Direkt zum Inhalt
US-Ärzte warnen vor neuer Pilz-STI

Ärzte warnen vor Pilz-STI Schmerzhafter Hautausschlag nach Sex unter Männern

ms - 09.03.2026 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

In den USA sorgt eine neu auftretende hochansteckende Pilzinfektion für große Besorgnis, die sexuell übertragbar ist und hartnäckige Hautläsionen verursachen kann. Besonders im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten werden derzeit zunehmend Fälle gemeldet, vornehmlich dabei unter schwulen und bisexuellen Männern. 

Juckende Hautstellen am Körper

Die Infektion wird durch den Pilz Trichophyton mentagrophytes Typ VII (TMVII) ausgelöst, der als sexuell übertragbare Form von Ringelflechte gilt. Betroffene entwickeln entzündete, juckende Hautstellen, die an Genitalien, Gesäß, Gesicht, Rumpf, Armen oder Beinen auftreten können. Nach Angaben von Gesundheitsbehörden verbreitet sich der Pilz durch direkten Hautkontakt, etwa beim Sex. Auch über kontaminierte Gegenstände wie Handtücher, Sexspielzeug oder Bettwäsche ist eine Ansteckung möglich. Die Symptome ähneln typischer Ringelflechte: runde, rote, schuppige Hautausschläge, die schmerzhaft oder juckend sein können. Da die Infektion äußerlich auch wie Ekzeme oder Schuppenflechte wirken kann, verzögern Betroffene manchmal die medizinische Behandlung.

Erneuter Ausbruch in Europa möglich

TMVII wurde erstmals im Juni 2024 festgestellt, nachdem ein Mann in New York nach Reisen durch mehrere europäische Länder und Kalifornien Genitalläsionen entwickelte. Während der Reise hatte er sexuellen Kontakt mit mehreren männlichen Partnern. Seither haben öffentliche Gesundheitsbehörden weitere Fälle registriert. In Minnesota meldet man derzeit den bislang größten bekannten Ausbruch in den USA mit mehr als 30 bestätigten oder verdächtigen Fällen seit Mitte 2025.

In Deutschland wurde der umgangssprachliche „Thailand-Pilz“ erstmals 2019 registriert. Seitdem wurden weitere Fälle in der Schweiz, Frankreich, Italien und Belgien gemeldet. Im Gegensatz zu typischen Pilzinfektionen, die oft durch Tiere übertragen werden, handelt es sich bei TMVII um eine Form, die primär von Mensch zu Mensch weitergegeben wird. US-Forscher berichten, dass Männer, die Sex mit Männern haben, derzeit überproportional oft davon betroffen sind, der Pilz sich aber im Grundsatz durch jeden engen Hautkontakt übertragen kann. 

Durch reiseaffine Homosexuelle oder Bisexuelle könnte der Pilz sich von den USA aus erneut auch in Europa und Deutschland verbreiten oder bereits unbemerkt von neuem ausgebreitet haben. Gesundheitsbehörden raten daher, bei unerklärlichen Hautausschlägen insbesondere im Genital- oder Gesäßbereich ärztliche Hilfe zu suchen. Betroffene sollten Hautkontakt vermeiden, Sexualpartner informieren und Kleidung sowie Bettwäsche waschen, um eine Übertragung zu verhindern. TMVII ist schwer zu behandeln und erfolgt üblicherweise mit oralen Antimykotika, diese Einnahme kann mehrere Wochen dauern; in manchen Fällen sind bis zu zwölf Wochen erforderlich, bis der Ausschlag vollständig abgeheilt ist.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Gefährdung queer Geflüchteter

Lebensgefahr droht Ludovic Mbock

Einem offen schwulen E-Sportler aus Maryland droht nach einem Routinebesuch bei den US-Einwanderungsbehörden die Abschiebung nach Kamerun.
Queere Menschen in Angst

LGBTIQ+ unter starkem Druck

Im vergangenen Jahr verzeichnete Hamburg einen alarmierenden Anstieg politisch motivierter Hasskriminalität.
Neue Debatte um Elio

Pixar-Film ohne schwule Hauptfigur

Ein schwuler Held? Das wäre für Zuschauer des Pixar-Films „Elio“ einfach „zu heikel“ gewesen, erklärte jetzt erstmals Kreativdirektor Pete Docter.
Krise in der Schweiz

Beratungsanfragen nehmen stark zu

Die Schweizer LGBTIQ Helpline hat 2025 eine starke Zunahme von über 20 % an Beratungsanfragen registriert, immer mehr queere Menschen brauchen Hilfe.
LGBTIQ+ in Deutschland

Neue Studie mit spannenden Fakten

Eine neue Studie über die LGBTIQ+-Akzeptanz in Deutschland erstaunt: Ältere sind liberaler als Jüngere. Die größte Ablehnung findet sich bei trans*.
Diversity-Verbot in Florida

Finale Abstimmung gegen Diversität

In Florida wurde in dritter Abstimmung ein Anti-Diversity-Gesetz verabschiedet. Tritt es 2027 in Kraft, hätte es fatale Folgen, nicht nur für LGBTIQ+.
Stichwahl in München

Schwuler Kandidat im Rennen

Münchens Oberbürgermeister Reiter muss in die Stichwahl: Sein Herausforderer, der schwule Grünen-Stadtrat Dominik Krause, hat Chancen auf einen Sieg.