Morde in Brasilien Trans* Menschen und Schwule im Fokus der Attacken
Die Mordfälle gegenüber LGBTIQ+-Menschen in Brasilien verharren nach wie vor auf einem Allzeithoch. Gesamtdaten für das ganze Jahr 2025 liegen zwar noch nicht vor, aber die Morde an queeren Personen zeigen bereits auf, dass sich die Lage nicht verbessert haben dürfte. Im Jahr 2025 hat Brasilien erneut die meisten Morde an trans* und nicht-binären Menschen weltweit verzeichnet.
Höchste Mordrate unter queeren Personen
Laut dem globalen „Trans Murder Monitoring“-Bericht, der die Todesfälle von Oktober 2024 bis September 2025 dokumentiert, wurden in diesem Zeitraum insgesamt 77 Morde an trans* und queeren Personen in Brasilien registriert, weltweit waren es 281 Opfer. Trotz eines Rückgangs von 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als noch 122 Morde gezählt wurden, bleibt Brasilien damit weiterhin an der Spitze dieser traurigen Rangliste. Das Land hält diese Position seit Beginn des Trans-Mord-Monitorings im Jahr 2008.
Attacken nehmen weiter zu
Zumeist noch höher ist die Anzahl von Mordfällen an schwulen Männern, sie sind die zweite große Opfergruppe innerhalb der Community im Land. Zuletzt nahmen 2024 die Attacken auf LGBTIQ+-Menschen im Land um 52 Prozent zu, wie das brasilianische Jahrbuch zur öffentlichen Sicherheit festgehalten hat. Nach Einschätzung der ILGA World ist von bis zu 25.000 Angriffen binnen eines Jahres auszugehen. Dazu kommt ein massiver Anstieg von Körperverletzungen, Beschimpfungen und Beleidigungen, die Fallzahlen stiegen zuletzt hier um 41 Prozent an.
Bis zu 300 Morde jährlich
Im Durchschnitt werden jedes Jahr zwischen 190 und 300 Homosexuelle und queere Menschen in Brasilien ermordet, 2024 waren es 191 Opfer, der Großteil davon waren Schwule. Alle 46 Stunden komme es in Brasilien zu einem solchen Mord, so die Schwulen-Organisation Grupo Gay da Bahia.
Ein Sprecher des Vereins betonte überdies: „Die massive Zunahme von Fällen von LGBTIQ+-Feindlichkeit zeigt, dass die Community weiterhin und ständig Ziel von Gewalt und Diskriminierung ist. Diese Daten sind ein Weckruf an die Gesellschaft und die Behörden, Maßnahmen zum Schutz und zur Bekämpfung von Diskriminierung zu intensivieren und sicherzustellen, dass die Rechte aller Menschen, insbesondere der LGBTIQ+-Bevölkerung, respektiert und umgesetzt werden.“