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Cold Case in London
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Cold Case in London "Schwulenklatscher" nach Mord in den 1980er Jahren vor Gericht

ms - 22.04.2026 - 14:00 Uhr
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Mehr als vier Jahrzehnte nach einem tödlichen Angriff auf einen schwulen Mann im Norden Londons stehen nun zwei Brüder vor Gericht. Michael und Anthony Stewart, heute 57 und 60 Jahre alt, sollen im Jahr 1984 den 45-jährigen Beamten Anthony Littler in einer Gasse im Stadtteil East Finchley angegriffen und getötet haben.

Das Wichtigste im Überblick

  • Zwei Brüder stehen in London wegen eines Mordes aus dem Jahr 1984 vor Gericht.
  • Das Opfer wurde in einer Gasse in London tödlich verletzt aufgefunden.
  • Der Fall blieb jahrzehntelang ungeklärt und wurde erst 2022 neu aufgerollt.
  • Neue Hinweise stammen aus dem familiären Umfeld der Angeklagten.
  • Die Anklage geht von gezielten Angriffen auf vermeintlich homosexuelle Männer aus.

Mordfall aus den 1980er-Jahren 

Nach Angaben der Anklage wurde Littler in den frühen Morgenstunden des 1. Mai 1984 überfallen, als er allein unterwegs war. Er war zuvor von einem Treffen der „Society for the Preservation of Beer from the Wood“ („Gesellschaft zur Erhaltung von Bier aus dem Holzfass“) in einem Pub in Surrey auf dem Heimweg gewesen. Dabei sei er zweimal mit stumpfen Gegenständen auf den Kopf geschlagen worden. Rund eine halbe Stunde nach dem Angriff wurde Littler mit schweren Verletzungen gefunden. Neben zwei Schädelbrüchen erlitt er eine „katastrophale Hirnverletzung“. 

Persönliche Gegenstände wie Aktentasche, Kreditkarten und Bargeld befanden sich noch bei ihm. Trotz intensiver Ermittlungen blieb der Fall lange ungeklärt. Auch öffentliche Fahndungsaufrufe, unter anderem in Fernsehsendungen, führten zunächst nicht zum Erfolg. Die Brüder hatten damals angegeben, zur Tatzeit zu Hause gewesen zu sein und die betreffende Gasse nicht genutzt zu haben.

Tatverdächtigte prahlten mit „Schwulenklatschen“

Erst Jahrzehnte später kam Bewegung in die Ermittlungen: Am 29. Jahrestag der Tat wandte sich der jüngere Bruder der Angeklagten nach einem Familienstreit an die Polizei. Die Ermittlungen wurden 2022 wieder aufgenommen, anschließend liefen verdeckte Maßnahmen gegen die Beschuldigten. Vor Gericht sagte der Bruder aus, die Angeklagten hätten die Tat gestanden und mit „Schwulenklatschen“ geprahlt. Auch eine frühere Partnerin soll von einem Geständnis berichtet haben.

Der Staatsanwalt erklärte vor Gericht: „Sie werden hören, dass dies nicht das einzige Mal war, dass Michael Stewart, Anthony Stewart und andere aus ihrem Umfeld Gewalt gegen einen alleinstehenden Mann, den sie nicht kannten, an einem öffentlichen Ort ausgeübt haben.“ Weiter sagte er: „Bis zum Frühjahr 1984 war dies nach unserer Einschätzung schon seit einiger Zeit eine Gewohnheit oder ein Hobby von ihnen. Es war etwas, das ihnen Spaß machte. Sie hatten damit begonnen, Männer ins Visier zu nehmen, von denen sie annahmen, dass sie homosexuell seien.“

Auch aus dem familiären Umfeld gibt es belastende Aussagen. Eine Schwester der Angeklagten erklärte laut Ermittlern, die Brüder seien rassistisch gewesen und hätten sich an „Gewalt gegen Schwule und gegen People of Color“ beteiligt. Die Anklage geht davon aus, dass neben den beiden Brüdern ein weiterer Täter beteiligt gewesen sein könnte, der bislang nicht identifiziert ist. 

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