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Bad Bunny löscht Instagram nach Super-Bowl-Auftritt

Rätselraten um Rückzug Bad Bunny löscht Instagram nach Super-Bowl-Auftritt

kw - 11.02.2026 - 17:30 Uhr
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Kurz nach seinem aufsehenerregenden Super-Bowl-Auftritt hat der puertoricanische Superstar Bad Bunny seine komplette Instagram-Präsenz gelöscht, inklusive aller Bilder, Profileinträge sowie seines Profilbilds. Diese radikale digitale Selbstlöschung löste in Sozialen Netzwerken umgehend heftige Spekulationen aus: Signalisiert der international gefeierte Künstler einen bewussten gesellschaftlichen Rückzug – oder markiert er damit medienwirksam den Start in eine neue kreative Phase?

 

Öffentliche Bühne ohne Social Media

Während Bad Bunny gerade erst Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer durch seine energiegeladene, bewusst politische Halbzeitshow elektrisierte, setzt der Musiker nun auf digitale Leere. Auffallend bleibt: Lediglich ein Link zu seiner eigenen Website findet sich noch im Instagram-Profil. Was klar wird: Wer in der Ära von Selbstvermarktung und Dauerpräsenz soziale Kanäle bewusst abschaltet, trifft eine Entscheidung mit großer Symbolkraft. In einer Branche, in der ständige Sichtbarkeit als Schlüssel zum Erfolg gilt, provoziert dieser Schritt Fragen nach Nähe, Kontrolle und Selbstschutz.

Dass Bad Bunny diese Aktion just nach einer von Kritik begleiteten Halfzeitperformance wagt, erscheint kaum zufällig. Während seines Auftritts präsentierte er Symbole für Inklusion und vielfältige Identitäten – Flaggen Lateinamerikas, die Botschaft „Das Einzige, was mächtiger ist als Hass, ist Liebe“ und Musik fast ausschließlich auf Spanisch. Aus dem rechten Lager kommt deutliche Ablehnung: Donald Trump nannte die Show auf Truth Social „eine der schlechtesten aller Zeiten“ und warf Bad Bunny vor, eine ganze Nation zu brüskieren. Zu diesem Kontext passen die vorherigen Statements des Künstlers gegen Ausgrenzung und Diskriminierung. Die bewusste Auslöschung seiner Social-Media-Präsenz wirkt daher wie ein stilles, aber eindringliches Statement gegen digitale Hetze und das Schubladendenken der Aufmerksamkeitsökonomie – und unterstreicht Bad Bunnys Selbstverortung als sexuell fluider Ally und politischer Künstler.

Gerade weil Bad Bunny in der jüngeren Vergangenheit immer wieder als Sprachrohr für queere Communities, antirassistische Initiativen und trans* Rechte auffiel, erzeugt seine Social-Media-Abstinenz neue Erwartungen. Spaltet er erneut das Publikum und die mediale Kommentierung – oder wird sie als Befreiungsschlag verstanden, der kreative Impulse setzt? Die Erzählung über den Superstar, der angesichts heftiger Kampagnen und politisch motivierter Abwertung einen digitalen Befreiungsschlag wagt, sagt viel über die Dynamik zwischen Kulturschaffenden und sozialen Netzwerken. Vielleicht erleben wir gerade den Prototyp einer neuen Gegenöffentlichkeit: Künstlerinnen und Künstler, die der ständigen digitalen Bewertung bewusst entsagen und so erst recht im Fokus stehen.

Ob Bad Bunny mit diesem Schritt eine neue kreative Ära einläutet oder nachhaltigen Rückzug signalisiert, bleibt offen. Sicher ist jedoch: Der gezielte Rückzug bedeutender Künstlerinnen und Künstler aus sozialen Medien könnte Medien und Publikum zwingen, Sichtbarkeit, Selbstinszenierung und Kritik im Netz grundlegend neu zu bewerten.

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