Direkt zum Inhalt
Massiver Anstieg von Homophobie
ANZEIGE

Starker Anstieg von Homophobie Neue UK-Kampagne will Übergriffe aktiv bekämpfen

ms - 13.02.2026 - 15:00 Uhr
Loading audio player...

Noch immer gibt es weltweit Probleme mit Hass auf Homosexuelle im Umfeld des Fußballs, das zeigten erst in dieser Woche ein aktueller Fall aus Brasilien sowie die brutalen Angriffe auf den bisexuellen Schiedsrichter Pascal Kaiser in Deutschland. Auch in Großbritannien kommt es immer wieder zu Anfeindungen und Hetze gegenüber Schwulen. Die britischen Organisationen „Kick It Out“ und „Football v Homophobia“ haben deswegen jetzt eine neue Kooperation zur Meldung von Anti-LGBTIQ+-Hassvorfällen im Fußball bekannt gegeben. Ziel der Partnerschaft ist es, die steigende Zahl an Übergriffen und Diskriminierungen im Fußball zu bekämpfen.

Rekordanstieg von Hassvorfällen 

Im Rahmen der Zusammenarbeit wird das Reporting-Team von „Kick It Out“ für die Bearbeitung der Meldungen beider Organisationen zuständig sein, während „Football v Homophobia“ Unterstützung für die Opfer über sein Netzwerk anbieten wird. Die Ankündigung erfolgte nach einem Rekordanstieg an gemeldeten Anti-LGBTIQ+-Vorfällen bei „Kick It Out“. Bereits mehr als fünf Monate vor dem Ende der aktuellen Saison wurden 139 Übergriffe gemeldet – eine Zahl, die den gesamten Vorjahreswert erreicht hat. Diese Fälle betrafen sowohl den Profifußball als auch den Amateurbereich und Online-Plattformen.

Im Vorjahr wurde auch ein erheblicher Anstieg von Sexismus, Homo- und Transphobie und Hass aufgrund von religiösen Überzeugungen verzeichnet, wie das britische Innenministerium bestätigte. Auch in der Premier League und der EFL gab es vermehrt Anti-LGBTIQ+-Attacken. Sehr auffällig waren 49 Premier-League-Spiele, in denen homophobe Vorfälle dokumentiert wurden – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zur Saison zuvor. Besonders betroffen waren die Spiele von Brighton und Chelsea, ein häufiger Vorfall bei Chelsea-Fans ist der homophobe „Chelsea Rent Boy“-Sprechgesang, der auf die Geschichte des Clubs verweist. Laut den Behörden-Daten verzeichneten alle 20 Premier-League-Teams mindestens ein Spiel, bei dem ein homophober Vorfall gemeldet wurde.

Es muss mehr passieren 

Chris Paouros, stellvertretender Vorsitzender von „Kick It Out“, erklärte: „Der Anstieg der Meldungen über Homophobie in dieser Saison zeigt, dass der Fußball trotz aller Fortschritte noch stärkere Maßnahmen ergreifen muss, damit LGBTIQ+-Gemeinschaften im Sport ein echtes Gefühl der Zugehörigkeit und des Respekts erleben können. Das bedeutet, die Gemeinschaft zu feiern, Bildungsmaßnahmen zu fördern, das Melden von Vorfällen zu ermutigen und dafür zu sorgen, dass bei Vorfällen größere Verantwortung übernommen wird.“ 

Zudem betonte Paouros weiter: „Obwohl der homophobe Gesang im Zusammenhang mit dem Chelsea Football Club mittlerweile eine Straftat darstellt, erhalten wir immer noch Berichte darüber, dass er weiterhin gesungen wird. Besonders auf Amateurebene ist der homophobe Missbrauch in dieser Saison stark angestiegen.“ Und Lou Englefield von „Football v Homophobia“ betonte: „Obwohl es in dieser Saison bereits einen deutlichen Anstieg der Berichte über Anti-LGBTIQ+-Sprache und -Verhalten im Fußball gab, ist es wichtig zu betonen, dass viele Vorfälle von Homophobie und Transphobie weiterhin ungemeldet bleiben.“

Eine Umfrage unter LGBTIQ+-Fußballfans dokumentierte dabei den Wunsch, dass Homophobie ernster behandelt wird. Weniger als ein Viertel der Fans, die solche Diskriminierung erlebt oder beobachtet haben, meldeten diese Vorfälle tatsächlich, so das traurige Fazit der Studie. Mit der neuen Zusammenarbeit hofft „Football v Homophobia“, das Vertrauen in den Meldeprozess zu stärken und eine breitere Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Heated Rivalry kehrt zurück

Staffel 2-Drehstart steht bevor

Connor Storrie und Hudson Williams stimmen Fans mit einem gemeinsamen Auftritt in Toronto auf die zweite Staffel von „Heated Rivalry“ ein.
Überraschung bei Heartstopper

Gelöschte Sex-Szenen enthüllt

Die „Heartstopper“-Stars verrieten jetzt: Netflix strich den Großteil der gedrehten Sex-Szenen aus dem Abschlussfilm, einiges sei wie "Porno" gewesen.
Autor Benjamin Alire Sáenz

Abschied von einem Erzähler

Der Schriftsteller Benjamin Alire Sáenz, bekannt für „Aristoteles und Dante“, ist im Alter von 71 Jahren gestorben.
Dritte Festnahme von Drake Von

Pornostar wird abermals inhaftiert

Adultdarsteller Drake Von ist jetzt zum dritten Mal in diesem Jahr festgenommen worden. Gegen ihn laufen inzwischen mehrere Strafverfahren.
Haft wegen Regenbogen-Shirt

Russland verschärft Repressionen

Ein russischer Kommunalwahlkandidat muss wegen eines Regenbogen-T-Shirts zehn Tage in Haft und darf nicht mehr kandidieren.
KI-Brillen sorgen für Kritik

Warnung vor Überwachungsrisiko

KI-Brillen von Meta könnten laut Kritikern neue Formen staatlicher Überwachung ermöglichen und besonders Minderheiten wie LGBTIQ+ gefährden.
Rätselhafter Tod in Dublin

Leiche in Recyclinganlage entdeckt

Ein obdachloser schwuler Mann wurde tot in einer Müllanlage in Dublin gefunden. Die Polizei schließt ein mögliches Verbrechen nicht aus.
Hardcore in Österreich

Alterscheck für alle Pornoseiten

Österreich plant ab 2027 verpflichtende Alterskontrollen für Pornoseiten. Kritiker warnen vor Risiken für Datenschutz und Anonymität.
Uni-Rauswurf in Nigeria

Schwule Studenten exmatrikuliert

Eine nigerianische Universität hat jetzt zwei männliche Studenten wegen einer homosexuellen Beziehung von der Hochschule geworfen.