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Augsburg: Gerichtsverfahren wegen schwulenfeindlicher Gewalt

Brutaler homophober Übergriff Augsburg: Gerichtsverfahren wegen schwulenfeindlicher Gewalt

mr - 13.01.2026 - 18:30 Uhr
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Vier Männer stehen wegen mutmaßlich queerfeindlicher Gewalt in Augsburg vor Gericht.

 

Prozessauftakt nach mutmaßlich homophober Tat

Das Landgericht Augsburg bereitet sich ab dem 23. Februar auf einen bedeutenden Prozess vor. Vier Männer im Alter zwischen 22 und 25 Jahren sind angeklagt, im März vergangenen Jahres zwei Männer auf der Maximilianstraße in der Innenstadt attackiert und verletzt zu haben. Ermittlerinnen und Ermittler gehen davon aus, dass homophobe Beleidigungen eine zentrale Rolle beim Ausbruch der Gewalt spielten. Aufgrund dieser queerfeindlichen Motivation beschäftigt sich nun die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus mit dem Fall.

 

Ermittlungen und gesellschaftliche Bedeutung

Für das Verfahren sind elf Verhandlungstage vorgesehen, ein erster Urteilstermin wurde auf den 13. März angesetzt. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten gefährliche Körperverletzung vor. Besonders im Fokus steht dabei Halid S., der mit einer früheren tödlichen Gewalttat bereits bundesweit Aufmerksamkeit erregte. Als Jugendliche oder junge Erwachsene werden die Täter von Hasskriminalität besonders häufig verfolgt, wie aktuelle Polizeiberichte aus Bayern zeigen. Nach Angaben des Bundesverbandes der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt ist die Zahl der gemeldeten queerfeindlichen Übergriffe bundesweit erneut gestiegen. Immer häufiger werden Angriffe wie in Augsburg öffentlich verhandelt, was ein gestiegenes Bewusstsein für Hassgewalt gegenüber queeren Personen und deren Folgen widerspiegelt.

 

Stimmen zum Prozess und zur Lage

Die Anklage wirft den mutmaßlichen Tätern brutalen Angriff und gezielte erniedrigende Beleidigungen vor. Ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft München betonte: „Wenn Hinweise auf ein queerfeindliches Motiv bestehen, muss die Justiz gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und diese Hasskriminalität konsequent verfolgen.“ Ein Urteil über Schuld oder Unschuld steht aber noch aus, die vier Angeklagten gelten weiterhin als unschuldig bis zum Abschluss des rechtsstaatlichen Verfahrens.

 

Queerfeindliche Gewalt – Herausforderungen für Justiz und Gesellschaft

Die Gewalt auf der Augsburger Feiermeile verdeutlicht, wie verletzlich queere Menschen im öffentlichen Raum auch heute noch sind. Besonders in Großstädten bleibt jede zweite queerfeindliche Tat laut Jahresberichten des Bundesinnenministeriums unaufgeklärt. Die gerichtliche Aufarbeitung solcher Fälle sendet jedoch deutliche Signale an die Täterinnen und Täter und sensibilisiert zugleich die Gesellschaft. Warum Betroffene in einigen Fällen nicht zur Polizei gehen, liegt oft an fehlendem Vertrauen in den angemessenen Umgang durch Behörden, warnen Beratungsstellen.

Die Justiz hat mit dem Verfahren in Augsburg die Chance, ein klares Zeichen gegen queerfeindliche Gewalt zu setzen. Sollte ein Schuldspruch erfolgen, könnte das Signalwirkung für andere betroffene Regionen und potenzielle Täterinnen und Täter haben. Doch auch unabhängig vom Urteil bleibt die Frage, wie effektiver Schutz und Solidarität für queere Menschen im Alltag gewährleistet werden können.

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