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Angriffe auf LGBTIQ+-Zentren

Angriffe auf LGBTIQ+-Zentren Eskalation der Gewalt im Norden Frankreichs

ms - 19.02.2026 - 12:00 Uhr
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In Nordfrankreich hat eine neue Welle von Angriffen auf LGBTIQ+-Einrichtungen die Region erschüttert. Nach einem Vorfall in Lille, bei dem mehrere Bars und ein queeres Zentrum verwüstet wurden, geriet nun auch das LGBT+-Zentrum „Le Fil“ in Maubeuge ins Visier von Aktivisten der extremen Rechten. Die Täter hinterließen auf der Fassade des Zentrums Schriftzüge und Symbole, die mit neonazistischer Ideologie in Verbindung stehen. Die Schriften, darunter das Zahlensymbol „88“ – ein Code, der in neonazistischen Kreisen für den Gruß „Heil Hitler“ steht – sowie keltische Kreuze und die Aufschrift „White Boy“, verdeutlichen die gezielte politisch motivierte Aktion dahinter. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art in den letzten Monaten, was ein wachsendes Klima der Gewalt gegen LGBTIQ+ Gruppen widerspiegelt.

Rechtsextreme Symbole und Graffiti 

Der Vorfall in Maubeuge ereignete sich am vergangenen Montag. Laut dem lokalen Nachrichtenportal La Voix du Nord entdeckten die Mitglieder von „Le Fil“, dass die Fassade ihres Gebäudes in der Rue du Commerce mit diskriminierenden Botschaften besprüht worden war. Richard Meunier, der Präsident des Zentrums, äußerte seine Überraschung über den Vorfall und betonte, dass Maubeuge normalerweise eine ruhige Gegend sei. „Es ist das erste Mal, dass so etwas hier passiert“, sagte Meunier. Die Schäden beschränkten sich glücklicherweise auf die Außenfassade des Gebäudes. Dennoch bleibe die symbolische Schwere des Vorfalls nicht zu übersehen. „Wir sind Beleidigungen gewohnt, sie gehören zu unserem Alltag. Doch in diesem Fall wurden sie konkretisiert“, erklärte Meunier. Das Zentrum kündigte an, eine Anzeige bei der Polizei in Maubeuge zu erstatten. „Auch wenn es ein sehr ernstes Ereignis ist, setzen wir unsere Arbeit fort“, so Meunier. 

Der Vorfall in Maubeuge folgte nur wenige Tage nach einer Reihe von Angriffen in Lille, bei denen Anfang Februar mehrere Bars und ein LGBTIQ+-Zentrum attackiert wurden. In diesem Fall wurden die Bars „Le Lyautey“, „Le Bel Ouvrage“ und „Le Bouquet“ mit keltischen Kreuzen besprüht, und das Zentrum „J’en suis, j’y reste“ erlitt einen Schaden durch ein zerbrochenes Fenster. Ein Sprecher der Einrichtung erklärte, dass diese Angriffe Teil eines größeren Trends von Gewalt gegen die LGBTIQ+-Community seien. Der Angriff auf die Bars sei dabei kein Zufall gewesen.

Eskalation der Gewalt

Auch laut anderen lokalen Organisationen stellt die Gewalt im Norden Frankreichs inzwischen keine isoliertes Ereignis mehr dar. Ein Sprecher von l’Offensive, einer antifaschistischen Gruppe aus Lille, bezeichnete die jüngsten Vorfälle als eine deutliche Zunahme von Angriffen durch extrem rechte Gruppen. Diese hätten sich in den letzten Monaten intensiviert. „Die extreme Rechte hat in den letzten Monaten ihre Sichtbarkeit und ihre Fähigkeit, Hass zu verbreiten, deutlich verstärkt“, erklärte der Sprecher.

Die Reaktion der Behörden auf die Angriffe war deutlich. Arnaud Deslandes, der Bürgermeister von Lille, erklärte, dass die extreme Rechte in seiner Stadt „nie einen Platz“ gehabt habe und auch nie haben werde. In einer Pressemitteilung sicherte er den betroffenen Lokalen und dem LGBTIQ+-Zentrum „J’en suis, j’y reste“ die Unterstützung der Stadtverwaltung und der Polizei zu. „Die Polizei und die städtischen Dienste sind an der Seite der Opfer“, sagte Deslandes und kündigte an, dass die Stadt die Überwachungsvideos zur Identifizierung der Täter zur Verfügung stellen werde. Bislang wurde jedoch niemand festgenommen.

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