Direkt zum Inhalt
Hilfe für schwulen Vater
ANZEIGE

Hilfe für schwulen Vater Anklage nach Auseinandersetzung mit queerfeindlichem Interviewer

ms - 22.04.2026 - 11:30 Uhr
Loading audio player...

In den USA sind mehr als 71.000 US-Dollar (rund 66.000 Euro) für die juristische Verteidigung von David Vulin gesammelt worden. Der schwule Mann war nach einer körperlichen Auseinandersetzung mit einem queerfeindlichen Medienvertreter festgenommen und später angeklagt worden.

Das Wichtigste im Überblick

  • Über 71.000 US-Dollar wurden für die Verteidigung eines schwulen Mannes gesammelt, der nach einer Auseinandersetzung angeklagt wurde.
  • Zuvor war er mit einem queerfeindlichen Medienvertreter in West Hollywood in Streit geraten, der provokante Fragen stellte.
  • Der Mann wurde zunächst festgenommen und später wegen Sachbeschädigung angeklagt.
  • Der Medienvertreter ist als LGBTIQ+-feindlich bekannt und scheint die Situation bewusst provoziert zu haben, er selbst bestreitet dies allerdings. 

Eskalation eines Interviews 

Nach Angaben seines Ehemanns Anthony Vulin hatte sich der Vorfall im Stadtteil West Hollywood in Los Angeles ereignet, als die Familie mit ihrem neugeborenen Kind unterwegs war. Ein Medienvertreter und ein Kamerateam hatten das Paar angesprochen und dabei behauptet, für CNN zu arbeiten. Im Verlauf des Gesprächs stellte der Reporter Fragen zu angeblichen Zusammenhängen zwischen Homosexualität und Kindesmissbrauch sowie zur Familienkonstellation des Paares. Auf eine dieser Fragen reagierte Anthony Vulin mit der Aussage, diese klänge „crazy“. Die Situation eskalierte, nachdem weitere Fragen gestellt wurden. David Vulin äußerte sich lautstark gegenüber dem Reporter und stieß ihn anschließend zur Seite. Später kam es zu einem weiteren körperlichen Angriff, der schwule Vater gab dem Reporter eine Kopfnuss. 

Festnahme und Anklage

David Vulin wurde daraufhin festgenommen und nach etwa zwölf Stunden wieder freigelassen. Später wurde er wegen „Vandalismus mit einem Schaden von mindestens 400 Dollar“ angeklagt, da er eine Kamera beschädigt haben soll. Dies wird von ihm und seinem Partner bestritten. Anthony Vulin erklärte: „Wir wurden auf eine Weise ins Visier genommen, die für unsere Familie zutiefst verstörend und destabilisierend war. Mein Mann und ich haben unglaublich hart dafür gearbeitet, das Leben aufzubauen, das wir heute haben, und unser Baby darin willkommen zu heißen, was diesen Moment besonders schmerzhaft und überwältigend macht.“ Er bat um Unterstützung, da die Kosten für die Verteidigung hoch seien und die Familie Stabilität brauche.

LGBTIQ+-feindlicher Reporter

Bei dem Medienvertreter handelt es sich um den bekannten, LGBTIQ+-feindlichen Kommentator Ryley Niemi, der später erklärte, er habe angeblich versucht, die Situation zu deeskalieren. Er sagte außerdem, das Paar „schien sich nicht um die Sicherheit ihres eigenen Babys zu kümmern.“ In sozialen Netzwerken wurde der Reporter jedoch scharf kritisiert. Nutzer warfen ihm vor, die Situation gezielt provoziert zu haben und eskalieren zu lassen, um passende Inhalte zu erzeugen. So erklärte Niemi nach dem körperlichen Angriff des schwulen Mannes: „Wenn ich und mein Filmteam Männer wären, die moralisch verkommen sind, hätten wir zurückgeschlagen und das Baby verletzt. Aber wir tun so etwas nicht.“

Im Instagram-Video der Auseinandersetzung ist indes zu sehen, wie Niemi zuvor eine Reihe konfrontativer Fragen zur Elternschaft des Paares stellte. Er sagt: „Haben Sie jemals von den Statistiken gehört, dass schwule Männer viel häufiger Kindesmissbrauch begehen?“ Außerdem fragt er: „Findet ihr es nicht seltsam, dass ihr ein Kind habt, aber keiner von euch eine Frau ist?“ und später: „Ihr habt einer Frau 50.000 Dollar bezahlt, um schwanger zu sein?“. Queere Verbände gehen nach ersten Statements daher davon aus, dass die Aktion geplant gewesen war, um einen schwulen Vater so lange zu reizen, bis dieser handgreiflich wird.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Schwule Cowboys im Rampenlicht

Cowboys als Social-Media-Hit

Seit dem Nationalen Cowboy-Tag am Wochenende rücken schwule Cowboys online wieder in den Fokus – und ein altes Klischee erhält neue Aufmerksamkeit.
Sexpositive Städte weltweit

Vancouver holt deutlich auf

Die sexpositivste Stadt weltweit bleibt auch 2026 Amsterdam, doch Vancouver auf Platz 2 holt stark auf. Die erste deutsche Stadt: Köln auf Platz 4.
Kirchen im LGBTIQ+-Check

Zwischen Akzeptanz und Ablehnung

Eine neue US-Rangliste zeigt: Während einige Kirchen LGBTIQ+-Menschen vollständig gleichstellen, halten andere an einer strikten Ablehnung fest.
Australiens Volkszählung

Erstmals wird LGBTIQ+ mitgedacht

Australiens neue Volkszählung 2026 erfasst erstmals LGBTIQ+-Daten. Aktivisten sehen darin einen wichtigen Schritt für mehr Sichtbarkeit.
Lehrer kämpfen für Schutz

Ohio verschärft LGBTIQ+-Regeln

Eine Lehrerin hat in Ohio eine Kampagne angestoßen und schult Pädagogen zu LGBTIQ+-feindlichen Gesetzen gegen Schüler.
Burnhams Kabinett im Fokus

Zwischen Gleichheit und Streit

Das neue britische Labour-Kabinett unter Andy Burnham steht wegen seiner Positionen zu LGBTIQ+-Rechten derzeit verstärkt im Fokus.
HIV-Hilfe unter Druck

US-Kürzungen mit massiven Folgen

Eine neue Studie sieht massive Folgen von US-Hilfskürzungen für HIV-Programme, über 1.700 Einrichtungen weltweit mussten bereits schließen.
World Pride in Amsterdam

Königlicher Auftakt für Vielfalt

Mit Besuch von Königin Máxima ist der World Pride in Amsterdam gestartet. Veranstalter und Politik warnen vor wachsendem Druck auf LGBTIQ+-Rechte.
Ermittlung gegen Bürgermeister

Streit um beleidigende E-Mails

Nach dem Streit um die Rettung des gestrandeten Buckelwals "Timmy" ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Timmendorfer Strands schwulen Bürgermeister.