Direkt zum Inhalt
Gericht verurteilt queerfeindliche Attacke in Worms
ANZEIGE

Hauptangeklagte ist Ex-Frau Gericht verurteilt queerfeindliche Attacke in Worms

mr - 27.01.2026 - 15:00 Uhr
Loading audio player...

Eine brutale queerfeindliche Attacke am Wormser Hauptbahnhof hat nun vor Gericht Konsequenzen nach sich gezogen: Das Amtsgericht Worms verurteilte vier beteiligte Personen zu Bewährungsstrafen, nachdem sie gemeinschaftlich einen Mann körperlich und verbal attackiert hatten, weil er der neue Freund des Ex-Mannes einer der Täterinnen ist.

 

Urteil nach gemeinschaftlicher Gewalt am Bahnhof

Die Tat ereignete sich im Dezember 2023, als der Ex-Mann der damals 27-jährigen Hauptangeklagten gemeinsam mit seinem neuen Partner die gemeinsamen Kinder besuchen wollte. Die Situation eskalierte, nachdem die Frau ihren ehemaligen Partner und seinen Freund am Bahnhof mit homophoben Bemerkungen konfrontierte. Die Auseinandersetzung verschärfte sich, als die Frau Verwandte zur Unterstützung holte. Zusammen beschimpften sie das schwule Paar nicht nur, sondern griffen den neuen Partner des Ex-Mannes körperlich an. Dieser erlitt schwere Gesichtsverletzungen und Prellungen, hinzu kommen psychische Folgen wie Depressionen und eine posttraumatische Belastungsstörung.

 

Gericht sieht klare Grenze überschritten

Das Gericht hat vier Angreifende – zwei Frauen und zwei Männer – zu jeweils acht Monaten auf Bewährung und zur Zahlung von Schmerzensgeld verurteilt. Die Richterin wies Argumente der Angeklagten, sie seien provoziert worden und hätten aus Notwehr gehandelt, entschieden zurück. Besonders betonte sie die Verantwortung aller Beteiligten: Sie hätten die Situation vermeiden können, indem sie nicht in den Zug einstiegen und die körperliche Auseinandersetzung suchten. Die Richterin unterstrich, dass in einer pluralen Gesellschaft jede Lebensform respektiert werden müsse und Eltern das Recht hätten, im Beisein ihrer Kinder zu leben, wie sie sind.

 

Beeindruckende Worte im Gerichtssaal

Richterin Sabine H. erklärte während der Urteilsverkündung: „Homosexualität abzulehnen, steht jedem frei. Der Vater muss dennoch mit seinen Kindern so umgehen können, wie er ist.“ Nach Angaben der Gerichte erhalten drei der vier Angeklagten Bürgergeld. Mit dem Urteil, betonte die Richterin, seien die Täterinnen und Täter noch glimpflich davongekommen.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Happy Birthday Ralf König

Comic-Ikone feiert Schnapszahl

Mit seinen Comics prägte Ralf König über Jahrzehnte das Selbstverständnis schwuler Männer – jetzt wird der Meister 66 Jahre jung. Wir gratulieren!
Musikwelt in Trauer

Madonna-Produzent ist tot

William Orbit ist tot. Die Musikwelt verliert einen der einflussreichsten Produzenten, unter anderem von Madonna, Britney Spears und Pink.
Gute Ausreden im Sommer

Hitzefrei im Regenbogenland

Wenn die Temperaturen steigen, wird das Nachtleben kreativ – vor allem bei der Frage, warum heute wirklich niemand auf die Tanzfläche muss.
Schwule Badehäuser in New York

Comeback nach 40 Jahren Verbot

Die Stadt New York prüft nach 40 Jahren Verbot die Rückkehr von schwulen Badehäusern – ein Abschied von Regeln aus der frühen AIDS-Krise.
Tödliche Dating-Masche

Mord in Niederösterreich

Ein 29-jähriger schwuler Mann wurde in Niederösterreich in eine Dating-Falle gelockt und zu Tode geprügelt. Tatverdächtig ist ein 18-Jähriger.
Streit um gleiche Elternrechte

120.000 Unterschriften gesammelt

Eine Petition des LSVD+ fordert gleiche rechtliche Absicherung für alle Kinder – inzwischen haben rund 120.000 Menschen unterschrieben.
LSVD+ und HateAid

Neues Bündnis gegen Hass

QueerSafe Berlin und HateAid bündeln ihre Angebote, um queere Menschen bei digitaler Gewalt schneller und umfassender zu unterstützen.
Feuerwehrkapitänin getötet

Ehefrau legt Mordgeständnis ab

Eine 54-jährige Frau hat jetzt in Kalifornien den Mord an ihrer Ehefrau Rebecca Marodi gestanden. Ermittler sehen Eifersucht als mögliches Motiv.
Streit im Tennissport

Debatte um neue Gen-Tests

Der Streit über den Ausschluss von trans* Sportlerinnen im Frauentennis geht weiter, jetzt äußerte sich Coco Gauff zu den Geschlechtstests der WTA.