Signet für queere Sichtbarkeit Turnen: Cooper Kim gewinnt NCAA-Titel und outet sich
Der amerikanische Turner Cooper Kim hat in Stanford zwei NCAA-Meistertitel errungen und sich unmittelbar nach dem historischen Erfolg öffentlich als schwul geoutet. Mit seinem Sieg im Bodenturnen sowie dem Team-Gold mit der Universität setzte Kim ein bemerkenswertes sportliches und gesellschaftliches Zeichen im College-Sport der USA.
Das Wichtigste im Überblick
- Cooper Kim gewann 2026 mit Stanford das Team-Gold und holte den Einzeltitel im Bodenturnen bei den NCAA Men’s Gymnastics Championships.
- Sein individueller Bodensieg war mit 14,466 Punkten eine der höchsten Wertungen des Turniers.
- Kim gab nach dem Wettkampf öffentlich seine Homosexualität bekannt.
- Erst im Vorfeld der Saison hatte Kim sein Coming-Out gegenüber Trainerinnen und Teamkolleginnen vollzogen.
Starke Leistungen bei der Meisterschaft
Der 21-jährige Kim überzeugte bei den diesjährigen NCAA-Meisterschaften in College Park, Pennsylvania, durch höchste Präzision und Eigenständigkeit in seiner Bodenkür. Der Mehrfach-All-American bescherte Stanford damit den sechsten nationalen Turntitel innerhalb von sieben Jahren. Auch am Reck erreichte Kim mit einem dritten Platz erneut einen Podestplatz. Besonders das Bodenturnen bezeichnete Kim als seine persönliche Lieblingsdisziplin, in der er laut eigener Aussage seine Persönlichkeit und Kreativität ausleben könne.
Coming-Out im Leistungssport
Im Anschluss an den sportlichen Triumph machte Kim sein Coming-Out öffentlich. Er schilderte, wie sehr ihn die Akzeptanz und Unterstützung des Teams durch die Saison getragen habe:
"Meine Teamkollegen und Trainer*innen haben mich bestärkt, mein authentisches Ich zu zeigen. Das hat mich nicht nur als Athlet, sondern auch als Mensch wachsen lassen."
Zuvor hatte Kim sein Coming-Out bereits intern im Team besprochen. Kim ist somit einer von nur wenigen offen schwulen Turnern im US-College-Sport, was laut Statistiken von Outsports und ESPN bisher Seltenheitswert hat. Sein Schritt erfolgte bewusst nach einer für ihn erfolgreichen Saison und verbunden mit der Hoffnung, jüngeren Sportlerinnen und Sportlern Mut zu machen.
Akzeptanz an der Universität Stanford
Kim betonte, dass die Universität Stanford für ihn das ideale Umfeld geboten habe, um sich in allen Lebensbereichen frei zu entfalten. Die positive Erfahrung während des Recruiting-Prozesses hatte maßgeblichen Einfluss auf seine Entscheidung für die kalifornische Eliteuniversität. Gegenüber US-Medien verwies Kim auf die Offenheit der Universität und darauf, wie Unterstützung und Verständnis, auch jenseits des Sports, ein erfolgreiches Akademikerinnen- und Akademiker-Dasein sowie Sportlerinnen- und Sportlerleben gleichzeitig ermöglichen.
Wichtige Fragen zum Thema
Wie selten sind Coming-Outs im amerikanischen Männerturmsport?
Offen schwule Turner sind in den großen US-College-Ligen nach wie vor eine Ausnahmeerscheinung.
Könnte Cooper Kim für Olympia nominiert werden?
Kim plant laut eigenen Angaben, sich für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles zu qualifizieren, konkrete Nominierungen stehen jedoch noch aus.
Wie hat das direkte Umfeld von Kim reagiert?
Nach eigener Aussage erhielt Kim von Familie und Team Unterstützung und positive Rückmeldungen auf sein Coming-Out.
Nächste Ziele
Mit seinen Erfolgen wird Cooper Kim nicht nur als Spitzensportler, sondern auch als Vorreiter für mehr Sichtbarkeit queerer Athletinnen und Athleten im amerikanischen College-Sport wahrgenommen. In den kommenden Monaten will er sich auf den Abschluss seines Studiums, seine Ausbildung zum Arzt und die Olympiaqualifikation konzentrieren. Das öffentliche Coming-Out markiert dabei einen Meilenstein für mehr Akzeptanz im Hochleistungssport.