Direkt zum Inhalt
Gedenken an Opfer
ANZEIGE

Gedenken an Opfer der Nazizeit LSVD+ gedenkt der rund 100.000 verfolgten Homosexuellen

ms - 21.01.2026 - 08:30 Uhr
Loading audio player...

Anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar will der Verband Queere Vielfalt LSVD+ kommende Woche an die ermordeten und verfolgten Homosexuellen erinnern.

Kranzniederlegung im Tiergarten

Nach der Gedenkstunde im Deutschen Bundestag am 28. Januar laden der Landesverein Berlin-Brandenburg sowie der LSVD+-Bundesverband gemeinsam mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas zu einem Gedenken mit Kranzniederlegung am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen ab 15 Uhr im Berliner Tiergarten ein. Ulrich Keßler, Vorstandsmitglied des Verbands Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg und Alva Trabert, Bundesvorstand des LSVD+, werden das Erinnern mit Redebeiträgen begleiten. Am Denkmal können dann auch Blumen und Kränze niedergelegt werden. 

Systematische Verfolgung 

Während des Nationalsozialismus in Deutschland wurden homosexuelle Männer systematisch verfolgt und diskriminiert. Die Verfolgung beruhte auf den nationalsozialistischen Ideologien von „Rassenhygiene“ und einer strikten Kontrolle über die Sexualität der Bevölkerung. Bereits vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten existierte in Deutschland der Paragraph 175 des Strafgesetzbuches, der homosexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe stellte. Dieser Paragraph wurde unter der nationalsozialistischen Regierung drastisch verschärft. Homosexuelle Handlungen zwischen Männern wurden nicht nur als Straftat verfolgt, sondern auch in ihrer Definition ausgeweitet, sodass auch „unzüchtige“ Gesten oder Annäherungen bereits strafbar wurden.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde die Verfolgung homosexueller Menschen systematisch intensiviert. Homosexuelle Männer wurden von der Gestapo und der SA überwacht und häufig inhaftiert. Ab 1935 wurden auch Personen bestraft, die „mit homosexuellen Neigungen“ identifiziert wurden, selbst wenn keine konkreten Taten nachgewiesen werden konnten. Homosexuelle Männer, die verurteilt wurden, wurden häufig in Konzentrationslager deportiert. Schätzungen zufolge wurden zwischen 1933 und 1945 rund 100.000 Männer aufgrund ihrer Homosexualität verfolgt, über 50.000 auch vor Gericht verurteilt, viele von ihnen starben in den Lagern durch Misshandlungen, Zwangsarbeit, medizinische Experimente oder Erschießungen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden Schwule in Deutschland weiterhin verfolgt, der Paragraph 175 wurde endgültig erst 1994 abgeschafft.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Razzien in Australien

Polizisten im Gay Village Sydney

Zum wiederholten Mal gab es Razzien in Sydneys Gay Village, der Unmut wächst. Zuletzt wurden 65 Menschen kontrolliert, 28 Drogendelikte festgestellt.
Social Media erst ab 13?

EU betont Altersgrenzen

Die EU-Kommission plant trotz Kritik neue Altersgrenzen für soziale Netzwerke und will Plattformen stärker für den Jugendschutz in die Pflicht nehmen.
Kokainflut in Deutschland

Drogenhandel wird digitaler

Kokainhandel, digitale Vertriebswege und neue Formen des Drogenkonsums beschäftigen Polizei und Politik zunehmend.
Überfälle bei Grindr-Dates

30 Jahre Haft für Täter gefordert

Drei junge Männer sollen neun Schwule in Rom über Grindr in Fallen gelockt und beraubt haben. Die Staatsanwaltschaft fordert insgesamt 30 Jahre Haft.
Razzien lösen Proteste aus

EU kritisiert Stigmatisierung

Nach Razzien gegen LGBTIQ+-Aktivisten und erneuten Festnahmen in der Türkei wächst die internationale Kritik an der Regierungspolitik.
Massenfestnahmen in Istanbul

Protest gegen LGBTIQ+-Razzien

Bei einem LGBTIQ+-Protest in Istanbul gegen die Razzien bei queeren Vereinen vom letzten Wochenende wurden jetzt mindestens 150 Menschen festgenommen.
Überfall nach Online-Chat

Prozessbeginn in Mainz

Prozess in Mainz: Ein 31-Jähriger Syrier wirft zwei jüngeren Landsleuten einen homophoben Überfall vor: Sie sollen erklärt haben, er müsse sterben.
Prozess in Oberbayern

Vorwürfe gegen trans* Polizistin

Im oberbayerischen Traunstein steht eine suspendierte trans* Polizistin wegen schwerer Sexual- und Pornografiedelikte vor Gericht.