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Kreative Freiheit wird bedroht Indien: Drag-Szene protestiert gegen Transgender-Gesetz

Von mr - 31.03.2026 - 14:30 Uhr
Indien: Drag-Szene protestiert gegen Transgender-Gesetz
Foto: © IMAGO / Hindustan Times
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Eine breite Bewegung von Drag-Künstlerinnen und Drag-Künstlern in Indien hat sich öffentlich gegen den am 24. März 2026 in der Lok Sabha verabschiedeten Transgender Amendment Bill positioniert. Das Gesetz sieht vor, das Recht auf die selbstbestimmte Festlegung des eigenen Geschlechts abzuschaffen und durch ein staatlich kontrolliertes Verfahren zu ersetzen. Diese Entwicklung wird von queeren Aktivistinnen und Aktivisten, darunter der prominente Performer und Gründer von Dragvanti, Patruni Chidananda Sastry, als tiefgreifender Angriff auf die Rechte von trans* und nicht-binären Menschen bezeichnet.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Das Amendement wurde am 24. März 2026 von der Lok Sabha, dem indischen Unterhaus, verabschiedet.
  • Künftig soll die Angabe des Geschlechts medizinisch und staatlich überprüft werden müssen.
  • Die Entscheidung der Lok Sabha stößt bei queeren Künstlerinnen und Künstlern auf breite Ablehnung.
  • Die endgültige Entscheidung liegt noch beim Oberhaus, der Rajya Sabha.
  • Bereits 2014 hatte die indische Justiz das Recht auf Selbstbestimmung beim Geschlecht betont.

Die Initiative gegen das Gesetz vereint Dutzende Performende aus allen Teilen des Landes, darunter bekannte Namen wie Emperor Naaz und Betta Naan Stop. Über die Initiative Dragvanti wurde eine breit unterstützte öffentliche Erklärung zum Widerstand veröffentlicht. Die Protestierenden lehnen insbesondere den geplanten Zwang zur staatlichen Geschlechtszertifizierung ab, der das 2014 vom Supreme Court verbrieftes Recht auf freie Geschlechtsidentität aushebeln soll. Sastry betont dabei: „Gesetzliche Hürden in der Selbstidentifikation bedrohen nicht nur das Leben von trans* Personen, sondern auch die künstlerische Praxis von Drag als Ausdruck queerer Vielfalt und Selbstbestimmung.“

 

Geplante Einschränkungen und ihre Auswirkungen

Das neue Gesetz würde die rechtliche Definition von „transgender“ deutlich einschränken: Anerkannt werden künftig nur noch bestimmte, staatlich vorgegebene Kategorien. Wer sein Geschlecht offiziell ändern will, muss dafür künftig ärztliche Nachweise und eine Prüfung durch staatliche Kommissionen vorlegen. Diese Regelung birgt laut Aktivistinnen und Aktivisten unmittelbare Gefahren für die alltägliche Sicherheit und Sichtbarkeit von trans* und nicht-binären Personen. Nicht nur könnten Betroffene künftig den Zugang zu geschützten Räumen verlieren, auch droht eine Kriminalisierung von Personen, die Menschen bei der Änderung ihres Geschlechtseintrags unterstützen.

 

Künstlerische Freiheit und queere Sichtbarkeit in Gefahr

Für die indische Drag-Szene und andere queere Performende bedeutet das Gesetz einen massiven Eingriff: Ihr kreatives Schaffen und die öffentliche Sichtbarkeit könnten schnell als „Täuschung“ oder „Propaganda“ kriminalisiert werden. Patrunis Ziel bleibt, die Aufmerksamkeit auch der internationalen Gemeinschaft auf die drohenden Folgen zu lenken und ein Zeichen für Sichtbarkeit und Solidarität zu setzen.

 

Wichtige Fragen zum Thema

Warum ist das Selbstbestimmungsrecht in Indien umstritten? Das Recht, sein Geschlecht ohne staatliche Kontrolle zu bestimmen, gilt seit 2014 als Grundsatzurteil des obersten Gerichts Indiens, ist aber politisch heftig umkämpft.

Welche Rolle spielt das Oberhaus im Gesetzgebungsprozess? Das Gesetz kann erst nach Zustimmung der Rajya Sabha in Kraft treten; bislang ist das Ergebnis dort offen.

Wie reagieren internationale Menschenrechtsorganisationen? Mehrere Organisationen haben bereits kritisiert, das Gesetz widerspreche internationalen und indischen Rechtsstandards zur Gleichstellung.

 

 

Die Zukunft des Transgender Amendment Bill entscheidet sich in den kommenden Wochen im Oberhaus. Sollte die Rajya Sabha zustimmen, drohen weitreichende Einschnitte in die Rechte und die gesellschaftliche Teilhabe von trans* und nicht-binären Menschen in Indien – ein Schritt, der nicht nur die lokale Queer-Community, sondern auch die weltweite Menschenrechtslage im Blick behalten lässt.

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