Direkt zum Inhalt
LGBTIQ+-Gleichstellungsstrategie
ANZEIGE

LGBTIQ+-Gleichstellung Hat die EU nachgebessert zum Schutz von queeren Menschen?

ms - 26.02.2026 - 14:00 Uhr
Loading audio player...

Die Europäische Kommission wird in der kommenden Woche ihre überarbeitete Strategie zur LGBTIQ+-Gleichstellung für den Zeitraum 2026 bis 2030 vorstellen. Das erste Arbeitspapier von Oktober 2025 sorgte für viel Kritik. Die queere Organisation Forbidden Colours sieht darin eine entscheidende Gelegenheit, vergangene Defizite auszugleichen und will verstärkt Druck aufbauen. 

Gefährliche Unterschätzung 

In einem aktuellen Bericht mit dem Titel „Gleichheit verteidigen im Zeitalter des demokratischen Niedergangs: Europas Gleichstellungsstrategie für 2026–2030 neu denken“ warnt Forbidden Colours in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung europaweit vor wachsenden, organisierten Anti-Rechte-Bewegungen. „In einer Zeit, in der organisierte Anti-Rechte-Netzwerke immer stärker, koordinierter und selbstbewusster werden, kann sich Europa keine weitere Strategie leisten, die das politische Schlachtfeld, auf dem wir uns befinden, unterschätzt“, so Direktor Rémy Bonny. LGBTIQ+-Personen würden dabei gezielt als Polarisierungspunkte missbraucht werden, um den zivilgesellschaftlichen Raum zu verkleinern und demokratische Normen zu schwächen.

Klare Forderungen an die EU

Die Autoren des Berichts fordern daher, die LGBTIQ+-Gleichstellung ausdrücklich in die demokratische und sicherheitspolitische Infrastruktur der EU einzubinden. Dazu gehöre unter anderem die Integration in die Überwachung der Rechtsstaatlichkeit, in Rahmenwerke zur demokratischen Resilienz und Initiativen wie das „Democracy Shield“. Außerdem sollten ausländische Informationsmanipulationen stärker analysiert und der Digital Services Act konsequent gegen die Verbreitung von Misogynie und Anti-Gender-Desinformation umgesetzt werden.

Zudem müsse die EU ihre Kapazitäten zur Bekämpfung organisierter Anti-Rechte-Bewegungen ausbauen, etwa durch gezielte Förderung zivilgesellschaftlicher Organisationen, die transnationale Netzwerke bekämpfen, durch Stärkung von Gleichstellungsstellen in zunehmend feindlichen Umfeldern und durch eine mögliche Erweiterung des Mandats des EU-Regimes für globale Menschenrechts-Sanktionen. 

Angriffe auf demokratische Prinzipien

Politik zur Gleichstellung könne nicht mehr von nationaler Sicherheit, digitaler Souveränität und demokratischer Resilienz getrennt betrachtet werden. Dieselben Netzwerke, die Diversität und Inklusion angreifen, untergraben auch EU-Regelwerke, verbreiten Desinformation und schwächen das Vertrauen in demokratische Institutionen, betont Forbidden Colours weiter. „Als Hüterin der Verträge trägt die Kommission die Verantwortung, Gleichstellung nicht unter politischem Druck zu verwässern, sondern sie als Fundament einer resilienten europäischen Demokratie zu stärken“, bekräftigt Bonny eindringlich. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

"Lächerlich" laut Sage Steele

Vorstellung bei Heimspiel

Ex-Moderatorin Sage  Steele hat die Vorstellung des neuen nicht-binären Maskottchens des Damen-Basketball-Teams Toronto Tempo "lächerlich" genannt.
Flucht in die Freiheit

Paradies mit Schattenseiten

Kap Verde gilt als sicherer Zufluchtsort für viele verfolgte homosexuelle Afrikaner – doch fehlende Asylregeln lassen viele in Unsicherheit zurück.
Der Druck zum Posten

Urlaub unter Beobachtung

Vor allem junge Menschen – auch viele queere – teilen ihren Urlaub selbstverständlich in sozialen Netzwerken. Doch das Posten kann belastend werden.
Gewalt gegen queere Fahrgäste

Forderungen an Fahrdienst Uber

Ein schwerer Angriff auf eine trans* Frau in Kolumbien löst Forderungen nach besserem Schutz queerer Fahrgäste bei Fahrdienst-Apps wie Uber aus.
Allein in der Wohnung

Queere Menschen häufig betroffen

Rund 2,1 Millionen homosexuelle und queere Menschen leben allein, besonders ältere Menschen sind häufig davon betroffen.
Kritik an der US-Polizei

Queere Menschen im Fokus?

Eine neue Studie offenbart: In Kalifornien werden Menschen, die als trans* wahrgenommen werden, häufiger von der Polizei durchsucht und festgenommen.
Aktivisten verlassen Kamerun

Community massiv unter Druck

In Kamerun bedrohen Exil, Erschöpfung und sinkende Fördermittel die Strukturen der LGBTIQ+-Community und ihre bisherigen Erfolge.
Gay for Pay bei OnlyFans

Zwischen Geld, Sex und Identität

Eine wachsende Gruppe heterosexueller Männer produziert auf OnlyFans explizite Inhalte für ein schwules Publikum und ändert Debatten über Männlichkeit
Schwules Vampir-Märchen

Sexy Fischer trifft Walfänger

Ein umjubelter schwuler Horrorfilm erzählt von einer verbotenen Liebe zwischen einem Fischer und einem Walfänger auf den Färöer-Inseln.