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Emotionaler Betrug in Italien
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Emotionaler Betrug in Italien 60-Jähriger zahlt Grindr-Liebhaber 190.000 Euro

ms - 11.05.2026 - 15:30 Uhr
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Ein 30-jähriger Mann aus der Emilia-Romagna in Norditalien ist vom Gericht in Verona jetzt wegen schwerer Betrugsdelikte zu sechs Monaten Haft verurteilt worden. Das 60-jährige schwule Opfer hatte ihm innerhalb weniger Monate insgesamt 190.000 Euro überwiesen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Mann aus Verona wegen schwerer Betrugsdelikte verurteilt.
  • Opfer ist ein schwuler 60-Jähriger, der insgesamt 190.000 Euro zahlte.
  • Beziehung begann 2020 auf der Dating-App Grindr.
  • Angeklagter baute systematische wirtschaftliche und emotionale Abhängigkeit auf.
  • Vorläufiger Schadenersatz von 10.000 Euro zugesprochen; Berufung angekündigt.

Bizarre Abhängigkeits-Beziehung 

Die Beziehung zwischen den zwei Männern begann im Juli 2020 auf Grindr. Laut Urteilsbegründung der Richterin Cristina Pezzini hat der Angeklagte, damals 24 Jahre alt, in alle den Jahren ein System wirtschaftlicher und emotionaler Abhängigkeit aufgebaut. Er wiederholte immer wieder gegenüber dem 60-jährigen Partner, dass nur er allein in der Lage sei, seine Probleme zu lösen.

Die Geldforderungen wurden unter anderem mit angeblichen Zivilprozessen, fingierten Bauamnestien von bis zu 60.000 Euro sowie der Notwendigkeit, ein Erbe eines nicht auffindbaren Onkels zu übernehmen, begründet. Auch der vom Angeklagten genannte Anwalt und Notar hatten mit dem Fall nichts zu tun.

Angeklagter betonte Machtspiele 

In der Verhandlung behauptete die Verteidigung, die Überweisungen seien Zahlungen für sexuelle Dienstleistungen gewesen. Laut Urteil habe der 60-Jährige dem Angeklagten eine sexuelle Vorliebe gezeigt, die darin bestand, wirtschaftliche Macht auszuüben, indem er sexuelle Leistungen im Austausch gegen Geldforderungen erhielt.

Die Richterin wies diese Darstellung allerdings deutlich zurück: Aufgrund der Pandemie seien Reisen nahezu unmöglich gewesen, sodass es unwahrscheinlich sei, dass jede einzelne Überweisung einem persönlichen Treffen entsprach. Dies spreche für einen emotionalen Betrug. Das Opfer habe weiterhin gezahlt „aus Angst“ und in der Hoffnung, bereits überwiesenes Geld wieder zurückzuerhalten. Erst im Frühjahr 2021 überzeugten die Geschwister des 60-Jährigen ihn, Anzeige zu erstatten und die Beziehung endgültig zu beenden.

Der Verurteilte muss dem Opfer nun vorläufig 10.000 Euro Schadenersatz zahlen; weitere Zahlungen folgen, sobald ein endgültiges Urteil vorliegt. Die Verteidigung kündigte Berufung an. Bereits im November 2025 war in Teramo ein ähnliches Erpressungs- und Betrugssystem über Grindr aufgedeckt worden.

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