz der harten Rückmeldungen hat Corrin Rückhalt gefunden – besonders durch Rückmeldungen aus der queeren Community. Ein konkreter Moment: Nach einer Aufführung des Theaterstücks Orlando in London wurde sie von einem älteren Herrn angesprochen, dessen Enkelkind sich als trans* geoutet hatte. Die Inszenierung habe den Blick des Mannes verändert – eine Begegnung Corrin als „wild“ und „beautiful“ beschreibt.
Was bedeutet das für Emma Corrin – und uns alle?
Corrin zieht die Konsequenz, Kommentare in den sozialen Netzwerken weitgehend zu ignorieren, um sich selbst zu schützen. Ihre Geschichte zeigt, wie herausfordernd es sein kann, als nichtbinäre Person sichtbar zu sein – gerade für Menschen, die vorher vor allem über Rollenbilder erkannt wurden. Doch ihr Engagement stärkt gerade jene, die noch auf ihrem Weg sind, sich selbst zu entdecken.
Inzwischen ist sie weiterhin omnipräsent – ob als Teil der Marvel‑Welt mit Deadpool & Wolverine oder demnächst vielleicht als Elizabeth Bennet bei Netflix – und zeigt: Ihre Bühne ist nicht die Genderdebatte, sondern die Bühne des Selbstbestimmtsein.