Direkt zum Inhalt
Haftstrafe nach Hitlergruß

Haftstrafe nach Hitlergruß Ein junger CSD-Besucher muss für 18 Monate ins Gefängnis

ms - 03.02.2026 - 08:30 Uhr
Loading audio player...

Nach einem Vorfall bei der Linz Pride Parade ist ein 23-jähriger Mann aus Traun jetzt zu einer Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt worden. Das Landesgericht Linz sprach den Mann schuldig, beim CSD mehrfach den Hitlergruß gezeigt zu haben. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Falschbehauptung vor Gericht

Der 23-Jährige war am 21. Juni während der Pride-Veranstaltung im Bereich Graben von Polizeibeamten bemerkt worden, die den Demonstrationszug begleiteten. Nach Angaben der Ermittler ging der Mann dem Protestzug entgegen, blieb am Straßenrand stehen und hob dabei die rechte Hand zum Hitlergruß. Die Einsatzkräfte schritten umgehend ein. Der Beschuldigte versuchte sein Verhalten zu erklären und gab an, er habe „nur winken“ wollen. Diese Darstellung wurde jedoch weder von den einschreitenden Polizisten noch vom Gericht geteilt. Auch die Geschworenen folgten dieser Einlassung nicht.

18 Monate Haft 

Das Landesgericht Linz verhängte schließlich eine Haftstrafe von 18 Monaten. Der gesetzliche Strafrahmen für das Delikt reicht von einem bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe. Das Urteil fiel früher als zunächst erwartet und ist bereits rechtskräftig, der 23-Jährige muss die Strafe antreten. Abseits dieses Vorfalls verlief die Linz Pride laut Behörden und Veranstaltern ruhig. Die Polizei sprach von rund 4.300 Teilnehmern, der Veranstalter von etwa 13.000 Menschen. 

Hasskriminalität steigt weiter an

Die Zahl der Hasskriminalitäts-Delikte in Österreich ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen, insbesondere wenn es um Straftaten mit queerfeindlichem Hintergrund geht. Laut dem aktuellen Hate-Crime-Bericht des Innenministeriums wurden im Jahr 2024 insgesamt  fast 6.800 vorurteilsmotivierte Straftaten erfasst – rund 20 Prozent mehr als 2023. Zu den am häufigsten registrierten Beweggründen gehörten Weltanschauung, nationale oder ethnische Herkunft, Religion, Hautfarbe und sexuelle Orientierung. 

Bei 317 der dokumentierten Motive war die sexuelle Orientierung der ausschlaggebende Beweggrund. Rund 90 Prozent der Angriffe werden ähnlich wie in Deutschland gar nicht erst angezeigt, seit letztem Jahr sollen die Attacken gegen LGBTIQ+-Menschen besser dokumentiert und erfasst werden. Auch queere Verbände fordern lautstark mehr Einsatz gegen queere Hassverbrechen. Das Innenministerium hatte die systematische Erfassung von Hassverbrechen erst 2020 eingeführt. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Fans und Crew bestürzt

Dreharbeiten vorerst ausgesetzt

"Drag Race Philippines" trauert: Die Kandidatin Misua ist plötzlich während der Dreharbeiten gestorben. Sie wurde nur 27 Jahre alt.
Direkte Folgen für Sicherheit

Gewaltschutzgesetz-Anpassung nötig

Personen aus der LGBTIQ+-Community sind laut Forschung besonders häufig von digitaler Gewalt betroffen, die durch KI-Einsatz gezielt verstärkt wird.
Er sei besser als Donald Trump

Ex-CNN-Moderator ins Weiße Haus?

Don Lemon hat erstmals öffentlich darüber gesprochen, sich vorstellen zu können, als erster offen schwuler US-Präsident zu kandidieren.
25 Jahren nicht in Deutschland

Entscheidung fällt im Oktober

Dresden steht vor der Ausrichtung des Europride 2029, Deutschland wäre nach 25 Jahren wieder Ausrichter.
Urteil gegen Jacques Tilly

102 Monate Haft für Karnevalsbauer

Ein Gericht in Moskau hat den Karnevalswagenbauer Jacques Tilly in Abwesenheit zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.
Diskriminierung bei Gesundheit

RKI legt neue Studiendaten vor

Eine neue Studie des RKI zeigt auf, dass queere Menschen nach wie vor im deutschen Gesundheitsbereich besonders oft Diskriminierung erleben.