Historischer Schritt in Nepal Bhumika Shrestha ist die erste trans* Abgeordnete im Parlament
Nepal hat einen historischen Schritt im Bereich LGBTIQ+ gemacht: Bhumika Shrestha wurde in dieser Woche zur ersten trans* Abgeordneten des Landes gewählt. Shrestha tritt ihr Mandat als Mitglied der Rastriya Swatantra Party an, die bei der letzten Parlamentswahl einen Sieg errungen hatte. Die Wahlkommission Nepals bestätigte die 30-jährige Aktivistin als Abgeordnete.
Hohe Erwartungen in der Community
Shrestha, die sich selbst als „drittes Geschlecht“ identifiziert, begrüßte ihre Ernennung als „große Verantwortung“. Das „dritte Geschlecht“ ist in Nepal seit einem Urteil des Obersten Gerichtshofs aus dem Jahr 2007 rechtlich anerkannt und gestattet die Selbstbestimmung der Geschlechtsidentität. Trotz der fortschrittlichen Gesetzgebung in Nepal sieht sich die LGBTIQ+-Gemeinschaft allerdings weiterhin mit erheblichen Diskriminierungen konfrontiert.
„Ich bin sehr aufgeregt, aber mir ist auch bewusst, welche Verantwortung nun auf meinen Schultern liegt“, sagte Shrestha in einer ersten Reaktion auf ihre Wahl. „Unsere Verfassung enthält Bestimmungen, die unsere Gemeinschaft unterstützen sollten, aber bisher wurden diese nicht in konkrete Gesetze und politische Maßnahmen umgesetzt. Unsere Gemeinschaft erwartet von mir, dass ich ihre Anliegen im Parlament vertrete“, so die Abgeordnete weiter.
Nepal als Vorreiter in Südasien
Die Wahl von Shrestha stieß auf breite Unterstützung innerhalb der LGBTIQ+-Community des Landes. In der Zentrale der Blue Diamond Society in Kathmandu, einer queeren Organisation, mit der Shrestha in der Vergangenheit zusammengearbeitet hat, versammelten sich zahlreiche Unterstützer, um den historischen Moment zu feiern. Zu den Feierlichkeiten gehörten die Übergabe von Blumen, Schals und historischen Geschenken, die den Sieg würdigten.
Nepal gilt als Vorreiter für LGBTIQ+-Rechte in Südasien und ist bekannt für seine fortschrittlichen Gesetze in der Region. Doch trotz dieser Errungenschaften bleibt die Community mit viel Vorurteilen und Diskriminierung konfrontiert. Homosexualität ist seit 2007 legal, und seit 2023 ist die gleichgeschlechtliche Ehe nach einem Gerichtsurteil faktisch möglich. Trotz Diskriminierungsverboten in der Verfassung (seit 2015) existieren allerdings im konservativen Alltag jedoch noch Hürden.