Queerer Hoffnungsträger Dänemark schickt Søren Torpegaard Lund zum ESC
Der dänische Künstler Søren Torpegaard Lund wird im Mai 2026 als offen queer auftretender Sänger mit „Før Vi Går Hjem“ Dänemark beim Eurovision Song Contest in Wien vertreten. Er gewann den nationalen Vorentscheid und verkörpert für viele Zuschauerinnen und Zuschauer ein neues Verständnis von Authentizität und künstlerischer Vielfalt auf Europas größter Bühne.
Dänemarks Hoffnungsträger im Fokus
Die 70. Ausgabe des Wettbewerbs steht unter herausfordernden Vorzeichen: Mehrere Länder, darunter die Niederlande und Spanien, werden aufgrund politischer Kontroversen nicht teilnehmen. Ungeachtet dessen richtet sich nun die Aufmerksamkeit auf das künstlerische Programm. Hier sticht Søren Torpegaard Lund heraus, der nicht nur wegen seiner offenen Identität, sondern vor allem durch seine musikalische Präsenz überzeugt. Seine Wahl zum dänischen Vertreter verdankt er einem starken Auftritt beim Dansk Melodi Grand Prix, bei dem er sich gegen etablierte Konkurrentinnen und Konkurrenten durchsetzen konnte.
Lund begann seine künstlerische Laufbahn bereits im Kindesalter. Als bisher jüngster Studierender an der renommierten Musicalakademiet in Fredericia sammelte er umfangreiche Bühnenerfahrung und wirkte in internationalen Produktionen wie „West Side Story“ und „Kinky Boots“ mit. Besonders seine Fähigkeit, in seinen Auftritten verschiedene Geschlechterrollen zu verbinden, wird von Fachleuten und NGO-Vertreterinnen und -Vertretern gleichermaßen als Zeichen für gesellschaftliche Offenheit gewertet.
Stimmen für mehr Sichtbarkeit
Mit Blick auf den kommenden Wettbewerb äußert sich Lund betont selbstbewusst: „Das Aufwachsen als queer Person in einer kleinen Gemeinde hat mich gelehrt, zu mir zu stehen. Ich freue mich darauf, dies auf der großen Bühne zu zeigen.“ Dänemarks Rundfunk hebt hervor, wie wichtig ein solches Signal international ist – gerade auch im Kontext wiederkehrender Debatten um Diversität und Inklusion bei Eurovision.