Konstant falsche Anrede Schwedischer Skifahrer Elis Lundholm wird von NBC misgendert
Elis Lundholm, erster offen trans* Mann im Winterolympischen Wettbewerb und Hoffnungsträger für das schwedische Skiteam, wurde während der Übertragung seines Wettkampfs wiederholt von NBC Sports misgendert. Trotz Lundholms öffentlicher Identifikation als trans* Mann und der Nutzung des Pronomens "er" für sich selbst, verwendeten die Kommentatorinnen und Kommentatoren konstant die falsche Anrede. Der Zwischenfall sorgte in der internationalen Sportlandschaft für reges Aufsehen und eine sofortige Reaktion seitens des Senders.
Olympiapremiere weckt breites Interesse
Die Präsenz von Lundholm bei den Winterspielen markiert einen historischen Moment: Er ist der weltweit zweite offen trans* männliche Olympiateilnehmer und der erste in einem offiziellen Winterwettbewerb. Im Rahmen der aktuellen Reglements der Internationalen Skiföderation startete er in der Frauenkategorie, was die Komplexität und Herausforderungen für trans* Athletinnen und Athleten besonders sichtbar macht. Im Jahr 2026 so viele offen queere Sportlerinnen und Sportler wie noch nie für 13 Nationen in neun Disziplinen an – ein neuer Meilenstein hinsichtlich Vielfalt und Sichtbarkeit im olympischen Wintersport.
NBC entschuldigt sich offiziell für Fehler
NBC Sports reagierte rasch und entschuldigte sich offiziell für das wiederholte Misgendern von Lundholm
„NBC Sports nimmt diese Angelegenheit sehr ernst. Wir haben umgehend gehandelt und den betreffenden Stream, der von einem internationalen Feed mit nicht NBC-eigenen Kommentatorinnen und Kommentatoren stammte, entfernt“, erklärte eine Sprecherin des Senders.
Das Team wolle sicherstellen, dass sich derartige Fehler nicht wiederholen. Unterstützung erhielt Lundholm auch von anderen Sportlerinnen und Sportlern, die im olympischen Kontext mehr Sensibilität und Fortbildung hinsichtlich Geschlechtsidentitäten fordern.
Ein historischer, aber steiniger Weg für trans* Sportlerinnen und Sportler
Trans* Athletinnen und Athleten stehen weiterhin vor mehrfachen Hürden: Einerseits sind Reglements und Teilnahmekategorien international nach wie vor umstritten, andererseits beklagen Betroffene häufig Diskriminierung bis hin zu öffentlicher Fehlansprache. Fachverbände und Initiativen setzen sich daher verstärkt für mehr Anerkennung und Aufklärung innerhalb der Sportwelt ein. In Deutschland fordern entsprechende Organisationen wie der LSVD⁺ – Verband Queere Vielfalt eine strukturelle Anpassung der Regeln sowie gezielte Schulungen für alle Beteiligten.
Durch die scharfe öffentliche Resonanz und das schnelle Eingreifen des TV-Senders rückt die Frage der Sensibilität im Umgang mit trans* Sportlerinnen und Sportlern erneut in den Mittelpunkt. Die Olympia-Teilnahme von Elis Lundholm sendet ein starkes Signal: Inklusivität und Respekt sind keine Nebensachen mehr, sondern müssen elementarer Bestandteil des Sportjournalismus und des olympischen Gedankens sein. Die kommenden Wettbewerbe werden zeigen, ob für Athletinnen und Athleten aller Geschlechter gleiche Bedingungen und Respekt zum neuen Standard werden.