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Queere und migrantische Menschen wählen AfD aus Protest

LGBTIQ+: Wachsende Isolation Queere und migrantische Menschen wählen AfD aus Protest

mr - 24.03.2026 - 20:30 Uhr
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Paul Ronzheimer hat in seiner aktuellen Sat.1-Reportage die Entscheidung mehrerer queerer und migrantischer Menschen beleuchtet, die AfD zu wählen – ein Thema, das für breite Debatten in der politischen Mitte sorgt. Überraschend ist vor allem die Tatsache, dass sich gerade Menschen, die von der Politik der AfD stark betroffen wären, aus Frust und Enttäuschung von den klassischen Parteien abwenden und ihr Kreuz zunehmend rechts machen.

 

Suchende nach Zugehörigkeit

In Germersheim traf Paul Ronzheimer verschiedene Menschen in einer Gastwirtschaft, darunter einen schwulen Mann, einen Juden und einen Muslim, die alle AfD wählten. Die Gründe dafür reichen von finanziellen Sorgen über das Empfinden, von der etablierten Politik nicht mehr gehört zu werden, bis hin zur Hoffnung auf grundlegende Veränderungen. Laut repräsentativen Erhebungen sehen viele dieser Wählerinnen und Wähler die Lage als ausweglos und reagieren auf Preissteigerungen, gefühlte Unsicherheit und fehlende Teilhabe mit Protest an der Urne. Dass ausgerechnet queere Menschen für jene Partei stimmen, die für eine restriktive Gesetzgebung gegen LGBTIQ+-Rechte steht, verwundert viele. Trotz der bekannten queerfeindlichen Positionen fühle man sich von der AfD angesprochen – teils, weil diese einfache Antworten verspreche, teils aus Unmut gegen die Sozialpolitik der Mitte.

Ronzheimer sprach auch mit der jungen Influencerin Lilly Baginski, die gezielt queerfeindliche Inhalte verbreitet. Ihre Reichweite bei Jugendlichen verdeutlicht das wachsende Unbehagen gegenüber Pluralität, das von bestimmten Akteuren instrumentalisiert wird.

 

Wie reagiert die politische Mitte?

Im Anschluss an den Beitrag stellt sich Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) den Fragen, wie Demokratinnen und Demokraten die Stimmen zurückgewinnen und das gesellschaftliche Klima verbessern wollen. In einer Phase, in der sich die AfD auf Landesebene, wie zuletzt in Rheinland-Pfalz mit 19,5 Prozent der Stimmen, weiter etabliert, steht die Regierung unter Handlungsdruck. Betrachtet man aktuelle Umfragen, zeigt sich, dass etwa jede und jeder Fünfte offen ist für extreme Positionen – dies lässt auf eine tiefere Vertrauenskrise schließen.

 

Gesellschaftliche Polarisierung nimmt zu

Die Reportage und die Begegnungen offenbaren, wie sehr die gesellschaftliche Mitte unter Druck gerät. Hass gegenüber LGBTIQ+, die Spaltung zwischen den Gruppen und fehlende Dialogkultur verstärken sich. Insbesondere queere Menschen werden sowohl von rechter wie auch teils von linker Seite marginalisiert, was das Gefühl verstärkt, politisch heimatlos zu sein. Initiativen zur politischen Bildung und Förderprogramme für Dialogformate könnten hier längerfristig gegensteuern, zeigen erste Praxiserfahrungen aus Berlin und NRW.

 

Ausblick: Suche nach Klarheit

Das Leitmotiv bleibt: Wählerinnen und Wähler wünschen sich Orientierung und Wertschätzung. Gelingt es den Parteien der Mitte nicht, auf die Sorgen einzugehen und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern, könnten weitere gesellschaftliche Gruppen künftig den Demokratieprozess infrage stellen.

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