U-Haft für Mitarbeiter Ermittlungen in Bünde: Sexuelle Handlungen an Leichen
Nach den mutmaßlichen massiven Verstößen gegen die Totenruhe im Krankenhaus Bünde (Nordrhein-Westfalen) haben Polizei und Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen gegen einen 39-jährigen ehemaligen Mitarbeiter ausgeweitet. Ihm wird zur Last gelegt, in einem Krankenhaus im nordrhein-westfälischen Bünde sexuelle Handlungen an zwei Leichen – einer verstorbenen Frau und einem verstorbenen Mann – vorgenommen zu haben. Die Zahl der Verdachtsfälle stieg von zunächst zwei auf mittlerweile sieben. Ein Untersuchungshaftbefehl gegen den Mann wurde am Wochenende vollstreckt.
Verdacht auf Serienvergehen in Bünde
Die Ermittlungsbehörden konnten nach der Wohnungsdurchsuchung bei dem Beschuldigten audiovisuelle Belege auf beschlagnahmten Datenträgern sicherstellen, die laut offiziellen Aussagen mehrfach dokumentierte Taten zeigen. Demnach soll der Mann, der bis Juni 2025 als Reinigungskraft tätig war, in verschiedenen Monaten – Juni, November und Dezember – unerkannt nachts die Pathologie betreten haben. Die Auswertung der Videoaufnahmen legte nahe, dass es sich um systematische Handlungen handelte. Die Polizei betont, dass aktuell weitere betroffene Fälle nicht ausgeschlossen werden können, da noch umfangreiche digitale Spuren ausgewertet werden müssen.
Im betroffenen Kreis Herford sprechen Fachleute von einem beispiellosen Vorgang im deutschen Gesundheitswesen. Die Störung der Totenruhe stellt eine gravierende Straftat dar und ist nach Paragraf 168 Strafgesetzbuch mit bis zu drei Jahren Haft oder Geldstrafe bedroht. Juristinnen und Juristen ordnen ein, dass durch die digitalen Beweise die Einleitung eines öffentlichen Hauptverfahrens sehr wahrscheinlich geworden ist. „Die Schwere der Tat und das methodische Vorgehen wiegen besonders schwer“, äußerte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Das betroffene Krankenhaus unterstützt nach eigenen Angaben die Ermittlungen umfassend und prüft interne Abläufe, wie es zu den Taten kommen konnte. Angehörige der Verstorbenen werden psychologisch betreut; die Verantwortlichen betonen, dass solche Vorfälle das Vertrauen in medizinische Institutionen massiv erschüttern können.