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Comeback des Tel Aviv Pride Hasskriminalität gegen LGBTIQ+ hat in Israel rapide zugenommen

Von ms - 28.05.2026 - 08:30 Uhr
Comeback des Tel Aviv Pride
Foto: IMAGO / Pacific Press Agency
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Comeback in Israel: Nach zwei Jahren ohne große Pride-Demonstration soll der CSD in Tel Aviv in diesem Jahr nun endlich wieder auf die Straßen zurückkehren. Wie die Veranstalter mitteilten, ist die Pride Week für den Zeitraum vom 7. bis 13. Juni vorgesehen. Die zentrale Parade soll am 12. Juni stattfinden. Parallel dazu sind die Fälle von Hasskriminalität gegenüber homosexuellen und queeren Menschen im Land rapide angestiegen. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Pride Week in Tel Aviv für Juni 2026 angekündigt
  • Große CSD-Parade soll am 12. Juni stattfinden
  • Veranstaltung war zuvor zweimal ausgefallen
  • Krieg und politische Konflikte belasten Israels LGBTIQ+-Community
  • Zahl homophober Übergriffe massiv angestiegen
  • Fälle der Dating-Masche nehmen drastisch zu 
  • Queerer Verein warnt vor „Entmenschlichung“ in der Gesellschaft

Mehr als queere Party im Nahen Osten

Die Veranstaltung zählt traditionell zu den größten Pride-Events weltweit. In der Vergangenheit nahmen regelmäßig bis zu 250.000 Menschen teil. Damit gilt die Parade in Tel Aviv als größte ihrer Art in Asien und als Leuchtfeuer für Homosexuelle und queere Menschen im ganzen Nahen Osten. In den beiden Vorjahren war die Veranstaltung nicht durchgeführt worden. 2024 war der CSD aufgrund des Gaza-Krieges gecancelt worden. Tel Avivs Bürgermeister Ron Huldai hatte damals erklärt: „Dies ist nicht die Zeit für Feiern.“ 2025 wiederholte sich die Absage aus demselben Grund, zudem wurde die Situation durch die Spannungen zwischen Israel und dem Iran überdies verschärft. Für viele queere Menschen im Land war der Ausfall des CSDs zweimal hintereinander eine sehr bittere Pille – der Pride im Land ist seit jeher mehr als einfach nur eine große queere Party, sondern symbolisiert Hoffnung in einer Region, deren Nachbarländer Homosexuelle bis heute kriminalisieren, inhaftieren oder sogar hinrichten lassen. 

Welle der Hasskriminalität und Ablehnung 

Trotz der Zusage jetzt für 2026 bleibt die Lage vieler queerer Menschen allerdings auch in Israel vielerorts angespannt. Neben den Auswirkungen des Krieges sorgen politische Konflikte und gesellschaftliche Polarisierung für zusätzlichen Druck innerhalb der Community. Die Regierung von Benjamin Netanjahu arbeitet so seit Jahren mit ultraorthodoxen Parteien zusammen, deren Vertreter explizit immer wieder Rechte für LGBTIQ+-Menschen abgelehnt haben. 

Dazu kommt außerdem: Nach Angaben des queeren Nir Katz-Zentrums der Organisation Aguda (The Association for LGBTQ+ Equality) ist die Zahl homophober Übergriffe und Attacken im Jahr 2025 deutlich gestiegen. Insbesondere warnt der Verein vor Angriffen mit der Dating-Masche, bei der schwule Männer mit Aussicht auf ein Sex-Date in eine Falle gelockt und dann brutal überfallen, zusammengeschlagen und ausgeraubt werden. Immer öfter kommt es zu solchen Verbrechen, allein im vergangenen Jahr verzeichnete die Organisation über 20 Vorfälle, wobei die Dunkelziffer als sehr hoch eingeschätzt wird. Viele Opfer mussten im Krankenhaus behandelt werden. 

„Entmenschlichung“ von LGBTIQ+-Menschen

Der Bericht dokumentiert insgesamt 322 direkte Beschwerden über homophobe Vorfälle im Jahr 2025, die meisten brutalen Attacken finden an öffentlichen Orten statt. Außerdem haben Hassbotschaften online stark zugenommen, ebenso wie Bedrohungen und Erpressungen. Neben den jährlichen Zahlen fand eine separate landesweite Umfrage des israelischen Instituts für Geschlechts- und LGBTIQ+-Studien heraus, dass Homophobie in vielen Bereichen des täglichen Lebens in Israel erneut tief eingebettet ist. 

Rund neun von zehn LGBTIQ+-Befragten gaben an, dass sie Homophobie erlebt haben, viele berichteten auch über Missbrauchserfahrungen in Schulen, öffentlichen Räumen, in sozialen Medien und im Umgang mit staatlichen Institutionen. Fast die Hälfte der Studien-Teilnehmer gab an, dass sie regelmäßig auf schwere oder anhaltende Formen von Homophobie stießen - ein signifikanter Anstieg im Vergleich zu früheren Forschungen. Nimrod Gorenstein, Vorsitzender von Aguda, sagte, die Ergebnisse spiegelten eine massive Verschlechterung des öffentlichen Diskurses und der persönlichen Sicherheit wider. Gegenüber Homosexuellen und queeren Personen zeichne sich zusehends eine "Entmenschlichung" innerhalb der Gesellschaft ab. 

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