Gianni Infantino hofiert Putin FIFA-Chef macht sich für Russland im Weltfußball stark
FIFA-Präsident Gianni Infantino hat nach wie vor kein Problem mit Staaten, in denen die allgemeinen Menschenrechte sowie insbesondere die Grundrechte von Homosexuellen und queeren Personen radikal missachtet werden. Das zeigte sich bereits 2022 bei der Fußballweltmeisterschaft in Katar sowie zwei Jahre später bei der Vergabe der WM 2034 nach Saudi-Arabien – in beiden Ländern existiert bis heute die Todesstrafe für Schwule. Nun hofiert Infantino Staatschef Wladimir Putin und sprach sich für eine Rückkehr Russlands in den internationalen Fußball aus.
Russland im Weltfußball
Nach seiner Ansicht sollte der seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine bestehende Ausschluss aufgehoben werden, zumindest im Nachwuchsbereich. Auf eine Frage des britischen Senders Sky, ob die FIFA die Suspendierung Russlands beenden solle, antwortete Infantino in diesen Tagen: „Oh, auf jeden Fall. Das müssen wir. Ja, zumindest auf Jugendebene.“ Der Bann habe „nichts gebracht. Er hat nur zu mehr Frustration und Hass geführt“. Zudem sagte er: „Es wäre hilfreich, wenn Mädchen und Jungen aus Russland in anderen Teilen Europas Fußball spielen könnten.“
Die Tatsache, dass Homosexuelle und queere Menschen auch in Russland immer massiver von Seiten der Regierung attackiert und auch hier grundlegende Menschenrechte missachtet werden, spielt in der Welt des FIFA-Chefs einmal mehr ganz offensichtlich keine Rolle. Die Reaktionen auf seine Äußerungen fallen indes gegensätzlich aus: scharfe Kritik aus der Ukraine und Zustimmung aus Russland.
Infantino sei „moralisch degeneriert“
In der Ukraine stießen Infantinos Aussagen auf deutliche Kritik. Sportminister Matwij Bidny sagte Sky News: „Gianni Infantinos Worte klingen unverantwortlich – um nicht zu sagen kindisch. Sie lösen den Fußball von der Realität, in der Kinder getötet werden.“ Krieg sei ein Verbrechen und keine Politik. Russland politisiere den Sport und nutze ihn zur Rechtfertigung von Aggressionen. Solange Ukrainer getötet würden, hätten russische Flaggen und nationale Symbole keinen Platz „unter Menschen, die Werte wie Gerechtigkeit, Integrität und Fairplay respektieren“. Außenminister Andrij Sybiha bezeichnete Infantino indirekt als „moralisch degeneriert“.
In Russland wurden die Äußerungen dagegen begrüßt. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte: „Wir haben diese Erklärungen gesehen und begrüßen sie. Das ist etwas, worüber man schon vor langer Zeit hätte nachdenken sollen.“ Der russische Fußballverband erklärte, er unterstütze die „Position von Herrn Infantino voll und ganz“.
Russland ist seit dem Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 vom internationalen Fußball ausgeschlossen. Die russische Nationalmannschaft durfte deshalb nicht an der Weltmeisterschaft 2022 in Katar teilnehmen und ist auch von der Qualifikation für die WM 2026 ausgeschlossen. Theoretisch könnte das UEFA-Exekutivkomitee, das kommende Woche zusammentritt, über eine Wiederzulassung Russlands zu Vereins- und Nationalmannschaftswettbewerben entscheiden. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hatte allerdings bereits erklärt, eine Rückkehr sei nur möglich, wenn die Invasion in der Ukraine beendet werde.