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Gewalt im Iran geht weiter Verschleppungen und Einschüchterungen von Aktivisten

Von ms - 28.01.2026 - 10:30 Uhr
Gewalt in Iran geht weiter
Foto: IMAGO / Middle East Images
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Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International schlägt Alarm: Die iranischen Behörden setzen ihr brutales Vorgehen gegen die eigene Bevölkerung unvermindert fort. Der Verein hat willkürliche Massenfestnahmen, das Verschwindenlassen von Personen sowie die systematische Einschüchterung von Angehörigen dokumentiert. Unter den Opfern befinden sich mutmaßlich auch Homosexuelle und queere Menschen, die seit Jahrzehnten bereits Verfolgung und Mord ausgesetzt sind. 

Willkürliche Festnahmen und Erschießungen 

„Seit Wochen wird die iranische Zivilgesellschaft mit beispielloser Härte unterdrückt. Auch nach den Massakern an Demonstrierenden vom 8. und 9. Januar 2026 reißt die Gewaltwelle nicht ab. Die iranischen Behörden haben das Internet abgeschaltet, nächtliche Ausgangssperren verhängt und jegliche Versammlungen untersagt. Zehntausende Menschen – darunter auch Kinder – wurden willkürlich festgenommen, gefoltert oder sind spurlos verschwunden. Sicherheitskräfte hinderten Verletzte mehrfach daran, ärztliche Hilfe zu erhalten, oder verhafteten sie direkt in den Krankenhäusern“, beschreibt die Menschenrechtsorganisation die aktuelle Lage.

Dabei dokumentierte Amnesty auch den grausamen Alltag, beispielsweise, wenn Menschen in einer provisorischen Leichenhalle in Kahrizak in der Nähe der iranischen Hauptstadt Teheran nach vermissten Angehörigen suchen müssen. 

Mindestens 5.000 Todesopfer 

„Die Behörden isolieren gezielt mehr als 90 Millionen Menschen vom Rest der Welt, um ihre Verbrechen zu vertuschen", erklärt Diana Eltahawy, stellvertretende Regionaldirektorin für den Nahen Osten und Nordafrika bei Amnesty International. „Die internationale Gemeinschaft darf nicht zulassen, dass ein weiteres Kapitel massiver Gräueltaten in Iran ohne Konsequenzen bleibt.“  

Amnesty fordert daher internationale Ermittlungen und die Strafverfolgung der Verantwortlichen, um „die Spirale aus Blutvergießen und Straflosigkeit“ zu durchbrechen. Die UN-Sonderberichterstatterin für den Iran, Mai Sato, geht derzeit von mindestens 5.000 Todesopfern aus. 

Grausame Brutalität auch gegen LGBTIQ+

„Das Ausmaß der Menschenrechtsverletzungen in Iran ist erschütternd. Es übersteigt in seinem Ausmaß alles, was Amnesty während der letzten Jahre mit Blick auf Iran dokumentiert hat“, so der Verein weiter. Seit der Machtergreifung des Mullah-Regimes 1979 wurden mindestens viertausend schwule Männer grausam hingerichtet. 

Die Dokumentation der aktuellen Repressionsmaßnahmen lässt befürchten, dass die Opferzahlen auch innerhalb der Community weiter massiv ansteigen. So werden laut Amnesty bei nächtlichen Razzien in Privatwohnungen, am Arbeitsplatz sowie an Straßensperren Zehntausende inhaftiert, viele davon Studenten, Journalisten, Kritiker, Aktivisten und Jugendliche. „In Gefängnissen und inoffiziellen Haftanstalten sind Inhaftierte – auch Minderjährige – dann Schlägen, Elektroschocks, Schein-Hinrichtungen und sexualisierter Gewalt ausgesetzt“, so Amnesty weiter. 

Auch die iranische NGO 6Rang, die sich für die Rechte von LGBTIQ+ Menschen im Iran einsetzt, dokumentierte unlängst Zeugenaussagen von Gewalt und Menschenrechtsverletzungen. Schwule sind oftmals „korrigierenden Vergewaltigungen“ ausgesetzt. Viele Betroffene verschwinden für immer spurlos. Leichen werden ihren Familien nur nach Zahlung einer hohen Geldsumme übergeben. Das Staatsfernsehen strahlt indes unter Zwang entstandene Propagandavideos aus. „Darin müssen Gefangene und sogar trauernde Angehörige vorgefertigte Texte verlesen, um die Sicherheitskräfte von jeder Schuld freizusprechen.“ 

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