Direkt zum Inhalt
Shia LaBeouf festgenommen
Foto: IMAGO / Bestimage
ANZEIGE

Shia LaBeouf festgenommen Homophobe Beleidigungen und Körperverletzung in New Orleans

ms - 19.02.2026 - 08:30 Uhr
Loading audio player...

Der US-Schauspieler Shia LaBeouf (39) ist am Dienstagmorgen in New Orleans festgenommen worden, nachdem er zwei schwule Männer in einer Bar mit homophoben Beleidigungen beschimpft und körperlich angegriffen haben soll. Die Opfer gaben an, dass LaBeouf während des Vorfalls Schimpfwörter verwendet habe, darunter der Begriff „Schwuchtel“, bevor er sie körperlich attackierte.

„Verdammte Schwuchtel“

Jeffrey Damnit, eines der Opfer, der als Drag Queen gekleidet war, berichtete, dass LaBeouf ihn in der Bar angegriffen habe, während er rief: „Du bist eine verdammte Schwuchtel“. Damnit veröffentlichte ein Video, das den Schauspieler im Wagen der Rettungskräfte zeigt – darauf ist demnach zu sehen, wie der Schauspieler Damnit abermals als „Schwuchtel“ beschimpft. Das zweite mutmaßliche Opfer, Nathan Thomas Reed, bestätigte die homophoben Beleidigungen. Reed erklärte, dass auch er von LaBeouf als „Schwuchtel“ bezeichnet worden ist. 

Der Vorfall ereignete sich in einer Bar im Marigny-Viertel von New Orleans, einem Stadtteil nahe dem berühmten French Quarter. Laut ersten Polizeiberichten habe LaBeouf auch mehrfach versucht, einen Bar-Manager zu schlagen, der versuchte, ihn aus dem Lokal zu entfernen. Gerichtsdokumente zufolge soll LaBeouf nach seiner Entfernung aus der Bar zurückgekehrt sein und sowohl Damnit als auch Reed wiederholt mit dem Begriff „Schwuchtel“ beschimpft haben, anschließend soll LaBeouf ihnen gedroht haben, sie töten zu können. Danach habe LaBeouf Damnit auf den Oberkörper geschlagen und später Reed ins Gesicht. LaBeouf wurde schließlich von anderen Gästen bis zum Eintreffen der Polizei zurückgehalten. In einer ersten Stellungnahme zur Festnahme gab die Polizei von New Orleans an, dass LaBeouf zunehmend aggressiv in der Bar wurde. Damnit sagte, er habe beobachtet, dass der Schauspieler stark betrunken gewesen sei.

Nach Festnahme wieder bei Mardi-Gras 

LaBeouf wurde nach seiner Festnahme in ein Krankenhaus gebracht und dann mit zwei Fällen von Körperverletzung angeklagt. Wenige Stunden nach seiner Freilassung auf Kaution wurde er wieder auf der Bourbon Street gesehen, dem Hotspot für Mardi-Gras-Feierlichkeiten, mit Mardi-Gras-Ketten um den Hals und seinen Freilassungsdokumenten im Mund. In einem Interview erklärte er, Mardi Gras sei „wunderbar“ und erklärte überdies, das Beste daran seien die interessanten Menschen, die er getroffen habe.

Damnit, der aus Los Angeles stammt und in New Orleans zu Besuch war, äußerte die Hoffnung, dass der Präsident der Screen Actors Guild, Sean Astin, den Vorfall untersuchen werde. Er hoffe, dass dies dazu führe, dass LaBeouf zur Verantwortung gezogen werde. „Bei jedem anderen Job würde das passieren“, so Damnit.

Forderung nach Konsequenzen

Kyle DeVries, der Präsident des New Orleans Pride Centers, betonte, die homophoben Beleidigungen und die Körperverletzung durch LaBeouf seien besonders problematisch, da sie in einem Klima zunehmender Angriffe auf LGBTIQ+-Personen stattfanden: „Wenn jemand mit Prominenz eine bereits stark angegriffene Gemeinschaft attackiert, könnte das anderen das Gefühl geben, dass sie das Gleiche tun dürfen“, erklärte DeVries. Er forderte Hollywood auf, LaBeoufs Verhalten zur Sprache zu bringen und ihn für etwaige Vorwürfe zur Verantwortung zu ziehen.

Michael Kennedy, ein Freund von Damnit und Strafverteidiger, kritisierte zudem die schnelle Freilassung von LaBeouf und wies darauf hin, dass in den offiziellen Berichten keine Erwähnung von homophoben Beleidigungen zu finden sei, obwohl diese auf Video dokumentiert wurden. LaBeouf hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach für negative Schlagzeilen gesorgt, unter anderem im Zusammenhang mit einer Klage der Sängerin FKA Twigs, die ihm sexuelle Übergriffe und Körperverletzung vorwarf. Er war in der Vergangenheit auch wegen öffentlicher Störungen und anderer Vorfälle in die Schlagzeilen geraten, zudem wurden immer wieder seine mutmaßlichen Alkoholprobleme thematisiert. Der nächste Gerichtstermin für LaBeouf in New Orleans ist für Mitte März angesetzt.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Nicht-monogame Nerds

Tabletop-Gamer und Polyamorie

Eine neue Feeld-Auswertung deutet auf einen amüsanten Zusammenhang zwischen „nerdigen“ Hobbys und nicht-monogamen Beziehungsformen hin.
Russland sperrt Heated Rivalry

Autorin Rachel Reid im Visier

Russland lässt Webseiten mit Rachel Reids „Heated Rivalry“-Romanen sperren und geht damit gegen schwule Inhalte der Romanreihe vor.
Fokus Geschlechtskrankheiten

Mitte 30-Jährige stark betroffen

Neue Daten zu Geschlechtskrankheiten: Das höchste Pro-Kopf-Risiko liegt weiterhin bei 25- bis 39-Jährigen, doch ältere Männer rücken nach.
Schockstudie Niederlande

Akzeptanz unter Jugendlichen sinkt

Eine neue Studie zeigt einen erneut starken Rückgang der Akzeptanz von Homosexualität unter niederländischen Jugendlichen.
Brasilien löst Olympia-Ticket

Schwule Stars trotzen Hass

Brasiliens Volleyballer gewinnen die Südamerika-Meisterschaft und qualifizieren sich für Olympia – trotz massiver homophober Angriffe.
Rekord bei Oscar-Nominierung

Neun LGBTIQ+-Filme im Rennen

Rekord bei den Oscars: Neun Länder schicken LGBTIQ+-Filme ins Rennen um den besten internationalen Film.
Pride trotz Papstbesuch?

Buenos Aires sagt Pride ab

Buenos Aires verbietet öffentliche Veranstaltungen rund um den Papstbesuch, auch den geplanten Pride. Die LGBTIQ+-Community ist empört und protestiert
Ängste von LGBTIQ+-Senioren

Sorge vor Diskriminierung im Alter

Ältere LGBTIQ+-Menschen fürchten Diskriminierung in Pflege und Alter – und die Gefahr, vergessen zu werden, wie eine britische Studie jetzt belegt.
USA holt WM-Titel

Sieg gegen Kanada im Finale

Die US-Frauen gewinnen erstmals seit 16 Jahren die Rollstuhl-Basketball-WM. Drei offen homosexuelle lebende Teammitglieder feiern mit.